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Montag, 9. Dezember 2019
Start Rott­weil Kaf­fee und ein Mini­dra­ma zum 200. Geburts­tag von Karl Marx

Kaffee und ein Minidrama zum 200. Geburtstag von Karl Marx

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ROTTWEIL – Zum 200. Geburts­tag von Karl Marx am 5. Mai ver­an­stal­ten die LINKEN im Kreis Rott­weil an eben­die­sem Tag ab 14.30 Uhr einen Geburts­tags­kaf­fee mit Urauf­füh­rung des Dra­mo­letts ”Wie Herr Lenin Herrn Marx ein­mal kräf­tig in die Para­de fuhr. Und umge­kehrt” von Peter Bur­ri.

Ort des Gesche­hens ist die Rott­weil Bahn­hofs­wirt­schaft ‘Zum Haupt­bahn­hof’, an wel­cher Lenin im April 1917 tat­säch­lich vor­bei­ge­fah­ren ist. Im ver­plomb­ten Zug von Zürich über Rott­weil nach Petro­grad, wie St. Peters­burg von 1914 an für zehn Jah­re hieß, ehe es bis 1991 den Namen Lenin­grad trug. Karl Marx, gestor­ben 1883, ist natür­lich nie in Rott­weil gewe­sen und auch kaum ein­mal durch­ge­reist. Aber ange­sichts des guten Zwe­ckes der Geburts­tags­fei­er dürf­te das bei der zu beob­ach­ten­den Zunah­me von fake news in unse­rer Zeit kei­ne Rol­le spie­len.

Peter Bur­ri arbei­tet mit (Selbst-)Zitaten der bei­den Theo­re­ti­ker und Prak­ti­ker des­sen, was sich den Namen Kom­mu­nis­mus zuge­zo­gen hat. Wäh­rend die vir­tu­el­le Lok in Rott­weil Was­ser fas­sen muss, darf Lenin unter stren­ger Bewa­chung den Wag­gon ver­las­sen und so begeg­nen sich die his­to­ri­schen Figu­ren unhis­to­risch nahe dem Bahn­hofs­klo.

Die Rol­le des Geburts­tags­kin­des füllt Micha­el Otto, genannt Mucki, aus. Er ist bewähr­tes Mit­glied des Hin­ter­zim­mer­thea­ters Rot­t­­weil-Hau­­sen. Der Autor selbst spielt Lenin, wie er dies schon in der Ver­gan­gen­heit getan hat.

Zu die­sem Bei­trag aus Hau­sen wer­den sich Musik­stü­cke zum The­ma gesel­len, unter ande­rem mit Tex­ten aus Wer­ken des Jubi­lars, vor­ge­tra­gen von Bag­da­sar Kha­chi­kyan (Gesang) und Dorin Gra­ma (Akkor­de­on), bes­tens bekannt vom Zim­mer­thea­ter Rott­weil, eige­ne Tex­te und die Text­aus­wahl hat Inten­dant Peter Staats­mann bei­gesteu­ert.

Der Ein­tritt, eine Bahn­steig­kar­te, umfasst auch Kaf­fee und Kuchen oder Tee und Gebäck. Den Preis gestal­ten die Gäs­te selbst nach der For­de­rung von Marx „Jeder nach sei­nen Fähig­kei­ten,…“, Marx-Engels Wer­ke Band 19, Sei­te 21). Die Ver­tei­lung der Geburts­tags­köst­lich­kei­ten folgt dem zwei­ten Teil die­ser For­de­rung: „… jedem nach sei­nen Bedürf­nis­sen!“ 

Hier­zu trug in gewis­sem Sinn sogar der Kapi­ta­lis­mus der USA bei: von dort lie­fer­te über das inter­net eine klei­ne Fir­ma ein Teig-Aus­­s­te­cher­­le in Form von Ham­mer und Sichel. Lei­der konn­ten Dampf­lok und his­to­ri­scher Wag­gon mit her­un­ter­lass­ba­rem Fens­ter von den Eisen­bahn­freun­den Zol­lernalb nicht erlangt wer­den, und eine Schal­mei­en­ka­pel­le, lang­jäh­ri­ges Attri­but kom­mu­nis­ti­scher Auf­mär­sche, war bis­her zur Teil­nah­me nicht bereit. Die Ver­an­stal­ter suchen noch nach einem Bar­den, der Udo Lin­den­bergs unver­ges­se­nen ‘Son­der­zug nach Pan­kow’ mit ange­pass­tem Text dar­bie­tet! Publi­kum ist gern gese­hen, beson­ders in his­to­ri­scher Klei­dung (1818 oder 1917, etwa Zylin­der)

Nach dem etwa halb­stün­di­gen Mini­dra­ma (Dra­mo­lett) besteht Gele­gen­heit, sich in der Wirt­schaft aus­zu­tau­schen über ver­gan­ge­ne und viel­leicht auch zukünf­ti­ge Zei­ten.

 

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