Kommunity“ meets Gemeinderat

Die Sprecher des Rottweiler Kinder- und Jugendhearings tauschen sich im Ratssaal des Alten Rathauses mit den Jugendbeauftragten des Gemeinderats aus. Foto: pm

ROTTWEIL – Die Spre­che­rin­nen und Spre­cher des Kin­der- und Jugend­hea­rings und die Jugend­be­auf­trag­ten des Gemein­de­ra­tes haben sich zum Aus­tausch im his­to­ri­schen Rats­saal des Alten Rat­hau­ses getrof­fen. Ein­ge­la­den hat­te das Kin­der- und Jugend­re­fe­rat (KiJu), das die Arbeits­ge­mein­schaf­ten koor­di­niert.

Bei der zwei­ten Aus­tauschrun­de die­ser Art tra­fen die Jugend­li­chen auf die Jugend­be­auf­trag­ten des Rott­wei­ler Gemein­de­ra­tes, Moni­ka Hug­ger (CDU), Elke Rei­chen­bach (FFR), Wolf­gang Dre­her (FWV), Arved Sass­nick (SPD), und Jochen Bau­mann (Grüne).KiJu-Leiter Her­bert Stemm­ler erläu­ter­te ein­gangs den gesam­ten Ver­lauf der Kin­der- und Jugend­be­tei­li­gung in Rott­weil. Unter dem Namen „Kom­mu­ni­ty“ erar­bei­ten ver­schie­de­ne Arbeits­grup­pen seit dem ers­ten Rott­wei­ler Kin­der- und Jugend­hea­ring im Okto­ber 2017 ver­schie­de­ne Kon­zep­te, um die Lebens­qua­li­tät für jun­ge Leu­te in der Stadt zu ver­bes­sern. Ins­ge­samt haben fünf Arbeits­ge­mein­schaf­ten The­men aus dem Kin­der- und Jugend­hea­ring wei­ter bear­bei­tet. Die Spre­cher der ver­schie­de­nen Arbeits­grup­pen prä­sen­tier­ten den Stadt­rä­ten Zwi­schen­stän­de und Ergeb­nis­se:

Nico­le Gelerot und Rafail Ioan­nou von der AG „Frei­zeit und Ein­kauf“ mach­ten den Anfang. Ihre Grup­pe hat sich für die Umset­zung eines Schü­ler­ca­fés in Rott­weil aus­ge­spro­chen. Der Bedarf sei da, sie wol­len einen Raum für Haus­auf­ga­ben, in dem es ruhi­ger ist und in dem auch gelernt wer­den kann. Ein wei­te­rer Raum soll­te den Cha­rak­ter eines Jugend­ca­fés haben. Das Schü­ler­ca­fé soll selbst­ver­wal­tet wer­den und die Lage auch mög­lichst zen­tral sein. Essen und Geträn­ke dür­fen mit­ge­bracht wer­den. Wei­te­re Regeln und der­glei­chen sol­len von den Jugend­li­chen selbst erar­bei­tet und fest­ge­legt wer­den. Eini­ge Punk­te, wie Fra­gen der Auf­sichts­pflicht, Haus­ord­nung, Finan­zie­rung und wei­te­re Mit­strei­ter sind noch offen.

Jen­ni­fer-Sophie Hae­ge­barth und Alex­an­dra Fuchs, die Spre­che­rin­nen der AG „Rock am Turm“ stel­len ihre Über­le­gun­gen und Pla­nun­gen zu einer Live-Musik­ver­an­stal­tung für Jugend­li­che ab 14 Jah­re vor. Sie kön­nen sich als Ver­an­stal­tungs­ge­län­de das Gelän­de zwi­schen Frei­bad und Jugendverkehrsschule/Rugbyplatz vor­stel­len. In der wei­te­ren Dis­kus­si­on wur­de aber auch in Erwä­gung gezo­gen, ein ein­tä­gi­ges Event bei­spiels­wei­se in der Stall­hal­le durch­zu­füh­ren und erst ein­mal in einem über­schau­ba­re­ren Rah­men den Anfang zu machen. Die Grup­pe hat sich auch mit dem Orga­ni­sa­tor des Rott­wei­ler Jazz­fes­tes, Claus Gams, bespro­chen und die­ser hat­te aus sei­nen Erfah­run­gen als Orga­ni­sa­tor berich­tet. Begrüßt wur­de die Idee in der Run­de auch des­we­gen, weil für unter 18-Jäh­ri­ge spe­zi­ell weni­ge Live-Musik­ver­an­stal­tun­gen in der Regi­on gebo­ten sei­en.

