Knast-Hotel Rottweil: Die Reaktionen auf die Idee

Oberbürgermeister Ralf Broß begrüßt den Vorstoß

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Erfolg hat viele Väter. Gute Ideen haben das offenbar auch. Der Vorschlag, aus dem alten Rottweiler Gefängnis einmal ein Hotel zu machen – ein stimmungsvoll hergerichtetes wie das Vorbild in Offenburg -, kam in Rottweil sehr gut an. Und manch einer reklamiert ihn für sich. Auch Oberbürgermeister Ralf Broß begrüßt den Vorstoß. Er bremst allerdings Hoffnungen auf eine schnelle Umsetzung.

Mag sein, dass das in der einen oder anderen Kneipe schon mal geäußert worden ist: Wenn der neue Rottweiler Knast steht, dann könnte man aus dem alten doch ein Hotel machen? Einzelhändler Michael Grimm aber war nach Einschätzung vieler Beobachter des lokalen Geschehens – Mitarbeiter des NRWZ-Verlags, also – der allererste, der sich die Idee zueigen und an deren Umsetzung gemacht. Grimm fuhr nach Offenburg, traf sich mit dem Investor Dietmar Funk, der dort das "Hotel Liberty" aufgebaut hat – quasi eine Blaupause für das Rottweiler Gefängnis. 

Auf der NRWZ-Facebookseite – was heute ein Stimmungs-Gradmesser ist, TED- und Straßenumfragen macht fast keiner mehr – stößt Grimms Vorschlag auf ein nahezu ungeteiltes Echo. Die Idee sei (sehr) gut, mega, toll, Wahnsinn, heißt es dort. Manch einer erklärt sich selbst zu ihrem Urheber, nur wenige finden keinen Gefallen am Knast-Hotel. Einige nennen Beispiele für andere ehemalige Gefängnisse, die nun Gäste beherbergen – in Hillesheim und Helsinki, etwa.

Auch Oberbürgermeister Ralf Broß äußert sich, befragt von der NRWZ, gerne dazu: "Das ist eine gute Idee" schreibt er in einer ersten Stellungnahme, "in ähnliche Richtungen denken wir bei der Stadtverwaltung unter anderem auch", fügt er an. Vorgespräche mit dem Land, wie es mit dem alten Gefängnis nach Inbetriebnahme der neuen Justizvollzugsanstalt (JVA) weitergehen könnte, gebe es bereits.

Allerdings muss Broß die Erwartungen dämpfen. So bald kommt der Rottweiler Knast, das frühere "Café Lang", nicht auf Booking.com. So "ist nach dem derzeitigen Planungsstand bei der JVA nicht davon auszugehen, dass das Gebäude vor 2025 frei wird", erklärt der Oberbürgermeister. Laut Auslobungstext für den derzeit laufenden Architektenwettbewerb der neuen JVA sei eine Fertigstellung bis Sommer 2025 geplant.

„Neues Grün im Alten Gefängnis“ – ewin Ausschnitt aus der Rottweiler Bewerbung um die Landesgartenschau.

"Es ist also noch genug Zeit", so Broß. Im Übrigen habe die Stadtverwaltung im Rahmen der Bewerbung für die Landesgartenschau die bewusst sehr offen formulierte Vision „Neues Grün im Alten Gefängnis“ mit in das Veranstaltungsprogramm aufgenommen (siehe Bild oben). Denkbar wäre etwa, so Broß, die alte JVA temporär im Veranstaltungsjahr zu begrünen und für eine Blumenschau mit Gastronomie zu nutzen oder sogar dauerhaft in ein Hotel mit Nachhaltigkeitsfaktor am grünen Stadtrand umzubauen.

Die Landesgartenschau-Bewerbung widmet dem alten Knast eine Seite.

"Weitere Ideen werden bis 2025 sicherlich noch dazu kommen", sagt Broß für den Moment abschließend und die Zukunft offen lassend.

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