Mehr Parkplätze für Anwohner – wenn das neue Parkhaus steht

Mehr Parkplätze für Anwohner – wenn das neue Parkhaus steht

Rottweil. Diese Anlieger wird’s freuen: Die Ruckgaber- und weitere Straßen sollen künftig Bewohner reservierte Parkplätze bekommen. Auch dieses sieht das Parktarifkonzept vor, das der UBV-Ausschuss des Rottweiler Gemeinderats gestern einstimmig (vor-)beschlossen hat. Mit dabei sind auch neue Tarife für das Parken in der Stadt.

Auch in der Ruckgaberstraße wird geparkt – stadtnah und kostenlos. Foto: wede

Sinn und Zweck des Ganzen ist auch, Parksuchverkehr zu verringern. Und so wurde das Stuttgarter Ingenieurbüro IGV beauftragt, ein entsprechendes Konzept zu erstellen. Das hat nun geliefert.

Nach dem Konzept gibt es zunächst die Parkierungsschwerpunkte, nämlich die Parkhäuser am Nägelesgraben im Norden und das noch zu bauende Parkhaus „Zentrum“. Dorthin werden die Autofahrer mit dem Parkleitsystem gelenkt. Diese sollen einheitliche Tarife haben – die erste Stunde kostenlos, jede weitere Stunde ein Euro, Tagestarif acht Euro, so lautet der Vorschlag des Büros.

In der Nähe von Handels- und Gewerbestandorten sollen Kurzzeitparkplätze geschaffen werden – das sind Hochbrücktor- und untere Hauptstraße, Wald- und Flöttlinstorstraße sowie Lorenz-Bock- und Wilhelmstraße westlich von der Königstraße.

Auch beim Bewohnerparken soll es möglich sein, dass Besucher dort ihre Autos abstellen. Aber jeweils die Hälfte der Plätze bleibt für Bewohner reserviert, nachts drei Viertel. Das sind nicht nur die Parkplätze am Volksfreundbuckel und an der Duttenhoferanlage, sondern auch der Stadtgraben. Hier schlagen die Planer 1,50 Euro je angefangene Stunde vor, maximale Parkdauer zwei Stunden. Die Bewohner dürfen dort parken, so lange sie wollen, wenn sie einen Parkausweis haben – der kostet derzeit 40 Euro im Jahr.

Die bei vielen Beschäftigten der Innenstadt beliebten Straßen im Hinterprediger sollen ebenfalls Bewohnerparkplätze werden – hier hatten sich beispielsweise im vorigen Juni Anlieger über dreiste Parker beschwert (https://www.nrwz.de/rottweil/parkdruck-hinterprediger/266041). Auch im Bereich um die Behörden herum sowie bei der Grundstraße wird ein ausgedehntes Bewohner-Parkgebiet ausgewiesen (s. Karte). Gebühren in diesen Bereichen für Besucher: ein Euro bis zwei Stunden, zwei Euro bis zur maximalen Parkdauer von vier Stunden. Auch hier soll es dann Dauerparkscheine geben.

Bedenken, was die Vergabe von Dauerparkplätzen in den Parkhäusern betrifft, hatte Gutacher Peter Sautter: In die Parkhäuser würden die Besucher gelenkt, da sei es nicht sinnvoll, wenn dann alle Plätze an Dauerparker vergeben seien. Dem entgegnete Rolf Stauss: „Man muss Parkplätze so planen, dass sie für Dauerparker ausreichen.“

Noch nicht ganz im Sinne der Räte, denn die, vor allem Ulrike und Jörg Stauss (beide FWV) sowie Günter Posselt (CDU), sahen die Interessen der in der Innenstadt Arbeitenden nicht genügend berücksichtigt – die Kosten fürs Parken seien viel zu hoch, sie wollten einen günstigeren Tarif für Dauerparker. Das wird, so versprach Bürgermeister Dr. Christian Ruf, noch nachgeliefert. „Wir haben das auf dem Schirm“, bestätigte Oberbürgermeister Ralf Broß. Wenn das Parken in der Innenstadt teurer wird, dann überlegt sich so manch einer, ob er nicht lieber Fahrgemeinschaften bildet oder per Rad oder Bus in die Stadt kommt, fand Dr. Jürgen Mehl (SPD+FfR).

Mit den Betreibern der privat geführten Parkhäuser solle gesprochen werden, mit dem Ziel der gleichen Tarife, merkte Hermann Breucha (FWV) an. Das war dann auch im Sinne der Verwaltung.

Warum die Konrad-Witz-Straße und der Turmweg nicht in den Bereich mit den Bewohnerparkplätzen aufgenommen sei, wollte Ira Hugger (Grüne) wissen. Das könne ja später noch kommen, meinte Ruf.

Die Umsetzung des Konzepts wird laut Sautter zwölf Monate in Anspruch nehmen. So schnell wird das Parkhaus auf der Großschen Wiese noch nicht stehen. Die Entscheidung trifft aber das Plenum des Gemeinderats am kommenden Mittwoch (Mehrzweckhalle Göllsdorf, Beginn um 17 Uhr).

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Quelle: NRWZ.de – veröffentlicht am 18. März 2021 von Wolf-Dieter Bojus. Erschienen unter https://www.nrwz.de/rottweil/mehr-parkplaetze-fuer-anwohner-wenn-das-neue-parkhaus-steht/302861