Bilderbuchwetter herrschte beim diesjährigen Jugendzeltlager des TSV Göllsdorf mit 69 Kindern. Foto: pm

ROTTWEI-GÖLLSDORF – Das inzwi­schen 44. Jugend­zelt­la­ger des TSV Gölls­dorf fand in die­sem Jahr unge­wohn­ter Wei­se wie­der in Jech­t­in­gen am Kai­ser­stuhl statt, wo man bereits letz­tes Jahr war, nach­dem der Platz in Offen­burg nicht zur Ver­fü­gung stand. Wie aus den ver­gan­ge­nen Jah­ren gewohnt, hat­te beim Ein­tref­fen der Kin­der mit dem voll­be­setz­ten Dop­pel­stock­bus das Vor­kom­man­do das Lager mit ins­ge­samt 20 Zel­ten bereits auf­ge­baut.

Nach der Ankunft und der immer etwas schwie­ri­gen Gepäck­ver­tei­lung sowie der Grup­pen­ver­tei­lung auf die ein­zel­nen Zel­te wur­den die Lie­gen auf­ge­stellt und die Schlaf­sä­cke aus­ge­brei­tet.

Sich ein­zu­ge­wöh­nen, den Platz und die Umge­bung zu erkun­den sowie sich in der Grup­pe näher ken­nen zu ler­nen, dazu dien­te wie immer der ers­te Tag. Nicht feh­len durf­te jedoch, für die Lager­fah­ne einen geeig­ne­ten Fah­nen­mast aus dem Wald zu holen, was für die größ­te Kna­ben­grup­pe aber kein Pro­blem war. Zudem waren rund 15 Ton­nen Sand zu bewe­gen und dar­aus das Beach­vol­ley­ball­feld zu gestal­ten. Am Abend gab es dann noch ein klei­nes Spiel, bei dem man sich etwas näher kom­men und Kon­takt mit allen Kin­dern knüp­fen konn­te. Anschlie­ßend wur­de der Zelt­la­ger­film des Vor­jah­res auf einer Groß­lein­wand gezeigt. Was dabei nicht feh­len durf­te, war natür­lich ein Wasch­zu­ber voll Pop­corn, das vom Küchen­team kurz­fris­tig in einem Topf selbst gemacht wor­den ist.

Der Sonn­tag wur­de schon dazu genutzt, die ers­ten Vor­be­rei­tun­gen für den Mot­to­tag am Don­ners­tag zu tref­fen. Die­ser lau­te­te „ Las Vegas mit sei­nen Spiel­ca­si­nos“. Jede Grup­pe hat­te die Auf­ga­be, ein Spiel zu bas­teln, Kos­tü­me zu fer­ti­gen und das Vor­zelt zu schmü­cken, um ein Las Vegas-Fee­ling zu erzeu­gen. Die gro­ßen Jungs hat­ten zudem von ihrem Betreu­er Hel­ge die Auf­ga­be gestellt bekom­men, aus Holz ein Ruder­boot zu bas­teln, mit dem dann auch die gan­ze Grup­pe auf dem nahe­lie­gen­den Fluss pad­deln konn­te.

Sport­lich ging es los mit einem Biath­lon für alle Grup­pen, wobei die Grup­pen unter sich den Sie­ger ermit­tel­ten. Drei mal war eine Lauf­stre­cke über die Brei­te des Sport­plat­zes von zwei Run­den zurück­zu­le­gen. Dazwi­schen muss­te man mit einer Arm­brust auf eine Ziel­schei­be schie­ßen sowie beim Büch­sen­wer­fen mög­lichst vie­le Büch­sen tref­fen. Dabei gab es für jede getrof­fen Büch­se Zeit­gut­schrif­ten bzw. bei kei­nem Tref­fer wur­den Straf­zei­ten hin­zu­ge­rech­net. Für nicht weni­ge war es eine sport­li­che Her­aus­for­de­rung, die jedoch letzt­lich alle Kin­der bewäl­tig­ten.

