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Samstag, 19. September 2020

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Kommunalwahlkampf: Grüne Liste mit Frauenüberschuss

ROTTWEIL – Die erste Sitzung im neuen Jahr von grünem Ortsvorstand gemeinsam mit Gemeinderäten und Gästen war ein lockeres Warmlaufen für den Kommunalwahlkampf. Mit Glücksgefühlen. Vor allem als die Anwesenden den aktuellen Stand der Liste der Kandidatinnen und Kandidaten durchgingen. Erleichtert stellten sie fest: Vieles spricht dafür, dass die Ortsgrünen am 12. März in ihrer Nominierungsversammlung eine attraktive, volle Liste präsentieren.

Die Ökopartei möchte den Frauenanteil in politischen Gremien vergrößern. Deshalb gibt sie sich die Regel, auf ihren Wahllisten Frauen und Männer schön im Wechsel zu platzieren. „Es ist echt ein Hammer“, stellte Frank Sucker ironisch fest, „wir scheitern krachend an dieser Quote. Enormer Frauenüberschuss!“ Und von wegen „Quotenfrauen“: Viele drängen tatendurstig auf die vorderen Plätze. Maria Sinner konnte ihre Begeisterung kaum zügeln und meinte: „Das ist ein wunderbares Signal gerade in diesem Jahr, in dem wir das hundertjährige Frauenwahlrecht feiern.“ Dazu würde passen, wenn diesmal der klägliche Frauenanteil von 15 Prozent im Rottweiler Gemeinderat geknackt wird.

Auch andere Aspekte ließen aufhorchen: die Altersmischung und die berufliche Vielfalt. Kein Zweifel mehr, auch in Rottweil sind die Grünen mitten in der Stadtgesellschaft angekommen, schreiben die Grünen in ihrer Pressemitteilung. Vorbei die Zeiten, in denen man noch spöttelte, sie seien eine Generationen- oder Szenenpartei. Vertreten auf der Liste sind Handwerk, der Kreativbereich, sozial und pädagogisch Tätige. Und die Bandbreite reicht von vielen Selbstständigen bis zum Gewerkschafter. Gefragt nach ihren Motiven, meinten etliche, sie können sich derzeit eine Kandidatur nur bei den Grünen vorstellen, weil diese politisch den weltoffenen, freiheitlichen Gegenpol zu nationalistischen und autoritären Strömungen markieren.

Punktgenau zu dieser Sitzung ging der Menüpunkt „Gemeinderatswahl 2019“ auf der Homepage des Ortsverbands online. Die Ortsgrünen wagen diesmal neue Wege. Dialogbereite. Sie verzetteln sich nicht in Einzelforderungen, sondern konzentrieren sich auf sieben Werte und Themen. Hubert Nowack gefiel auf der Webseite der siebenfarbige Regenbogen, der Rottweil überwölbt und so ein buntes Rottweil symbolisiert.

Weiteres Thema war die Frage: Bürgerbeteiligung per App? Frank Sucker legte dazu einen Antragsentwurf vor. Ingeborg Gekle-Maier erinnerte, dass der Gemeinderat sich schon einmal mit digitalen Beteiligungsmöglichkeiten befasst hatte. Doch Kosten und Aufwand schienen damals zu hoch. „Eine App könnte geeigneter sein“, meinte sie. Der Antrag verlangt daher, dass eine Softwarefirma im Gemeinderat ihre erfolgreiche „Bürger App“ präsentiert. Dort lassen sich dann Fragen klären nach Bedienbarkeit, Datenschutz, Kosten oder Tauglichkeit für eine Stadt der Größe Rottweils. Und nicht zuletzt wären klare Antworten darauf erhellend: „Vermag solch eine Bürger App das Interesse Jugendlicher an der Stadtentwicklung fördern?“

Weitere Informationen: Sieben Leitlinien der Ortsgrünen: http://www.gruene-rottweil-zimmern.de/gemeinderatswahl-2019/
Bürger App: http://die-buerger-app.de

 

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