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Landkreis Rottweil
Dienstag, 25. Februar 2020

Jetzt meldet sich Schellenberg: „Stehe Brückenbau nicht im Weg“

Wer geglaubt hatte, nach dem Bekenntnis des Gemeinderats zu Günter Eberhardt als Investor der Fußgänger-Hängebrücke vom Testturm in die Innenstadt seien die Irritationen ausgeräumt und kehre Ruhe ein, sieht sich getäuscht. Jetzt hat sich Prof. Kurt Schellenberg in einem „Offenen Brief“ zu Wort gemeldet und stellt fest, die Firma Eberhardt habe mit ihm noch keine Preisverhandlungen geführt.

Schellenberg ist Eigentümer eines von zwei Grundstücken am Schafwasen, das Eberhardt benötigt, um die lange Version der Brücke mit 900 Meter zu bauen. In seinem „Offenen Brief“ betont er, was er gegenüber der NRWZ schon vor Wochen erklärt hatte: „Ich stehe der Entwicklung nicht im Weg.“

Schellenberg verwundert

Wörtlich heißt es: „Mit großer Verwunderung habe ich aus der Presse heute Freitag, 24.11.2017 entnommen, dass die Firma Eberhardt nur die kurze Version der Brücke bauen kann, weil „die Grundstücksverhandlungen mit den beiden Eigentümer derzeit in einer Sackgasse angekommen sind.“ Schellenberg bezieht sich hier auf einen Artikel des Schwarzwälder Boten. Als einer der betroffenen Eigentümer stelle er, Schellenberg klar: „Bis jetzt haben alle über mich, aber niemand mit mir gesprochen. Die Firma Eberhardt hat bis heute keine Preisverhandlungen mit mir geführt. Nachdem ich 40 Jahre lang als Gemeinderat für die Stadt tätig war, stehe ich der Entwicklung der Stadt nicht im Weg.“

Stadt und Eberhardt erklären sich erneut

Auf Nachfrage der NRWZ erklären sich daraufhin wiederum die Firma Eberhardt und die Stadtverwaltung in einer gemeinsamen Mitteilung. „Es ist richtig, dass es keine konkreten Preisverhandlungen mit Prof. Dr. Kurt Schellenberg gibt, weil die Preisvorstellungen zu weit auseinander liegen. Gleichzeitig sind wir weiterhin im Kontakt mit Herrn Prof. Dr. Kurt Schellenberg. Dieser hat uns gegenüber versichert, dass das Projekt an ihm nicht scheitern soll. Über Details wollen wir uns in der Öffentlichkeit nicht äußern und bitten um Verständnis.“ Das sagt Günter Eberhardt. „Im Einvernehmen mit der Firma Eberhardt wird sich die Stadt Rottweil zum aktuellen Sachstand nicht äußern. Wenn gewünscht, sind wir jedoch gerne bereit, unterstützend tätig zu werden.“ das sagt die Stadt.

Die längste Brücke

Mit 606 Metern hätte Rottweil nach aktuellen Stand immer noch „die längste Fußgängerhängebrücke der Welt.“ Derzeit liegt die Brücke bei Zermatt, die im Sommer eröffnet wurde, mit 494 Meter an der Spitze und hat Reutte in Tirol mit 406 Meter überholt.

 

1 Kommentar

  1. Der in der Presse bereits als „Cleverle“ Späth’scher Prägung geadelte Unternehmer Günther Eberhardt, weiss selbst wohl am besten, dass ihm kein Kunde je eine seiner Betonbauten ohne knallharte Verhandlungen beauftragt hat. Und Eberhardt hat sicher auch immer nach Kräften verhandelt, um das Geschäfle halt doch noch zu machen, vermutlich manchmal sogar bis zum umfallen und egal, wie weit man am Anfang noch ausseinander war.
    Warum also nicht auch mit Herrn Schellenberg, oder hat man da auf den Einfluss der Öffentlichkeit gesetzt, um den Preis mittels medialem Druck, dezent sturmreif zu schießen?
    Erschreckend unprofessionell finde ich aber das gönnerhafte Zurückziehen der Stadtverwaltung auf eine Mediationsfunktion. Besonders schlimm gerade in dem Zusammenhang, dass sich die Administration, um Seriosität bemüht, natürlich zu keinerlei Indiskretionen hinreißen lassen will. Das aber erst jetzt, nachdem sich alle Beteiligten, ausser den Grundstückseignern selbst, schon zu sämtlichen Mutmaßungen gegenüber denselben haben herablassen können.
    Für ein rares und begehrtes Gut, einen diesem Umstand angemessenen Preis zu verlangen, ist ein Grundprinzip der Marktwirtschaft und nicht der Nachweis der Masslosigkeit seiner Besitzer.
    Schluss mit den Ränkespielen, Maulkorb für Alle, an den Verhandlungstisch gesetzt und nochmal bei Null ganz neu angefangen!

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