Hängebrücke: Glatthaar hält sich ein Hintertürchen offen

"Ich bin schon enttäuscht, dass sich der Herr Oberbürgermeister nicht an seine Zusage gehalten hat."

Joachim Glatthaar. Foto: Steffen Löffler

Joa­chim Glatt­haar ist nach mehr­wö­chi­ger Abwe­sen­heit zurück. Und er hat eine ande­re Situa­ti­on vor­ge­fun­den als vor­her, zumin­dest in Sachen Hän­ge­brü­cke.

Der Wald­mös­sin­ger Unter­neh­mer war, wie berich­tet, aktiv gewor­den und hat­te sei­ne Bereit­schaft ange­bo­ten, die lan­ge Ver­si­on der Hän­ge­brü­cke mit 900 Metern zu ver­wirk­li­chen. Dazu hat­te er sich die bei­den dafür nöti­gen Grund­stü­cke auf dem Ber­ner Feld – über den Stein­bruch und am Schaf­wa­sen – gesi­chert, zumin­dest in münd­li­chen Ver­ein­ba­run­gen. Das führ­te zu beträcht­li­chen Ver­wick­lun­gen und Irri­ta­tio­nen, zumal nicht nur Inves­tor Gün­ter Eber­hardt davon aus der Zei­tung  erfah­ren hat­te, son­dern auch der Gemein­de­rat.

Vor sei­ner Abrei­se, so berich­tet Glatt­haar jetzt auf Anfra­ge, habe ihm Ober­bür­ger­meis­ter Ralf Broß ver­spro­chen, mit einer Ent­schei­dung bis zu sei­ner Rück­kehr zu war­ten. Dann aber been­de­te der Gemein­de­rat die Hän­ge­par­tie vor­zei­tig, schaff­te über die Ver­ab­re­dung des OB hin­weg Fak­ten und bekann­te sich zu Eber­hardt.

Der will zunächst ein­mal die 606 Meter lan­ge Brü­cke vom Fels­vor­sprung auf dem Ber­ner Feld bis zum Bocks­hof in der Innen­stadt bau­en.

Glatt­haar sah sich vor voll­ende­te Tat­sa­che gestellt. „Ich akzep­tie­re die Ent­schei­dung des Gemein­de­rats“, betont er, „aber ich bin schon ent­täuscht, dass sich der Herr Ober­bür­ger­meis­ter nicht an sei­ne Zusa­ge gehal­ten hat.“ Bür­ger­meis­ter Dr. Chris­ti­an Ruf habe dann noch tele­fo­nisch zu infor­mie­ren ver­sucht, „bevor ich es aus der Zei­tung erfah­re“ – zu spät: Er habe es, berich­tet Glatt­haar,  bereits eine Vier­tel­stun­de vor­her auf NRWZ.de gele­sen.

„Ich wün­sche dem Pro­jekt alles Gute“, sag­te der Unter­neh­mer. Auf die Fra­ge, ob er sich wei­ter um die bei­den Grund­stü­cke bemü­he, ant­wor­tet Glatt­haar: „Vor­erst nicht“, und gibt zu erken­nen, dass er noch nicht alle Hoff­nun­gen auf­ge­ge­ben hat. Und er fügt hin­zu: „Ich blei­be mit den Grund­stücks­be­sit­zern im Gespräch. Die Stadt kann jeder­zeit auf mich zukom­men. Mit mir gibt es nur die lan­ge Lösung. Even­tu­ell ergibt sich doch noch eine Mög­lich­keit.“

Am ver­gan­ge­nen Frei­tag kam es auch zum mehr­fach ver­scho­be­nen Gespräch zwi­schen der Stadt­ver­wal­tung und Inves­tor Eber­hardt mit Mit­ar­bei­tern. Bei­de Sei­ten haben Still­schwei­gen ver­ein­bart. Hin­aus­ge­drun­gen ist nur so viel: Die Irri­ta­tio­nen der ver­gan­ge­nen Wochen haben offen­bar zu Ver­zö­ge­run­gen geführt. Die ange­kün­dig­ten Gut­ach­ten wur­den noch nicht prä­sen­tiert.