Ein Spie­le­abend, bei dem die Kin­der unter ande­rem rohe Eier mit der Stirn auf dem Boden über eine kur­ze Stre­cke bewe­gen oder Würst­chen mit Ket­schup an einer Schnur auf­es­sen sowie Yoghurt vom Bauch eines Kame­ra­den abschle­cken muss­ten, run­de­te bei bes­ter Stim­mung den Sonn­tag ab. Bei stets rund 30 Grad war es täg­lich an der Tages­ord­nung, sich im Fluss neben dem Zelt­platz immer wie­der abzu­küh­len.

Der Mor­gen danach wur­de wie­der zum Bas­teln genutzt. Mit den Fahr­rä­dern ging es dann am Mon­tag­nach­mit­tag an den Bade­see ins acht Kilo­me­ter ent­fern­te Wyhl, wo die Kin­der rich­tig schwim­men und aus­to­ben konn­ten. Als wie­der alle Kin­der im Lager waren, stell­te sich her­aus, dass das Boot der Jungs schon voll­stän­dig fer­tig­ge­stellt war. Unter den Augen aller Teil­neh­mer muss­te das Boot natür­lich vor dem ers­ten Sta­pel­lauf noch getauft wer­den. Dies geschah, mit Pfar­rer „Lucas Munz, und den Mess­die­nern Jan­nis Schap­lew­ski und David Munz sowie einem Chor mit einer fei­er­li­chen Zere­mo­nie. Nach der Tau­fe auf den Namen „Juler“ und dem erfolg­rei­chen Sta­pel­lauf bewähr­te sich das Boot auch auf dem Was­ser, ken­ter­te aller­dings, nach­dem die doch etwas gewich­ti­ge­ren Betreu­er zu viel Gewicht an Bord brach­ten.

Bei der abend­li­chen Bad-Tas­te-Dis­co herrsch­te von Anbe­ginn ein reges Tan­zen und Hüp­fen, wobei die Stim­mung über­koch­te, als mit der Schaum­ka­no­ne die Tanz­flä­che über­deckt wur­de. Tags dar­auf stand am Nach­mit­tag ein Mono­po­ly­spiel auf dem Sport­platz auf dem Pro­gramm, bei dem die Kin­der sehr viel Spaß hat­ten. Dem übli­chen Spiel nach­ge­ahmt, wur­den gro­ße Stra­ßen, wie z.B. eine Wasch­stra­ße, ein Elek­tri­zi­täts­werk und ein Gefäng­nis etc. abge­steckt, auf denen sich die Kin­der ent­spre­chend der gewür­fel­ten Zahl in der Grup­pe fort­be­we­gen muss­ten. Auf einer Stra­ße gab es Dickmann‚s, auf der Wasch­stra­ße beka­men die Kin­der die Köp­fe gewa­schen und auf dem Elek­tri­zi­täts­werk wur­de der Kopf mit einer Klo­bürs­te mas­siert.

Dem Abend­pro­gramm war danach das Spiel „Extre­me Activi­ty“ gewid­met. Dabei war ange­sagt, unter erschwer­ten Bedin­gun­gen wie Seil­hüp­fen oder einen Tisch­ten­nis­ball mit dem Schlä­ger in der Luft zu hal­ten, vor­ge­ge­be­ne Begrif­fe so vor­zu­brin­gen, dass die­se von der Grup­pe erra­ten wer­den konn­ten, was nicht immer leicht war und auch nicht immer klapp­te, obwohl die Kin­der sehr geschickt waren.

Schnell war es Mitt­woch und der Mot­to­tag rück­te näher. Inzwi­schen hat­ten trotz des umfang­rei­chen Pro­gramms fast alle Grup­pen ihr Spiel gebas­telt und sich ent­spre­chen­de Klei­dung besorgt sowie die Vor­be­rei­tun­gen für die Deko­ra­ti­on des Spiel­sa­loons vor dem jewei­li­gen Zelt getrof­fen. Die Nacht­wan­de­rung führ­te die gesam­ten Teil­neh­mer auf den Haber­berg, von wo aus man auch den Sil­ver Star des Euro­pa Parks sehen konn­te. Dort ange­kom­men gab es dann Grill­würs­te und Mer­gez sowie etwas zu trin­ken, um sich für den Rück­weg zu stär­ken. Obwohl vie­le der Kin­der müde im Lager anka­men, war wie jeden Abend noch ein kur­zer Abschluss am Lager­feu­er ange­sagt.

