Hefe Armleder als Gondoliere?

Narrhalla-Ball am Samstagabend

Bei der narrhalla kommt auch der Nachwuchs zum Zug, wie hier das Kinderballett. Alle Fotos: wede

In den Hamburger Kiez hatte die Narrhalla diesmal ihre Gäste entführt: Der Kapuziner war am Samstagabend ein Teil der „Großen Freiheit“. Und so drehte sich das Programm um St. Pauli und Hamburg – vordergründig. In Wirklichkeit natürlich um Rottweil und die Fasnet.

Als die „Reichsstadtweiber“ mit dem Narrenmarsch das Programm eröffneten, war die längst ausverkaufte Halle natürlich rappelvoll. Mit schweren Jungs, leichten Mädchen, Touristen, Kapitänen, einem Leuchtturm und einem echten Seemann – und mit ganz vielen Matrosen. Zum Programm gehörte auch Travestie: Die „Schwarzwälder Drag Queen“ Betty BBQ fiel mit Bollenhut, lockeren Sprüchen und Körpergröße auf.

Ansonsten aber war es ein abwechslungsreiches Eigen-Programm mit Büttenrede, Ballett, Satire und ganz viel Musik. Jeder Punkt ein Treffer – vom temperamentvoll-sportlichen Auftritt der „Purzelbaum-Mädels“ um Vroni Schmid bis zu den Narrhalla-Sängern, die sich wiederum von den Reichsstadtweibern begleiten ließen. Das Kinderballett mit den witzigen Sprüchen von Hai (Andreas Wilkens) und Seepferdchen (Georg Hauser), die den Narrenmarsch zur Melodie des „Hamborger Veermaster“ sangen.

Die Büttenrede kam von „Rottweils schönstem Raubvogel“, dem Turmfalken. Hermann Breucha griff viele lokale Themen auf – Turm, OB-Wahl, Hängebrücke, Parkhaus – und hatte auch Vorschläge für die Gestaltung der Gartenschau parat: Ein Strandbad am Neckar und Ralf „Hefe“ Armleder als Gondoliere.

Beim Thema „Große Freiheit“ hat auch ein Lied wie Udo Lindenbergs „Reeperbahn“ Platz. Silvia und Thomas Grathwohl, die machten „Friedrichsplatz du geile Meile“ draus. Okay. Überhaupt harmonierte sie mit Käptn Blaubär (Christoph Krajewski) und Hein Blöd (Sebastian Faulhaber) bestens zusammen. Unterstützung hatten sie von einer kleinen, jungen Blaskapelle. „Zusammen sind wir eins – von der Altstadt bis zur Siedlung“, hier gab es laute Zugabe-Rufe. Sicher auch wegen der Hintergrundbilder, die Uli Hezinger passgenau lieferte (wie übrigens während des gesamten Programms).

Wirt Gunter Wilde und Gast Alexander Gessner unterhielten sich im norddeutschen Slang über Rottweil und dessen fremde Sitten und Gebräuche. Dazwischen gab es gleich mehrere Auftritte des Männerballetts – und tosenden Beifall dafür.

„Stolz eine Stadt, die solche Narren hat“, zeigte sich auch Betty BBQ begeistert. Dann übernahm die Band „Take a Dance“ um Jürgen Waidele das Programm – nicht nur für die Tanzwütigen, auch das Zuhören lohnte sich. Und Betty gönnte sich ein Tänzchen mit ihrem Zimmerwirt, Oberelfer Stephan Drobny.