Leni Schön­wald und Robin Jentsch berich­te­ten von der AG „Lan­des­gar­ten­schau“. Die AG betei­lig­te sich auch aktiv im Vor­feld der Bewer­bung der Stadt­ver­wal­tung und war bei der Prä­sen­ta­ti­on der Bewer­bung der Stadt zur LGS im neu­en Rat­haus dabei. Ins­ge­samt ist das Are­al am Neckar unter­halb des Via­dukts für die Jugend sehr inter­es­sant. Hier­auf bezie­hen sich auch die meis­ten Ver­än­de­rungs- und Gestal­tungs­vor­schlä­ge: Etwa eine Roll­schuh­bahn, die im Win­ter auch als Schlitt­schuh­flä­che umge­wan­delt wer­den könn­te oder eine Rutsch­seil­bahn über den Neckar. Auch eine Bade­mög­lich­keit wür­den sich die Jugend­li­chen wün­schen.

Ida Jauch und Joa­chim Surm berich­te­ten von der AG „Bil­dung und Schu­le“. Die­se AG hat sich vor­ge­nom­men, zur Ver­bes­se­rung des Schul­le­bens im Bereich Real­schu­le/D­ros­te-Hüls­hof-Gym­na­si­um und Alber­tus-Magnus-Gym­na­si­um bei­zu­tra­gen. Pau­sen­hö­fe sol­len inter­es­san­ter wer­den, ihr Mot­to ist: „Pau­se soll Spaß machen“. Auf den gemein­sa­men Pau­sen­hofarea­len soll­te es mehr gemein­sa­me Regeln geben. Die Grup­pe hat Kon­tak­te zur SMV und zu den Schul­lei­tun­gen auf­ge­nom­men. Vor­erst sol­len die Schü­ler­schaft der Real­schu­le über eine Wün­sche­box im Ein­gangs­be­reich der Schu­le ihre Ide­en und Anlie­gen an die AG her­an­tra­gen kön­nen. Auch die Zusam­men­ar­beit mit den Ver­tre­tern der Schü­ler­mit­ver­wal­tung (SMV) wird in der Zukunft noch inten­si­viert.

Julia Her­mann und Aye­sha-Hira Rashid berich­te­ten abschlie­ßend aus ihrer Grup­pe „Wahl­al­tersen­kung, Poli­tik und Betei­li­gung“. Sie woll­ten ursprüng­lich eine App für Jugend­li­che mit aller­lei Info aus dem Jugend­kul­tur­be­reich in Rott­weil auf­bau­en. Das stell­te sich schnell als zu teu­er her­aus. Sie kön­nen sich jetzt eine Insta­gram-Sei­te vor­stel­len, auf der meh­re­re Akti­ve aktu­el­le Infor­ma­tio­nen aus Rott­weil pos­ten. Das The­ma „Jugend­be­tei­li­gung“ könn­te auch im Rah­men einer Schul­ver­samm­lung ange­spro­chen wer­den. Sie wol­len außer­dem einen Brief an Abge­ord­ne­te schrei­ben, um ihr Anlie­gen – die Sen­kung des Wahl­al­ters auf Bun­des­ebe­ne – zu unter­strei­chen.

Alle anwe­sen­den Jugend­be­auf­trag­ten des Gemein­de­ra­tes lob­ten das Enga­ge­ment der Jugend­li­chen. Eini­ge Ide­en sei­en so weit ent­wi­ckelt, dass sie bald auch dem Gemein­de­rat vor­ge­stellt wer­den könn­ten, und ers­te Umset­zun­gen denk­bar wären.

INFO: Das nächs­te Kin­der- und Jugend­hea­ring ist am Don­ners­tag, 11. Okto­ber. Am 26. Mai 2019 ist Kom­mu­nal­wahl in Rott­weil, bei der auch Jugend­li­che ab 16 wäh­len dür­fen.