Höhere Überlebenschancen für Schwerverletzte

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Schockraum auf dem Prüfstand – von der Beschriftung der Schränke bis zur apparativen Ausstattung nimmt die Auditorin alles unter die Lupe. Unser Bild zeigt von links: Verena Ettig-Röhrl, den Leitenden Notarzt Uwe Jörgens, Oberarzt Dr. Fabian Hofmann sowie Chefarzt Prof. Dr. Markus Kröber. Fotos: Andrea Schmider

ROTTWEIL - Nach schwe­ren Unfäl­len haben Pati­en­ten oft mul­ti­ple Ver­let­zun­gen, schnel­le Ver­sor­gung ist jetzt obers­tes Gebot. Soge­nann­te Trau­manetz­wer­ke hel­fen bun­des­weit, die Über­le­bens­chan­cen von Schwerst­ver­letz­ten zu erhö­hen – die Heli­os Kli­nik Rott­weil ist als zer­ti­fi­zier­tes loka­les Trau­ma­zen­trum ein wich­ti­ger Teil die­ses Netz­wer­kes.

Sind Ret­tungs­dienst und Unfall­chir­ur­gi­sche Kli­ni­ken eng ver­netzt und arbei­ten nach strikt fest­ge­leg­ten Stan­dards, stei­gen die Über­le­bens­chan­cen der Pati­en­ten. Die Ver­net­zung stellt nicht nur sicher, dass der Pati­ent in die für ihn rich­ti­ge Kli­nik gebracht wird, son­dern auch, dass bei der Erst­ver­sor­gung kei­ne Zeit ver­lo­ren geht.

Schon in der Kom­mu­ni­ka­ti­on fol­gen die Not­ärz­te vor Ort stan­dar­di­sier­ten Abläu­fen: Über das soge­nann­te „Trau­m­ate­le­fon“ infor­mie­ren sie die Kli­nik umfas­send über die Ver­let­zun­gen der Unfall­op­fer. Dr. Fabi­an Hof­mann, Ober­arzt der Kli­nik für Ortho­pä­die, Unfall- und Wir­bel­säu­len­chir­ur­gie in der Heli­os Kli­nik Rott­weil: „Wir sind also schon opti­mal vor­be­rei­tet, wenn der Pati­ent zu uns gebracht wird“. Schwerst­ver­letz­te kom­men zunächst in den Schock­raum – auch hier fol­gen die behan­deln­den Ärz­te und Pfle­ger strik­ten Algo­rith­men, um kei­ne Zeit zu ver­lie­ren. Reani­ma­ti­on, Dia­gno­sen, Medi­ka­men­ten­ga­be, alles erfolgt gleich­zei­tig, jeder Hand­griff sitzt.

Möch­te eine Kli­nik das Zer­ti­fi­kat der Deut­schen Gesell­schaft für Unfall­chir­ur­gie e.V. (DGU) als Trau­ma­zen­trum, muss sie bestimm­te Vor­aus­set­zun­gen erfül­len. Chef­arzt Prof. Dr. Krö­ber: „Neben dem Nach­weis stan­dar­di­sier­ter Vor­ge­hens­wei­sen sind ein Hub­schrau­ber­lan­de­platz, ein Schock­raum, ein 24-Stun­den-CT, eine Blut­bank und eine Inten­siv­sta­ti­on not­wen­dig“. Dar­über hin­aus müs­sen alle zur Erst­ver­sor­gung not­wen­di­gen Fach­ärz­te rund um die Uhr zur Ver­fü­gung ste­hen. Dies alles ist in der Heli­os Kli­nik Rott­weil gewähr­leis­tet – davon konn­te sich bei der Re-Zer­ti­fi­zie­rung die Audi­to­rin, Dipl. Betriebs­wir­tin Vere­na Ettig-Röhrl, über­zeu­gen.

Dar­über hin­aus hat die Heli­os Kli­nik Rott­weil eine beson­de­re Exper­ti­se, wenn es um die Behand­lung von kom­ple­xen Becken- und Wir­bel­säu­len­ver­let­zun­gen geht. Unfall­pa­ti­en­ten mit sol­chen Ver­let­zun­gen kön­nen nach der Erst­ver­sor­gung direkt vor Ort ope­ra­tiv ver­sorgt wer­den und müs­sen nicht ver­legt wer­den.

Für Cor­ne­lia Koch, Kli­nik­ge­schäfts­füh­re­rin des Rott­wei­ler Kran­ken­hau­ses, ist die erneu­te Zer­ti­fi­zie­rung der Kli­nik als loka­les Trau­ma­zen­trum ein wich­ti­ges Zei­chen. „Das zeigt zum einen, dass wir als Haus der Grund- und Regel­ver­sor­gung appa­ra­tiv und fach­lich sehr gut auf­ge­stellt sind, zum ande­ren, dass es uns ein gro­ßes Anlie­gen ist, die Ver­sor­gung von Schwerst­ver­letz­ten auf hohem Niveau zu gewähr­leis­ten.“

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