Am Don­ners­tag wur­de noch­mals schwer gewer­kelt, bevor am Nach­mit­tag das „Casi­no von Las Vegas“ sei­ne Pfor­ten öff­ne­te und es los­ge­hen konn­te. Jedes Kind hat­te sich für die­ses Event dem Anlass ent­spre­chend ein­ge­klei­det und zum Spie­len fünf Chips erhal­ten, wel­che es an den ver­schie­de­nen Spiel­sta­tio­nen ein­set­zen konn­te. Hat­te jemand alles ver­spielt, konn­te es wei­te­re Chips bei der Lager­zen­tral­bank nur gegen zehn Lie­ge­stüt­zen oder eine Run­de ren­nen bekom­men. Beim Ent­chen angeln, dem Rou­let­te, dem Kar­ten­spiel „Lucky Lachs“, beim Rie­sen­mi­ka­do, am Glücks­rad, an der Kor­ken­pis­to­len-Schieß­bu­de und beim Pfer­de­ren­nen mit Kar­ten konn­te jedes Kind mehr­mals sein Glück ver­su­chen.

Meh­re­re Wahr­sa­ge­rin­nen sag­ten den Kin­dern ihre Zukunft vor­aus. Wer wünscht sich nicht eine Traum­hoch­zeit in Las Vegas. Die­sen Wunsch erfüll­te die Betreue­rin Lena Rieb­le als Stan­des­be­am­tin allen die hei­ra­ten woll­ten und das war eine gan­ze Men­ge Kin­der. Es bil­de­te sich dabei so man­ches unver­hoff­te Pär­chen. Unum­wun­den ein abso­lu­ter Höhe­punkt. Die Kin­der waren mit solch einer Begeis­te­rung dabei, dass vie­le nicht auf­hö­ren woll­ten. Dies auch des­halb, weil die gewon­nen Chips gegen Gölls­dor­fer Taler ein­ge­tauscht wer­den konn­ten und mit die­sen wie­der­um Frucht­cock­tails, Chips, Lut­scher und ver­schie­de­ne klei­ne Geschen­ke zu erwer­ben waren. Der Abend klang dann mit dem Auf­tritt des Lager­ge­richts aus.

Der letz­te Tag stand unter dem Mot­to Auf­räu­men und Sport. So kamen ver­schie­den Spie­le wie Hand­ball, Fuß­ball und Beach­vol­ley­ball in bunt gemisch­ten Mann­schaf­ten zur Aus­tra­gung. Zwi­schen den vie­len Aktio­nen blieb über die gan­ze Woche trotz­dem noch Zeit, sich auf dem Tram­po­lin, beim Tisch­ten­nis­spie­len sowie beim Beach­vol­ley­ball und dem Kajak­fah­ren aus­zu­to­ben. Eben­so wur­de noch Holz­flie­gen, ein Kar­ten­spiel, Arm­bän­der und Traum­fän­ger gebas­telt.

Was wäre ein Zelt­la­ger des TSV ohne die bekannt her­vor­ra­gen­de Küche. Wie gewohnt, wur­den die Kin­der mit Bur­ger, Cevap­ci­ci, Chi­cken Nug­gets und Schasch­lik sowie wei­te­ren guten Spei­sen nur so ver­wöhnt. Der Frei­tag klang dann mit einem Nacht­ge­län­de­spiel aus.

Nach dem rei­bungs­lo­sen Abbau am Abrei­se­tag kamen die Kin­der nach einer herr­li­chen und von der Son­ne ver­wöhn­ten Woche, ohne dass es ein­mal reg­ne­te, wohl­be­hal­ten in Gölls­dorf an. Neben allen Betei­lig­ten die für das Zelt­la­ger im Ein­satz waren, gilt der Dank auch den ver­schie­de­nen Eltern, die durch zusätz­li­che klei­ne­re Spen­den zum Gelin­gen und zur Finan­zie­rung des Zelt­la­gers bei­getra­gen haben.