Heiliger Petrus auf dem Apostelbrunnen. Foto: pm

ROTTWEIL – Im Rah­men sei­nes Jah­res­pro­gramms 2019 lädt der Rott­wei­ler Geschichts- und Alter­tums­ver­ein am Sonn­tag, 12. Mai ab 11 Uhr, zu sei­ner nächs­ten Füh­rung „Hei­li­ge auf Brun­nen und an Häu­sern“ mit Cor­ne­lia Vot­te­ler Inter­es­sier­te ein. Treff­punkt ist am Apos­tel­brun­nen.

Petrus, Jako­bus und Johan­nes – die drei Apos­tel, die dem gleich­na­mi­gen Brun­nen den Namen gege­ben haben, ste­hen für Glau­be, Hoff­nung und Lie­be. So wie das Was­ser der Brun­nen wich­tig war für das täg­li­che Über­le­ben der Men­schen, so lag es den Erbau­ern am Her­zen, dies durch die kunst­vol­le Aus­fer­ti­gung der Brun­nen­säu­len dar­zu­stel­len. Die Hei­li­gen­fi­gu­ren spie­geln die Fröm­mig­keit der dama­li­gen Men­schen wider.

In Rott­weils Stra­ßen und Gas­sen fin­den sich viel­fach klei­ne Hei­li­gen­dar­stel­lun­gen, manch­mal sicht­bar, manch­mal in klei­nen Nischen erst auf den zwei­ten Blick erkenn­bar. Sie bewa­chen und beschüt­zen die Häu­ser, deren Bewoh­ner und die zufäl­lig Vor­bei­kom­men­den. Nicht von unge­fähr dürf­te an einer Fas­sa­de der Hl. Flo­ri­an ange­bracht sein, getreu dem Spruch „Oh hei­li­ger St. Flo­ri­an, beschütz mein Haus…“, wur­de er doch ange­ru­fen gegen Was­ser- und Feu­er­ge­fahr. Zahl­reich begeg­net uns in Rott­weil der Hl. Nepo­muk, der nach sei­ner Hei­lig­spre­chung 1729 gera­de­zu als „Staats­hei­li­ger“ des Habs­bur­ger­rei­ches ver­ehrt wur­de. Der Brü­cken­hei­li­ge „schwebt“ auch über der moder­nen Umge­hungs­stra­ße.

Seit Jahr­hun­der­ten über­blickt er den Fried­richs­platz und hat sicher vie­len Rei­sen­den sein Geleit gege­ben – der Hl. Chris­to­pho­rus. In moder­ner Zeit wur­de er durch Papst Pius XI. zum Schutz­pa­tron für Auto­fah­rer und Ver­kehrs­mit­tel ernannt; seit­dem las­sen Men­schen ihr Auto in sei­nem Namen seg­nen oder haben eine Pla­ket­te in ihrem Fahr­zeug. Die Kun­den­zeit­schrift des Sport­wa­gen­her­stel­lers Por­sche ist nach Chris­to­pho­rus benannt, eben­so die Ret­tungs­hub­schrau­ber.

Auf dem Georgs- oder Gra­fen­brun­nen rich­tet der Hl. Georg, der Schutz­pa­tron der Rit­ter, sei­nen Blick zum ehe­ma­li­gen Stadt­haus der Gra­fen von Sulz und Katha­ri­na von Alex­an­dri­en als Patro­nin der gebil­de­ten Frau­en schaut zum eins­ti­gen Klos­ter­hof von Rot­ten­müns­ter. Eher fast ver­steckt bewacht ein Hl. Wen­de­lin das längst nicht mehr in die­sem Haus gehal­te­ne lie­be Vieh im Lorenz­ort.

Ob klein oder groß dar­ge­stellt– die Hei­li­gen begeg­nen uns an vie­len Orten in der Stadt und for­dern uns auf, bewusst zu hin­zu­schau­en. Inter­es­sier­te sind zu die­ser Füh­rung des Rott­wei­ler Geschichts- und Alter­tums­ver­eins herz­lich ein­ge­la­den.