Heut‘ ist Nikolaus Abend da

Nikolausaltar (15. Jh.) im Heilig-Kreuz-Münster Rottweil. Altarflügel geschlossen. Foto: Berthold Hildebrand

Niko­laus und Mar­ti­nus sind die bei­den Hei­li­gen, die in christ­li­chen Län­dern all­ge­mein sehr bekannt sind. Die Kern­aus­sa­gen Tei­len, Schen­ken und den Mit­men­schen im Blick haben sind bei­den gemein. Dies ist auch gut sze­nisch dar­zu­stel­len und so schon den Kin­dern von klein auf zu ver­mit­teln.

Niko­laus von Myra leb­te irgend­wann zwi­schen 270 und 365 nach Chris­tus, genaue Zah­len sind nicht bekannt. Über das Leben des his­to­ri­schen Niko­laus gibt es nur weni­ge beleg­te Tat­sa­chen. Wäh­rend der Chris­ten­ver­fol­gung 310 sei er gefan­gen genom­men und gefol­tert wor­den. Sein ererb­tes Ver­mö­gen habe er an die Armen ver­schenkt. Der Hei­li­ge Niko­laus von Myra ist durch zahl­rei­che Wun­der bekannt gewor­den und um sei­ne Per­son ran­ken sich ver­schie­de­ne Legen­den. Sein Gedenk­tag ist der 6. Dezem­ber und wird im gesam­ten Chris­ten­tum mit ver­schie­de­nen Bräu­chen began­gen.

Auf dem Foto vom Niko­lau­s­al­tar im Hei­lig-Kreuz-Müns­ter sind auf den ver­schlos­se­nen Altar­flü­geln ver­schie­de­ne Sze­nen aus dem Leben des Hei­li­gen dar­ge­stellt. Links oben wird Niko­laus als Bischof ein­ge­klei­det, rechts dane­ben die wohl bekann­tes­te Dar­stel­lung. Niko­laus beschenkt in der Nacht drei arme Mäd­chen mit Gold und bewahrt sie so vor dem Weg in die Pro­sti­tu­ti­on. Des­halb wird Niko­laus auch meist mit einem Buch in der Hand, dar­auf drei Gold­ku­geln, dar­ge­stellt.

Die­ses Schen­ken in der Nacht führ­te zum Brauch­tum unse­res Niko­laus­abends. Niko­laus kommt in die Häu­ser und beschenkt die Kin­der. Erst ab dem 19. Jahr­hun­dert sind dann noch Bestrafer unar­ti­ger Kin­der hin­zu­ge­kom­men, bei uns Knecht Ruprecht genannt. Im süd­deut­schen Raum kommt Niko­laus als Bischof ver­klei­det mit Stab und Mitra, der hohen Bischofs­müt­ze. Im Nor­den dage­gen ist er meist ein alter Mann mit rotem Man­tel und Rau­sche­bart.

Die bei­den ande­ren Dar­stel­lun­gen auf dem Altar zei­gen Wun­der, die dem Hei­li­gen zuge­schrie­ben wer­den, so etwa rechts unten das sog. Korn­wun­der. Um wel­ches Wun­der es sich unten links han­deln könn­te, ist bis­her nicht bekannt.

Im Mit­tel­al­ter zähl­te Niko­laus zu den belieb­tes­ten Hei­li­gen. In Russ­land wur­de er sogar zum Natio­nal­hei­li­gen erho­ben. Als Schutz­pa­tron der See­fah­rer und Kauf­leu­te wird der Hei­li­ge Niko­laus Schutz­pa­tron der Han­se. Davon zeu­gen noch heu­te etli­che Niko­lai­kir­chen in den Han­se­städ­ten, dar­un­ter in Ham­burg, Ros­tock, Wis­mar und Stral­sund.

Die Flü­gel des Niko­lau­s­al­tars im Müns­ter sind vom 1. bis zum 2. Advent­sonn­tag geschlos­sen, so dass die ein­zel­nen Bil­der betrach­tet wer­den kön­nen.