Ein Regenbogen über Rottweil ziert die Webseite der Ortsgrünen. Foto: pm

ROTTWEIL – Die ers­te Sit­zung im neu­en Jahr von grü­nem Orts­vor­stand gemein­sam mit Gemein­de­rä­ten und Gäs­ten war ein locke­res Warm­lau­fen für den Kom­mu­nal­wahl­kampf. Mit Glücks­ge­füh­len. Vor allem als die Anwe­sen­den den aktu­el­len Stand der Lis­te der Kan­di­da­tin­nen und Kan­di­da­ten durch­gin­gen. Erleich­tert stell­ten sie fest: Vie­les spricht dafür, dass die Orts­grü­nen am 12. März in ihrer Nomi­nie­rungs­ver­samm­lung eine attrak­ti­ve, vol­le Lis­te prä­sen­tie­ren.

Die Öko­par­tei möch­te den Frau­en­an­teil in poli­ti­schen Gre­mi­en ver­grö­ßern. Des­halb gibt sie sich die Regel, auf ihren Wahl­lis­ten Frau­en und Män­ner schön im Wech­sel zu plat­zie­ren. „Es ist echt ein Ham­mer“, stell­te Frank Sucker iro­nisch fest, „wir schei­tern kra­chend an die­ser Quo­te. Enor­mer Frau­en­über­schuss!“ Und von wegen „Quo­ten­frau­en“: Vie­le drän­gen taten­durs­tig auf die vor­de­ren Plät­ze. Maria Sin­ner konn­te ihre Begeis­te­rung kaum zügeln und mein­te: „Das ist ein wun­der­ba­res Signal gera­de in die­sem Jahr, in dem wir das hun­dert­jäh­ri­ge Frau­en­wahl­recht fei­ern.“ Dazu wür­de pas­sen, wenn dies­mal der kläg­li­che Frau­en­an­teil von 15 Pro­zent im Rott­wei­ler Gemein­de­rat geknackt wird.

Auch ande­re Aspek­te lie­ßen auf­hor­chen: die Alters­mi­schung und die beruf­li­che Viel­falt. Kein Zwei­fel mehr, auch in Rott­weil sind die Grü­nen mit­ten in der Stadt­ge­sell­schaft ange­kom­men, schrei­ben die Grü­nen in ihrer Pres­se­mit­tei­lung. Vor­bei die Zei­ten, in denen man noch spöt­tel­te, sie sei­en eine Genera­tio­nen- oder Sze­nen­par­tei. Ver­tre­ten auf der Lis­te sind Hand­werk, der Krea­tiv­be­reich, sozi­al und päd­ago­gisch Täti­ge. Und die Band­brei­te reicht von vie­len Selbst­stän­di­gen bis zum Gewerk­schaf­ter. Gefragt nach ihren Moti­ven, mein­ten etli­che, sie kön­nen sich der­zeit eine Kan­di­da­tur nur bei den Grü­nen vor­stel­len, weil die­se poli­tisch den welt­of­fe­nen, frei­heit­li­chen Gegen­pol zu natio­na­lis­ti­schen und auto­ri­tä­ren Strö­mun­gen mar­kie­ren.

Punkt­ge­nau zu die­ser Sit­zung ging der Menü­punkt „Gemein­de­rats­wahl 2019“ auf der Home­page des Orts­ver­bands online. Die Orts­grü­nen wagen dies­mal neue Wege. Dia­log­be­rei­te. Sie ver­zet­teln sich nicht in Ein­zel­for­de­run­gen, son­dern kon­zen­trie­ren sich auf sie­ben Wer­te und The­men. Hubert Nowack gefiel auf der Web­sei­te der sie­ben­far­bi­ge Regen­bo­gen, der Rott­weil über­wölbt und so ein bun­tes Rott­weil sym­bo­li­siert.

Wei­te­res The­ma war die Fra­ge: Bür­ger­be­tei­li­gung per App? Frank Sucker leg­te dazu einen Antrags­ent­wurf vor. Inge­borg Gek­le-Mai­er erin­ner­te, dass der Gemein­de­rat sich schon ein­mal mit digi­ta­len Betei­li­gungs­mög­lich­kei­ten befasst hat­te. Doch Kos­ten und Auf­wand schie­nen damals zu hoch. „Eine App könn­te geeig­ne­ter sein“, mein­te sie. Der Antrag ver­langt daher, dass eine Soft­ware­fir­ma im Gemein­de­rat ihre erfolg­rei­che „Bür­ger App“ prä­sen­tiert. Dort las­sen sich dann Fra­gen klä­ren nach Bedien­bar­keit, Daten­schutz, Kos­ten oder Taug­lich­keit für eine Stadt der Grö­ße Rott­weils. Und nicht zuletzt wären kla­re Ant­wor­ten dar­auf erhel­lend: „Ver­mag solch eine Bür­ger App das Inter­es­se Jugend­li­cher an der Stadt­ent­wick­lung för­dern?“

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen: Sie­ben Leit­li­ni­en der Orts­grü­nen: http://www.gruene-rottweil-zimmern.de/gemeinderatswahl-2019/
Bür­ger App: http://die-buerger-app.de

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