Landesgartenschau: Rottweil will das große Rad drehen

Schramberg und Tuttlingen als Konkurrenz

Vorher-nachher auf einen Blick. Das soll die Landesgartenschau aus dem Rottweiler Neckartal machen. Quelle: Stadt Rottweil

Die Aus­sicht auf die Lan­des­gar­ten­schau 2026 lässt in Rott­weil Phan­ta­si­en auf­blü­hen, Hoff­nun­gen knos­pen und Bäu­me in den Him­mel wach­sen. Das mach­te die Dis­kus­si­on im Bau­aus­schuss des Gemein­de­rats deut­lich. Doch davor steht zunächst har­te Arbeit.

Johann Sen­ner, Chef des Pla­nungs­bü­ros Plan­statt aus Über­lin­gen, stell­te die Mach­bar­keits­stu­die vor, die auf ein­hel­li­ge Begeis­te­rung stieß. Das Werk soll bis zum 22. Dezem­ber fer­tig sein, um die Bewer­bungs­frist am Jah­res­en­de nicht zu ver­säu­men.

Im Früh­jahr wird dann die Jury nach Rott­weil kom­men, um sich selbst ein Bild über Chan­cen und Risi­ken zu ver­schaf­fen. In der zwei­ten Jah­res­hälf­te fällt die Ent­schei­dung, wel­che Stadt den Zuschlag erhält.

Als Kos­ten sind 20 Mil­lio­nen Euro ein­ge­plant. Und die sind nach Anga­ben von Fach­be­reichs­lei­ter  Her­bert Wal­ter auch finan­zier­bar.

Eine wei­te­re posi­ti­ve Nach­richt über­brach­te Johann Sen­ner: Die Chan­cen, dass Rott­weil den Zuschlag erhal­te, sei­en „sehr gut“, die Stadt habe „ein Rie­sen­po­ten­ti­al“, erklär­te er. Der Exper­te aus Über­lin­gen müss­te es eigent­lich genau wis­sen. Er kann auf lang­jäh­ri­ge Erfah­rung in die­sem Bereich ver­wei­sen. Oh – und er berät zugleich Tutt­lin­gen, die Stadt will eben­falls eine Lan­des­gar­ten­schau.

Ober­bür­ger­meis­ter Broß ist wie ange­fixt von der Idee Lan­des­gar­ten­schau in Rott­weil und dreh­te das ganz gro­ße Rad. „Wir haben cra­zy Ide­en”, sag­te er und kün­dig­te Bei­spie­le an. Rott­weil sei in der Ver­gan­gen­heit in einen Dorn­rös­chen­schlaf ver­sun­ken und habe Nah­erho­lungs­ge­bie­te wie den Stadt­gra­ben zuwu­chern las­sen. Die Lan­des­gar­ten­schau kön­ne einen „grü­nen Gür­tel um die Stadt legen“. Dabei wer­de „die Stadt näher an den Neckar und der Neckar nähe an die Stadt gerückt“.

Denk­bar wäre zudem, sag­te Broß, mit der Auf­zugs­tech­nik „Mul­ti“ des Thys­sen-Krupp-Kon­zerns eine Ver­bin­dung zwi­schen Bahn­hof, Innen­stadt und Test­turm zu schaf­fen. Man sei auch bereits in Kon­takt mit wis­sen­schaft­li­chen Insti­tu­ten und hei­mi­schen Start-up-Unter­neh­men. „Wir sehen uns als Mobi­li­täts­la­bor“, kon­sta­tier­te Broß ohne fal­sche Beschei­den­heit. Das Inter­es­se der Bür­ger sei enorm, bereits jetzt gebe es „vie­le tol­le Ide­en“.

Rück­bau eines Glei­ses, dafür ein Halt „Rott­weil Mit­te”, ein Auf­zug zur his­to­ri­schen Innen­stadt, der am Kame­ra­l­amts­gar­ten ankä­me. Und ein Neckar­strand. Das sind die Visio­nen der Lan­des­gar­ten­schau­pla­ner für Rott­weil. Quel­le: Stadt Rott­weil

So viel Begeis­te­rung war sel­ten. Da konn­te auch ein ansons­ten betont nüch­ter­ner Her­mann Breu­cha (FWV) nicht mehr an sich hal­ten und dich­te­te einen Zwei­zei­ler: „Es wird so grün, wenn Rott­weils Ide­en blühn.“ Jür­gen Mehl (SPD) leg­te ein bemer­kens­wer­tes Bekennt­nis ab: „Wir sind alle grün.“ Inge­borg Gek­le-Mai­er von den Grü­nen erklär­te: „Das sind sehr rea­le Visio­nen.“ Gün­ter Pos­selt (CDU) stell­te fest: „Wir boh­ren dicke Bret­ter mit dün­nen Boh­rern.“ Doch OB Broß ent­geg­ne­te: „Wir hal­ten Hebel und Boh­rer bereit.“

Schramberg und Tuttlingen als Konkurrenz

Die viel­leicht stärks­te Kon­kur­renz für Rott­weil kommt aus der Regi­on: Unte­re ande­rem wol­len sich auch Schram­berg und Tutt­lin­gen für die Lan­des­gar­ten­schau­en 2026, 2028 und 2030 bewer­ben. Eine Abspra­che zwi­schen den drei Städ­ten gab es nicht, und das Büro Sen­ner ent­wi­ckelt auch die Mach­bar­keits­stu­die für Tutt­lin­gen. Die­ser Aspekt kam im Rott­wei­ler Gemein­de­rat nicht zur Spra­che. Er ist aber all­seits bekannt.

Wie auch immer, Karl-Heinz Weiss (FWV) zeig­te sich sehr zuver­sicht­lich: „Ich bin sicher, dass wir den Wett­be­werb gewin­nen.“