Hängebrücke: Beckert erhebt Vorwürfe gegen Investor Eberhardt

Eberhardts Projektleiter kontert

1966
Blick zur historischen Innenstadt: Hier soll die Fußgänger-Hängebrücke andocken. Foto: Peter Arnegger

Nächs­te Fort­set­zung im Ver­wirr­spiel um die geplan­te Fuß­gän­ger-Hän­ge­brü­cke zwi­schen dem Test­turm und der Innen­stadt. Der Gemein­de­rat hat sich, wie berich­tet, „exklu­siv“ für Inves­tor Gün­ter Eber­hardt ent­schie­den, und der will die Brü­cke 606 Meter lang vom Bocks­hof (unter­halb der Trep­pe) zum Fels­vor­sprung in Höhe des Stein­bruchs auf dem Ber­ner Feld bau­en.

Die län­ge­re Ver­si­on mit 900 Metern ist nicht mög­lich, weil sich Eber­hardt bis­her mit den Besit­zern der dafür nöti­gen bei­den Grund­stü­cke, Prof. Kurt Schel­len­berg (Schaf­wa­sen) und Bene­dikt Beckert (Stein­bruch), nicht einig gewor­den ist. Übri­gens: Das war von Eber­hardt auch bereits vor dem Bür­ger­ent­scheid über die Hän­ge­brü­cke kom­mu­ni­ziert wor­den. In der Info­bro­schü­re, die die Stadt damals her­aus­ge­ge­ben hat, war bereits von zwei Bau­ab­schnit­ten die Rede. Es war expli­zit auch dar­auf hin­ge­wie­sen wor­den, dass es zunächst einen Fuß­weg zum Turm geben sol­le, die­ser mög­lichst aber durch eine wei­te­re, zwei­te Brü­cke ersetzt wer­den soll. Ob das klappt, war aber auch als „abhän­gig vom Ver­lauf künf­ti­ger Grund­stücks­ver­hand­lun­gen” bezeich­net wor­den.

Schel­len­berg hat am Wochen­en­de beklagt, bis­her habe Eber­hardt mit ihm noch kei­ne kon­kre­ten Preis­ver­hand­lun­gen geführt.

Blick vom Ein­stiegs­punkt der aktu­ell geplan­ten Hän­ge­brü­cke zum Test­turm. Eine direk­te Ver­bin­dung mit einer wei­te­ren Brü­cke wür­de über die Grund­stü­cke von Bene­dikt Beckert und Prof. Kurt Schel­len­berg füh­ren. Foto: Peter Arn­eg­ger

Jetzt erhebt auf Anfra­ge der NRWZ auch Beckert Vor­wür­fe gegen den Inves­tor: Der habe mit ihm in des­sen Schöm­ber­ger Büro noch vor dem Bür­ger­ent­scheid „eine Hand­schlag-Ver­ein­ba­rung“ getrof­fen. Dem­nach soll­te Beckert eine Betei­li­gung pro Besu­cher erhal­ten. Er sei extra von sei­ner For­de­rung nach einem regel­mä­ßi­gen Pau­schal-Betrag abge­rückt, sag­te der frü­he­re Rott­wei­ler Bau­un­ter­neh­mer, der jetzt in Reut­lin­gen lebt, um das Risi­ko für Eber­hardt zu mini­mie­ren. Der habe dann aber nichts mehr von der Ver­ein­ba­rung wis­sen wol­len.

Danach kam Beckert mit dem Wald­mös­sin­ger Unter­neh­mer Joa­chim Glatt­haar ins Geschäft und einig­te sich grund­sätz­lich über den Grund­stücks-Ver­kauf. Doch das Bekennt­nis des Gemein­de­rats für Eber­hardt und gegen Glatt­haar macht den Deal wohl wert­los.

Was nun? „Ich muss nicht ver­kau­fen“, sagt Beckert, und dann wählt er die glei­che For­mu­lie­rung wie Prof. Schel­len­berg: „Ich ste­he der Brü­cke nicht im Weg.“ Er sei zu neu­en Gesprä­chen bereit.

Beckert fügt hin­zu: „Ich war­te noch, bis Herr Glatt­haar wie­der da ist. Dann machen wir  viel­leicht eine Pres­se­kon­fe­renz und brin­gen Licht ins Dun­kel.“ Der Fer­tig­kel­ler-Unter­neh­mer ist der­zeit auf einer Geschäfts­rei­se in Asi­en.

Roland Haag, der Pro­jekt­lei­ter von Eber­hardt, betont auf Anfra­ge: „Es gab kei­ne Hand­schlag-Ver­ein­ba­rung. Herr Beckert hat mir noch vor etwa zwei Mona­ten klar zu ver­ste­hen gege­ben, dass er nicht mehr mir uns ver­han­deln will.“ Aber auch er, ver­si­chert Haag, sei zu wei­te­ren Gesprä­chen bereit.