Beim Informationstag Hören und Verstehen in der Rottweiler Stadthalle wurden die Gäste miteinbezogen. Foto: pm

ROTTWEIL – Mit rund 200 Besu­chern war der Infor­ma­ti­ons­tag „Hören und Ver­ste­hen“ in der Stadt­hal­le Rott­weil sehr gut besucht. Ein­ge­la­den hat­ten der Arbeits­kreis Selbst­hil­fe­netz­werk im Land­kreis Rott­weil gemein­sam mit der AOK Schwarz­wald-Baar-Heu­berg und der Selbst­hil­fe­ko­or­di­nie­rungs­stel­le im Land­rats­amt Rott­weil.

Die Besu­cher konn­ten sich bei vie­len Vor­trä­gen rund um das The­ma infor­mie­ren. Zum Auf­takt refe­rier­te Kom­mu­ni­ka­ti­ons­trai­ner Jochen Mül­ler als Betrof­fe­ner über Irr­tü­mer und Miss­ver­ständ­nis­se rund um Schwer­hö­rig­keit. Es ging hier­bei um die Unter­schie­de zwi­schen Hören und Ver­ste­hen des gespro­che­nen Wor­tes sowie diver­se Ver­steck­tech­ni­ken.

Anschlie­ßend sprach Pro­fes­sor Bernd Fischer in einem sehr leben­di­gen Vor­trag über die Aus­wir­kun­gen von Schwer­hö­rig­keit auf das Gehirn. Der Hirn­for­scher war lan­ge Zeit Chef­arzt der ers­ten deut­schen Memo­ry­kli­nik und ist Begrün­der der wis­sen­schaft­li­chen Metho­de des Integrativen/Interaktiven Hirn­leis­tungs­trai­nings und des Brain­jog­gings. Er fin­det es beson­ders wich­tig, dass der Schwer­hö­ri­ge den Nor­mal­hö­ren­den freund­lich auf sei­ne Pro­ble­me auf­merk­sam macht und sich vor schwie­ri­gen Situa­tio­nen aktiv ent­spannt.

Danach infor­mier­te der Rott­wei­ler HNO-Arzt Prof. Dr. med. Dr. h.c. Niko­la­os Maran­gos pra­xis­nah über moder­ne Dia­gnos­tik und The­ra­pie der Schwer­hö­rig­keit. Bernd King, Lei­ter des Com­pe­ten­cen­Cen­ters Hilfs­mit­tel der AOK Schwarz­wald-Baar-Heu­berg, ging auf die Ver­sor­gung mit Hör­ge­rä­ten ein. Chris­ti­ne Blank-Joost vom Hör-Bera­tungs- und Infor­ma­ti­ons­zen­trum Stutt­gart stell­te die Finan­zie­rungs­mög­lich­kei­ten und gesetz­li­chen Ansprü­che bei Schwer­hö­rig­keit dar.

Zwi­schen den ein­zel­nen Vor­trä­gen zeig­te das Kno­ten­punkt Thea­ter aus Zürich sehr unter­halt­sa­me und pra­xis­na­he Spiel­sze­nen rund um das The­ma Schwer­hö­rig­keit. Im Foy­er konn­ten sich die Besu­cher an Infor­ma­ti­ons­stän­den von Selbst­hil­fe­grup­pen und Bera­tungs­stel­len infor­mie­ren. Außer­dem gab es ein gro­ßes Ohr­mo­dell, das den Auf­bau des mensch­li­chen Ohres zeig­te.

Ein Ziel die­ser Ver­an­stal­tung war auch, dass sich im Land­kreis Rott­weil eine Selbst­hil­fe­grup­pe zum The­ma Schwer­hö­rig­keit und/oder Tin­ni­tus bil­det. Wei­te­re Inter­es­sier­te kön­nen sich ger­ne mel­den bei Corin­na Gross und Lisa Hezel von der Kon­takt- und Infor­ma­ti­ons­stel­le für gesund­heit­li­che Selbst­hil­fe der AOK Schwarz­wald-Baar-Heu­berg, Tele­fon 07422 271–485, oder bei Sabi­ne Rie­ger und Nata­scha Schnei­der von der Selbst­hil­fe­ko­or­di­nie­rungs­stel­le Pfle­ge­stütz­punkt im Land­kreis Rott­weil, Tele­fon 0741 244–474.