Lukas Ruf und Mai Saito . Foto: SFZ

ROTTWEIL/TUTTLINGEN – Beim 53. Bun­des­wett­be­werb von Jugend forscht in Darm­stadt wur­den Lukas Ruf (Alber­tus Magnus-Gym­na­si­um Rott­weil) und Mai Sai­to (Gym­na­si­um Tros­sin­gen) vom Schü­ler­for­schungs­zen­trum Tutt­lin­gen mit dem Edu­ard-Rhein-Jugend­preis für Rundfunk‑, Fern­seh- und Infor­ma­ti­ons­tech­nik aus­ge­zeich­net. Den Preis erhiel­ten sie wäh­rend der Abschluss­ver­an­stal­tung beim dies­jäh­ri­gen Jugend forscht-Part­ner­un­ter­neh­men Merck aus den Hän­den des geschäfts­füh­ren­den Vor­stan­des der Edu­ard-Rhein-Stif­tung Prof. Dr.-Ing. Hans-Joa­chim Gral­lert. Der Preis ist mit 1500 Euro dotiert.

Für den Bun­des­wett­be­werb hat­ten sich die Bei­den mit einem Lan­des­sieg im Fach­be­reich Mathe­ma­tik und Infor­ma­tik im März in Stutt­gart qua­li­fi­ziert. Zuvor hat­ten sie den Regio­nal­wett­be­werb in Tutt­lin­gen gewon­nen.

Neu­ar­ti­ge Ver­schlüs­se­lungs­tech­ni­ken schüt­zen inter­ne Daten

Die 17jährige Mai Sai­to und der 18jährige Lukas Ruf hat­ten in den ver­gan­ge­nen zwei Jah­ren am SFZ Tutt­lin­gen einen Mes­sen­ger­dienst pro­gram­miert, der mit einer neu­ar­ti­gen Ver­schlüs­se­lungs­me­tho­de arbei­tet. Denn wer bei der Arbeit sen­si­ble Infor­ma­tio­nen via Lap­top und Smart­pho­ne kom­mu­ni­ziert, möch­te kei­ne unge­be­te­nen Mit­hö­rer haben. Ihre App „Dont Spy“ berück­sich­tigt dabei unter ande­rem die Häu­fig­keit, mit der die ein­zel­nen Buch­sta­ben in der deut­schen Spra­che vor­kom­men.

Bei vie­len her­kömm­li­chen Sicher­heits­ein­rich­tun­gen kön­nen Hacker ver­schlüs­sel­te Bot­schaf­ten bis­her über die Anzahl der vor­kom­men­den Zei­chen kna­cken. Kei­ne der von ihnen ver­schlüs­sel­ten Nach­rich­ten wird im Klar­text gespei­chert und jede Nach­richt wird unmit­tel­bar nach Abruf vom Ser­ver gelöscht. Jede neue Kon­ver­sa­ti­on erhält einen eige­nen Schlüs­sel. Hacker sind bei „Dont Spy“ nahe­zu chan­cen­los, was einen Ein­satz bei inter­nen Fir­men­kom­mu­ni­ka­tio­nen sinn­voll machen könn­te.

Nächs­ter Schritt: CEBIT-Prä­sen­ta­ti­on

Auch wenn die Wett­be­werbs­sai­son für die Tutt­lin­ger Nach­wuchs-Infor­ma­ti­ker mit dem Jugend forscht-Bun­des­wett­be­werb jetzt zu Ende gegan­gen ist, berei­ten sich Mai Sai­to und Lukas Ruf bereits auf den nächs­ten wich­ti­gen Ter­min vor. Ab dem 11. Juni 2018 wer­den die Zwei ihr Pro­dukt als ein­zi­ges Schü­ler­team am Stand von Baden Würt­tem­berg Inter­na­tio­nal auf der CEBIT, der welt­weit größ­ten Mes­se für Infor­ma­ti­ons­tech­nik, in Han­no­ver vor­stel­len. „Für begeis­ter­te Infor­ma­ti­ker wie uns ist das die größ­te Wert­schät­zung über­haupt“, freut sich Lukas Ruf. „Dass wir unse­re App gemein­sam mit den neu­es­ten Infor­ma­ti­ons­tech­no­lo­gi­en der Welt prä­sen­tie­ren dür­fen, macht uns wirk­lich stolz und ist eine tol­le Beloh­nung für zwei Jah­re Pro­gram­mier­ar­beit. Wir freu­en uns jetzt auf span­nen­de Tage mit inter­es­san­ten Gesprä­chen.“

App als Open Source-Pro­dukt

Wäh­rend Mai Sai­to im kom­men­den Jahr die Schu­le been­den wird, muss­te sich Lukas Ruf in die­sem Früh­jahr der Dop­pel­be­las­tung aus Abitur­prü­fun­gen und Jugend forscht-Vor­be­rei­tun­gen stel­len. Auch wenn sei­ne Zeit als Schü­ler am Alber­tus Magnus-Gym­na­si­um in Rott­weil jetzt been­det ist, wird er dem Schü­ler­for­schungs­zen­trum Tutt­lin­gen treu blei­ben. Im Herbst pla­nen er und Mai Sai­to, die App als Open Source-Pro­dukt Inter­es­sier­ten zur Ver­fü­gung zu stel­len.