Hängebrücke: Beckert erhebt Vorwürfe gegen Investor Eberhardt

Eberhardts Projektleiter kontert

Blick zur historischen Innenstadt: Hier soll die Fußgänger-Hängebrücke andocken. Foto: Peter Arnegger

Nächste Fortsetzung im Verwirrspiel um die geplante Fußgänger-Hängebrücke zwischen dem Testturm und der Innenstadt. Der Gemeinderat hat sich, wie berichtet, „exklusiv“ für Investor Günter Eberhardt entschieden, und der will die Brücke 606 Meter lang vom Bockshof (unterhalb der Treppe) zum Felsvorsprung in Höhe des Steinbruchs auf dem Berner Feld bauen.

Die längere Version mit 900 Metern ist nicht möglich, weil sich Eberhardt bisher mit den Besitzern der dafür nötigen beiden Grundstücke, Prof. Kurt Schellenberg (Schafwasen) und Benedikt Beckert (Steinbruch), nicht einig geworden ist. Übrigens: Das war von Eberhardt auch bereits vor dem Bürgerentscheid über die Hängebrücke kommuniziert worden. In der Infobroschüre, die die Stadt damals herausgegeben hat, war bereits von zwei Bauabschnitten die Rede. Es war explizit auch darauf hingewiesen worden, dass es zunächst einen Fußweg zum Turm geben solle, dieser möglichst aber durch eine weitere, zweite Brücke ersetzt werden soll. Ob das klappt, war aber auch als „abhängig vom Verlauf künftiger Grundstücksverhandlungen“ bezeichnet worden.

Schellenberg hat am Wochenende beklagt, bisher habe Eberhardt mit ihm noch keine konkreten Preisverhandlungen geführt.

Blick vom Einstiegspunkt der aktuell geplanten Hängebrücke zum Testturm. Eine direkte Verbindung mit einer weiteren Brücke würde über die Grundstücke von Benedikt Beckert und Prof. Kurt Schellenberg führen. Foto: Peter Arnegger

Jetzt erhebt auf Anfrage der NRWZ auch Beckert Vorwürfe gegen den Investor: Der habe mit ihm in dessen Schömberger Büro noch vor dem Bürgerentscheid „eine Handschlag-Vereinbarung“ getroffen. Demnach sollte Beckert eine Beteiligung pro Besucher erhalten. Er sei extra von seiner Forderung nach einem regelmäßigen Pauschal-Betrag abgerückt, sagte der frühere Rottweiler Bauunternehmer, der jetzt in Reutlingen lebt, um das Risiko für Eberhardt zu minimieren. Der habe dann aber nichts mehr von der Vereinbarung wissen wollen.

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Danach kam Beckert mit dem Waldmössinger Unternehmer Joachim Glatthaar ins Geschäft und einigte sich grundsätzlich über den Grundstücks-Verkauf. Doch das Bekenntnis des Gemeinderats für Eberhardt und gegen Glatthaar macht den Deal wohl wertlos.

Was nun? „Ich muss nicht verkaufen“, sagt Beckert, und dann wählt er die gleiche Formulierung wie Prof. Schellenberg: „Ich stehe der Brücke nicht im Weg.“ Er sei zu neuen Gesprächen bereit.

Beckert fügt hinzu: „Ich warte noch, bis Herr Glatthaar wieder da ist. Dann machen wir  vielleicht eine Pressekonferenz und bringen Licht ins Dunkel.“ Der Fertigkeller-Unternehmer ist derzeit auf einer Geschäftsreise in Asien.

Roland Haag, der Projektleiter von Eberhardt, betont auf Anfrage: „Es gab keine Handschlag-Vereinbarung. Herr Beckert hat mir noch vor etwa zwei Monaten klar zu verstehen gegeben, dass er nicht mehr mir uns verhandeln will.“ Aber auch er, versichert Haag, sei zu weiteren Gesprächen bereit.

 

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