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Dienstag, 10. Dezember 2019
Start Rott­weil Man­fred Wald­raff 79-jäh­rig ver­stor­ben

Manfred Waldraff 79-jährig verstorben

Nach­ruf des Alber­tus-Magnus-Gym­na­si­ums

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Kein Schul­lei­ter des Alten Gym­na­si­ums, kei­ner des spä­te­ren Alber­­tus-Magnus-Gym­­na­­si­ums war so vie­le Jah­re mit sei­ner Schu­le ver­bun­den wie Man­fred Wald­raff. Er war als Kon­vik­tor dort Schü­ler von 1956 bis 1960, Leh­rer von 1966 bis 1980; danach 20 Jah­re lang Schul­lei­ter bis zu sei­ner Pen­sio­nie­rung im Jahr 2000. Nun ist er 79-jäh­­rig ver­stor­ben.

Er sei von Kon­vikt und Schu­le geprägt wor­den, schreibt er iın Erin­ne­rungs­band ehe­ma­li­ger Kon­vik­to­ren; natür­lich hat er in zwei
Jahr­zehn­ten als Ober­stu­di­en­di­rek­tor die Schu­le geprägt, ganz gewiss nicht zu ihrem Nach­teil, wie wohl jeder, der ihn als Leh­rer oder als Vor­ge­setz­ten erlebt hat, bestä­ti­gen wird.

Man­fred Wald­raff ver­füg­te über hohe Fach­kom­pe­tenz in sei­nen Stu­di­en­fä­chern Latein, Grie­chisch und Geschich­te; die­sel­be Kom­pe­tenz erwarb er sich in einem Begleit­stu­di­um zusätz­lich im Fach Bio­lo­gie. Hohe Fach­kom­pe­tenz reicht aber nicht aus, um ein guter Schul­lei­ter zu sein, denn der hat, anders als ein Leh­rer, als Kon­tra­hen­ten nicht nur Eltern und Schü­ler, son­dern das Kol­le­gi­um, die Stadt­ver­wal­tung als Geld­ge­ber, fer­ner das Ober­schul­amt und gele­gent­lich auch das Kul­tus­mi­nis­te­ri­um. Und schließ­lich soll­te das Gym­na­si­um auch in der städ­ti­schen Gesell­schaft wahr­ge­nom­men wer­den.

Das Alber­­tus-Magnus-Gym­­na­­si­um hat dar­über noch eine Beson­der­heit: es betreut die Schät­ze der ehe­ma­li­gen Jesui­ten­bi­blio­thek. Man­fred Wald­raff erfüll­te die ihm gestell­ten Auf­ga­ben sou­ve­rän. Sei­ne Tätig­keit als Schul­lei­ter begann der gera­de Vier­zig­jäh­ri­ge mit einer gelun­ge­nen Fest­wo­che: das Gym­na­si­um fei­er­te sein 350-jäh­­ri­ges Bestehen. Der dama­li­ge Schul­all­tag war geprägt von der Ober­stu­fen­re­form, vor allem durch die Leis­tungs­kur­se, die durch Stu­di­en­fahr­ten ergänzt wer­den soll­ten. Jeder Leis­tungs­kurs wünsch­te sich eine sol­che Fahrt, für man­che Eltern ein finan­zi­el­les Pro­blem. Wald­raff grün­de­te des­we­gen den Ver­ein der „Ehemalige(n) und Freun­de des Alber­­tus-Magnus-Gym­­na­­si­ums“. Der Ver­ein ist bis heu­te ein vol­ler Erfolg. Eine bahn­bre­chen­de Leis­tung Wald­raffs war es, die wert­vol­len Bücher mit Hil­fe der Schul­stadt Rott­weil in einem kli­ma­ti­sier­ten Raum unter­zu­brin­gen. Damit wur­den die übri­gen Biblio­theks­be­stän­de allen Kol­le­gen zugäng­lich gemacht.

Noch vie­les wäre zu erwäh­nen: die Schul­fes­te, die wie­der ein­ge­führ­te Schluss­fei­er der Abitu­ri­en­ten als „Abi­ball“, die Gestal­tung des „Schmot­zi­gen“ an der Schu­le, die För­de­rung des Schul­thea­ters und
des Schul­chors… Am wich­tigs­ten aber: Man­fred Wald­raff war und blieb ein von sei­nen Schü­lern hoch­ge­schätz­ter Leh­rer, ein gerech­ter Vor­ge­setz­ter und ein treu­er Ver­wal­ter des ihm anver­trau­ten ehr­wür­di­gen Gym­na­si­ums.

 

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