Helmut Spreter ist tot

Ex-Kommissar, CDU-Kämpfer, Vereinsmensch und mit Herzen Altstädter

Helmut Spreter. Foto: pm

Noch in diesen Tagen war sein Name in den Rottweiler Lokalnachrichten. Ein unermüdlicher Kämpfer in der und für die Sache war er. Für die Senioren in der CDU, für die Bewohner der Rottweiler Altstadt, für die Belange der Pelagiuskirche. In ihr wird am kommende Dienstag, 20. Februar die Trauerfeier stattfinden – für Helmut Spreter, der am Donnerstag verstarb. Am 15. Mai wäre er 77 Jahre alt geworden.

Die Stadt Rottweil wird im Rahmen des Wettbewerbs „Quartier 2020“ für Ideen ausgezeichnet, die gemeinsam mit Bürgern zur seniorengerechten Entwicklung der Altstadt entwickelt wurden. Das Bild zeigt von links: Staatssekretärin Bärbl Mielich, Gudrun Müller (Stabsstelle Bürgerschaftliches Engagement Stadt Rottweil), Helmut Spreter (Bürgerverein Altstadt-Rottweil), Matthias Schöne (städtischer Demografiebeauftragter) und Sozialminister Manne Lucha. Foto: pm

Ex-Kommissar, CDU-Kämpfer, umtriebiger Vereinsmensch und mit Herzen Altstädter – das war Helmut Spreter. Mit hellwachem, stolzem Blick, auf einen Stock gestützt und doch gerade und aufrecht hat er jüngst noch einen Lohn für sein Wirken erhalten. In Stuttgart nahm er mit Mitstreitern ein Preisgeld in Höhe von 35 .000 Euro für die Ideen zur seniorengerechten Quartiersentwicklung in der Altstadt entgegen. Spreter tat dies als Vorsitzender des noch recht jungen Bürgervereins Altstadt-Rottweil.

Mitte Januar konnte er vermelden: „Der Römerpfad nimmt Gestalt an.“ Kulturamtsleiter Marco Schaffert und Dr. Kerstin Hoffmann, die von der Stadt Rottweil mit der Koordination der Anlegung des Römerpfads beauftragt worden ist, hatte Spreter an den Tisch des Bürgerstübles in der Altstadt geholt. Mit ihnen hatte er einen Römerpfad geplant, der an der frühromanischen Basilika St. Pelagius starten soll und den große Schautafeln begleiten sollen. Ein Herzensprojekt Spreters.

Helmut Spreter, Kreisvorsitzender der Senioren-Union, bedankt sich beim Geschäftsführer der Rentenversicherung, Ludwig Lehmann, für dessen sachlichen Informationen zur Situation der Rente und den Erläuterungen im Hinblick auf die Sicherung einer auskömmlichen Altersversorgug. Foto: pm

„Was verbindet die Mitglieder und Freunde der Jungen Union mit denen der Senioren-Union?“ Antworten auf diese Frage suchte und fand Spreter vergangenen November in großer Runde. Er als Vorsitzender der Senioren-Union. Spreters zweiter ehrenamtlicher Job. Mit dem Landrat diskutierten sie Stadt über den Landkreis, die Stadt als ihren Lebensraum und darüber, dass ihre Heimat Lebensqualität bewahren solle, wiederherstellen oder ausbauen. Spreter, der heimatverbundene Kämpfer. Während Marcel Griesser, Vorsitzender der Jungen Union, noch zum Landrat aufschaute, blickte Spreter längst schon zufrieden in die Runde. Menschen an einen Tisch bringen, das konnte er sehr gut.

Und Spreter, der Sänger – im Männergesangverein Germania Rottweil-Altstadt, wo sonst? Zugleich war er im Beruf zwar Polizeibeamter, ein Kriminalkommissar, aber einer, der schreiben konnte. Die Pressearbeit übernahm er selbst, lieferte zuverlässig, schnell und akkurat einen eigenen Text und Bilder von seinem Freund Lothar Schick. Zuletzt etwa auch „vom Verlauf der Firmung in St. Pelagius“, wie er sich immer ausdrückte.

Aus Sicht eines jüngeren Menschen war Spreter immer schon aktiv. So schaute er selbst im November in einem Brief an den Oberbürgermeister, Ralf Broß, zurück. Ein Brief, der sich mit dem Thema Landesgartenschau in Rottweil beschäftigte. Spreter: „Die Verbindung zur Rottweiler Sole ist dabei unser Gedanke. Ich selber habe ja 18 Jahre im Solebadverein mitgearbeitet und es war in den 80-er Jahren, als im Gemeinderat der Bau eines ‚Gradierwerkes‘ diskutiert wurde. Leider konnte dieses Vorhaben nicht umgesetzt werden.“

Richtig: Spreter war auch Stadtrat. Mit dem ersten Anlauf klappte es 1968 nicht, 1973 rückte er in den Gemeinderat nach. Bereits sieben Jahre später hatte sich Spreter zum Fraktionssprecher der Stadtrats-CDU gemausert. 2001, nach 28 Jahren, hörte er auf.

Damals war Spreter, der Vereinsmensch, zugleich Vorsitzender des DRK-Ortsvereins und des Musikvereins. Dieses Amt aber wollte er abgeben. Doch er blieb dem Verein eng verbunden, das vergangene Oktoberfest begleitete er als Pressemann für den MV Germania. Erst vor knapp einem Jahr, kurz nach seinem 76. Geburtstag, wurde Spreter wiedergewählt als Kreisvorsitzender der Senioren-Union.

So skizzierte ihn Martin Schmitzer, seinerzeit Leiter der Lokalredaktion Rottweil der Schwäbischen Zeitung, im Mai 2001, zum Sechzigsten: 

Begonnen hat Helmut Spreters Leben am 15. Mai 1941. Er wurde in Rottweil geboren, aber nicht im Spittel, sondern daheim – in der Altstadt, im Elternhaus. Eine Jugend in der Altstadt: Römerschule, KJG-Altstadt, Pfarrjugendführer, Dekanatsjugendführer, Mechanikerlehre und erste Gesellenjahre bei Mahle. Die Mutter verhindert mit ihrem Veto, dass Helmut Spreter Berufssoldat wird. Dann geht er 1961 zur Bereitschaftspolizei nach Göppingen.

1965 heiratet er seine Frau Ursel. Wenig später erreicht er ein Berufsziel: Die „Weißen Mäuse“. Das war damals das Größte bei der Polizei, die Verkehrsstaffel mit grün-weiß lackierten Autos. Doch Spreter will weiterkommen, schafft es 1970 in die Kripo-Ausbildung und später in den gehobenen Dienst. 1978 wird Spreter Kriminalkommissar und leitet das Rauschgift-Dezernat in Rottweil. „Es war ein tolles Arbeiten“, schwärmt er heute noch. Später wurde er rechte Hand es Kripo-Chefs und 1986 dann nach Schramberg abgeordnet. Aus gesundheitlichen Gründen ging Spreter schon 1998 in den Ruhestand.

Helmut Spreter, der am Donnerstag, 15. Februar 76-jährig verstarb, soll am kommenden Dienstag, 20. Februar, beigesetzt werden. Die Trauerfeier findet ab 13.30  Uhr in der St. Pelagius-Basilika in der Altstadt statt. Seiner Lieblingskirche.