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Rottweil
Samstag, 22. Februar 2020

„Keine Flasche durchs Schwarze Tor am Sonntag“

ROTTWEIL – Mit ein paar Gedanken und Hinweisen möchte sich die Narrenzunft Rottweil kurz vor Fasnetsbeginn an die engagierten Teilnehmer am Fasnets-Sonntagumzug wenden.

Zum Verständnis: Der Sonntagsumzug repräsentiert zum einen den fröhlichen Auftakt der Fasnet, der die Reichs- und Narrenstadt in gespannte Vorfreude für Fasnets-Montag und -Dienstag versetzen soll. Zum anderen richtet sich die Veranstaltung an die Jungnarren, die oft kein Narrenkleidle für den Montag und Dienstag haben. Um ihnen trotzdem die Möglichkeit des Stadt n´ab Juckens zu geben, organisiert die Narrenzunft diesen Umzug.

Die Zunft möchte in diesem Zusammenhang auf Folgendes hinweisen: Ausschank von Alkohol während des Sprunges: Braucht es aus Sicht der Narrenzunft nicht. Der Umzug soll einen familienorientierten Charakter haben. Wer sich vor Dehydrierung ängstigt (ob als Narr oder Zuschauer), der hat viele Möglichkeiten, um diese Angst vor und nach dem Umzug zu lindern. Während des Umzugs ist es nicht im Sinne der Jungnarren, Alkoholika auszuschenken.

„Scharfe Hüpfer“: Diese haben sich, nicht nur für die Leber, als gefährlich erwiesen. Durch die oft achtlos weggeworfenen Flaschen kam es in den letzten Jahren zu zahlreichen Unfällen. Vor allem ältere Zuschauer rutschten aus und verletzten sich. Deshalb die Bitte, die „Scharfen Hüpfer“ einfach zu Hause zu lassen. Ein Gutsle oder eine Schnapspraline kommt meist genauso gut bei den Zuschauern an.

Kinderrössle mit Holzlarven: Es ist eine Besonderheit der Rottweiler Fasnet, dass Holzlarven erst am Fasnets-Montag und –Dienstag getragen werden und danach auch gleich wieder im Narrenschrank verschwinden. Dadurch entsteht ein schöner Spannungsbogen für Narren und Zuschauer. In den letzten Jahren hat sich die Anzahl der getragenen Holzlarven am Fasnets-Sonntag vor allem bei den Kinderrössle drastisch erhöht. Die Narrenzunft wird deshalb vor dem Sprung die Namen und Adressen der Besitzer von Rössle mit Holzlarven erfassen, um nach der Fasnet nochmal den Dialog zu suchen. Wie die Eigentümer von Kinderrössle ohne Holzlarven erzählen, verschwinden immer mehr Pappmaché-Larven, weil eine Zwei-Klassen-Gesellschaft bei diesen Narrenfiguren am Entstehen ist.

Die Pappmaché-Larventräger kommen sich häufig „doof“ vor, haben keine Lust mehr und beenden ihre Rösslekarriere. Gerade aber diese oft mit viel Engagement und kindlicher Kreativität gefertigten „Zweibeiner“ bringen die Liebe der Jungnarren zu ihrer Fasnet zum Ausdruck und sind ein belebendes Element im Sprung.

Musik aus der Retorte: Die Zunft als Veranstalter begrüßt handgemachte Musik. Die passt meistens immer und führt nicht zu einer Beschallung weit über die Stadtgrenzen hinaus. Wer auf elektronisches Gerät nur unter größten Schmerzen verzichten kann, möge zum einen sicherstellen, dass er das Gerät ausmacht, wenn der Narrenmarsch ertönt, zum anderen eine Lautstärke wählen, die hörbar ist, aber jede Art von Unterhaltung noch zulässt.

Wenn alle Beteiligten sich zutrauen, den Kinderumzug so zu gestalten, dass alle daran Spaß haben, steht einem entspannten und humorvollen Start in die heiße Phase der Fasnet nichts mehr entgegen.

 

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