Lokales Bündnis treibt Projekte voran

Das Bündnis für Flüchtlingshilfe und Integration arbeitet in Arbeitsgruppen an verschiedenen Themenfeldern wie interkulturelle Begegnungen, Wohnraum, Sprache und Ausbildung weiter. Foto: Stadt Rottweil

ROTTWEIL – In der zehn­ten Sit­zung des loka­len Bünd­nis­ses für Flücht­lings­hil­fe und Inte­gra­ti­on Rott­weil haben die Teil­neh­mer im Alten Gym­na­si­um an den Ergeb­nis­sen und Ide­en des „Nach­bar­schafts­ge­sprächs“ im April wei­ter­ge­ar­bei­tet.

Pas­send zur bun­des­weit statt­fin­den­den Inter­kul­tu­rel­len Woche unter dem Mot­to „Viel­falt ver­bin­det“ tra­fen sich die Teil­neh­mer des loka­len Bünd­nis­sies für Flücht­lings­hil­fe und Inte­gra­ti­on, um an den The­men des Nach­bar­schafts­ge­sprächs anzu­knüp­fen. Beim Nach­bar­schafts­ge­spräch im April mit dem Titel „Von Flücht­lin­gen zu Nach­barn – Inte­gra­ti­on gemein­sam gestal­ten“ zogen die Bünd­nis­teil­neh­mer Zwi­schen­bi­lanz und ent­wi­ckel­ten Ide­en und Visio­nen im Hin­blick auf eine gelin­gen­de Inte­gra­ti­ons­ar­beit vor Ort. „Eini­ge der Ergeb­nis­se wer­den heu­te auf­ge­grif­fen und in Pro­jekt­grup­pen ver­tieft und vor­an­ge­trie­ben“, erklär­ten die Mode­ra­to­ren Dr. Tho­mas Pfohl und Dani­jel Paric zu Beginn der Sit­zung.

Einen ers­ten Erfolg konn­te die Grup­pe „Ort der Begeg­nung“ bereits ver­bu­chen, da der Inter­kul­tu­rel­le Treff­punkt „Hasen“ kürz­lich fei­er­lich eröff­net wur­de. Die Grup­pen­mit­glie­der beschäf­tig­ten sich daher mit der Fra­ge, wie der Begeg­nungs­ort nun mit Leben gefüllt wer­den kann. „Die Ver­net­zung zu ande­ren Ein­rich­tun­gen, um auch ande­re Ziel­grup­pen als Geflüch­te­te anzu­spre­chen, möch­ten wir künf­tig vor­an­trei­ben. Zudem hat­ten wir ers­te kon­kre­te Ide­en zu Ver­an­stal­tun­gen, wie etwa zum The­ma Sport“, berich­te­te Jörg Gron­may­er bei der Vor­stel­lungs­run­de der Grup­pen­er­geb­nis­se.

Auch bei der Pro­jekt­grup­pe „Fest der Kul­tu­ren“ konn­ten am Ende kon­kre­te Plä­ne prä­sen­tiert wer­den. „Da der Jugend­mi­gra­ti­ons­dienst im Rah­men des 25-jäh­ri­gen Jubi­lä­ums der AWO Rott­weil ein inte­gra­ti­ves und inklu­si­ves bun­tes Fami­li­en­fest im Früh­jahr nächs­ten Jah­res plant und Koope­ra­ti­ons­part­ner sucht, bie­tet es sich an, das Fest der Kul­tu­ren in Form des AWO-Fes­tes zur rea­li­sie­ren“, so Sarah Link von der Fach­stel­le Inte­gra­ti­on. Nun soll das Pro­jekt in der Öffent­lich­keit bewor­ben wer­den, um wei­te­re Mit­wir­ken­de zu gewin­nen. Als Koope­ra­ti­ons­part­ner betei­li­gen sich bis­lang die Bru­der­haus­Dia­ko­nie, die Kon­rad-Witz-Schu­le, sowie die Stadt Rott­weil, etwa sei­tens des Kin­der- und Jugend­re­fe­rats. Wer Inter­es­se und Lust hat, sich an der Orga­ni­sa­ti­on und Durch­füh­rung in irgend­ei­ner Form zu betei­li­gen, kann sich bis 30. Novem­ber beim Jugend­mi­gra­ti­ons­dienst (Tele­fon 0741/9423853, E-Mail info.jmd@awo-rottweil.de) mel­den.

Die Pro­jekt­grup­pe „Wohn­raum“ ent­wi­ckel­te die Idee der Erstel­lung von Leit­fä­den für Suchen­de, Ver­mie­ter und zum The­ma „Woh­nen“, um Pro­ble­men auf­grund Unwis­sen­heit durch Infor­ma­ti­ons­ver­mitt­lung vor­zu­beu­gen. Fer­ner wur­de über eine Art „Mie­ter­füh­rer­schein“ nach­ge­dacht. Inten­si­ve Dis­kus­sio­nen fan­den auch zum The­ma „Schu­le, Aus­bil­dung, Arbeit und Spra­che“ statt. Die Grup­pen­mit­glie­der waren sich einig, dass vor allem noch mehr Ver­net­zung und Trans­pa­renz hin­sicht­lich der Kon­zep­te, Struk­tu­ren und der zustän­di­gen Stel­len not­wen­dig sei. Zudem wur­de beim Aus­tausch in der Grup­pe deut­lich, dass die Klä­rung der Finan­zie­rung bei der Umset­zung von Maß­nah­men und Pro­jek­ten oft schwie­rig ist.

Die Ide­en und Hand­lungs­fel­der sind also iden­ti­fi­ziert. Nun gilt es für die Bünd­nis­teil­neh­mer, die Pro­jek­te wei­ter mit Leben zu fül­len und vor­an­zu­trei­ben“, so Sarah Link. Auf­grund des­sen soll das Loka­le Bünd­nis für Flücht­lings­hil­fe und Inte­gra­ti­on umstruk­tu­riert wer­den: weg von der gro­ßen Sit­zungs­run­de mit Infor­ma­tio­nen und Vor­trä­gen, hin zur Arbeit in kon­kre­ten Pro­jekt­grup­pen. „Wir möch­ten die Pro­jekt­grup­pen ger­ne bei­be­hal­ten, da in die­sen eine ganz ande­re Arbeits- und Dis­kus­si­ons­fä­hig­keit als in der gro­ßen Run­de besteht und wir die­se Poten­zia­le nut­zen wol­len“, so Her­bert Stemm­ler zur Wei­ter­füh­rung des Bünd­nis­ses. Die gro­ße Sit­zungs­run­de wird dann künf­tig, je nach Bedarf, auf etwa einen Ter­min im Jahr redu­ziert.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen fin­den sich hier: www.integration-rottweil.de.