Leichte, unterhaltsame Stücke wie "Cabaret" (hier das Ensemble) bringen viele Zuschauer, aber nicht unbedingt mehr Gewinn. Archiv-Foto: wede

Bekommt das Zim­mer­thea­ter 21.000 Euro mehr Zuschuss von der Stadt? Ein ent­spre­chen­der Antrag wur­de im KSV-Aus­schuss vor­ge­stellt und bera­ten. Eine Ent­schei­dung dar­über fällt aber erst mit den Haus­halts­be­ra­tun­gen.

 

Die Rek­to­rin der renom­mier­ten Uni­ver­si­tät Mozar­te­um in Salz­burg, Prof. Eli­sa­beth Gut­jahr, hat­te sich per­sön­lich in Rat­haus bege­ben, um das Anlie­gen der kul­tu­rel­len Ein­rich­tung deut­lich zu machen; schließ­lich ist sie auch die Vor­sit­zen­de des Trä­ger­ver­eins. Stolz konn­ten sie und Inten­dan­tin Bet­ti­na Schült­ke von einer Prü­fung durch den Lan­des­re­chungs­hof berich­ten, der dem Thea­ter „geord­ne­te wirt­schaft­li­che Ver­hält­nis­se“ und eine „beacht­li­che Eigen­fi­nan­zie­rung“ von 37,7 Pro­zent beschei­nigt. Nur eines woll­te den Prü­fern nicht beha­gen: Der Lan­des­zu­schuss soll­te nur halb so groß sein wie die kom­mu­na­len Zuschüs­se. Dies wur­de aber nicht erreicht: Das Land hat 68.900 Euro über­wie­sen, Stadt und Kreis zusam­men etwa 116.000 Euro, also 21.000 zu wenig. Beim Zuschuss der Stadt ist schon die Mie­te für die Räu­me ein­ge­rech­net.

Um das vor­ge­ge­be­ne Ver­hält­nis zu errei­chen, schon um alle Thea­ter im Land gleich zu behan­deln, müss­te also ent­we­der der kom­mu­na­le Zuschuss erhöht wer­den, oder das Land zahlt weni­ger. Das aber wür­de dem Thea­ter und sei­ner (von allen Räten gelob­ten) Arbeit scha­den. Der Land­kreis habe schon signa­li­siert, dass er kei­ne Erhö­hung gibt.

Das Lob des Thea­ters fiel eini­gen Räten im Aus­schuss deut­lich leich­ter als eine Zustim­mung zur Zuschuss-Erhö­hung. Moni­ka Hug­ger bei­spiels­wei­se frag­te, ob nicht die Sach­leis­tun­gen, also die Mie­te, neu und somit höher bewer­tet wer­den müss­ten. Ihre Anre­gung, doch mehr unter­hal­ten­de Stü­cke zu zei­gen, die wie das Som­mer­thea­ter im Bocks­hof mehr Zuschau­er anlo­cken („manch­mal ist es nach einem anstren­gen­den Tag schön, sich ein­fach berie­seln zu las­sen“) und somit mehr Geld in die Kas­se brin­gen wür­den, fand bei den Thea­ter­da­men kei­ne Zustim­mung: „Wenn wir leich­te Kost bie­ten, gibt’s weni­ger Zuschüs­se“, mein­te Gut­jahr, und: „sie ver­lie­ren sofort Ruf und Ehre.“ Und Schült­ke wies dar­auf hin, dass mehr Zuschau­er nicht unbe­dingt mehr Gewinn bedeu­te­ten – schon weil mehr Schau­spie­ler dar­an beteilgt waren. Auch Stü­cke, die fürs Abitur rele­vant sind und daher mehr Schü­ler ins Thea­ter brin­gen wür­den, sind wohl nicht die Lösung: „Wir sind da schon dafür. Aber es ist schwie­rig, weil da meist vie­le Schau­spie­ler gebraucht wer­den.“

Die Ent­schei­dung, so teil­te OB Ralf Broß mit, steht im Janu­ar auf der Tages­ord­nung.