Minister Lucha lobt Leistung der Ferienzauber-Macher

"Von 40.000 Geflüchteten 20.000 in sozialversicherungspflichtigen Jobs"

Besuch beim Ferienzauber: Albert Gaißer, Walter Pankoke, Abgeordnete Martina Braun, Hubert Nowack, Minister Manne Lucha, Mike Wutta (MuM-Verein), Ingeborg Gekle-Maier, Alexander Rustler, Sonja Rajsp und Rainer Archie Armleder (MuM-Verein). Foto: Moni Marcel

ROTTWEIL – Sozi­al­mi­nis­ter Man­ne Lucha besuch­te den Rott­wei­ler Feri­en­zau­ber und zeig­te sich sehr ange­tan vom Fes­ti­val. „Das ist eine gro­ße Leis­tung!”, so sein Lob für die bei­den Macher Mike Wut­ta und Rai­ner Arm­le­der vom MuM-Ver­ein. Auch ver­sprach Lucha, nach einem geeig­ne­ten För­der­topf für den Feri­en­zau­ber zu suchen. Denn dem feh­len 20.000 Euro Lan­des­zu­schuss, die bis vor zwei Jah­ren flos­sen, für sozio­kul­tu­rel­les Enga­ge­ment im MuM am Oms­dor­fer Hang.

Ein wenig trau­rig zeig­te sich Lucha, Minis­ter mit bay­ri­schem Migra­ti­ons­hin­ter­grund, dass er kom­men­de Woche nicht wie­der nach Rott­weil kom­men kann, denn dann spielt Wolf­gang Ambros im Kraft­werk. „Augen auf bei der Berufs­wahl”, so sein augen­zwin­kern­des Fazit.

Nach dem Rund­gang über das Fes­ti­val­ge­län­de zeig­te Lucha im Gespräch mit zahl­rei­chen Bür­gern die Erfol­ge der schwarz-grü­nen Regie­rung auf. Von 40.000 arbeits­fä­hi­gen Geflüch­te­ten sei­en schon 20.000 in sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­ti­gen Jobs, die Inte­gra­ti­on gelin­ge in Baden-Würt­tem­berg, „dabei hat Herr See­ho­fer sehr viel Flur­scha­den ange­rich­tet.” Die Wirt­schaft sei bereit, die­sen Men­schen Arbeit zu geben, aber unter der kla­ren Prä­mis­se: „Schiebt nicht die fal­schen ab!”

Die Lan­des­re­gie­rung habe die Initia­ti­ve für ein Ein­wan­de­rungs­ge­setz ergrif­fen, Minis­ter­prä­si­dent Kret­sch­mann die Aus­bil­dungs­dul­dung durch­ge­setzt. „Wir haben sehr hart dar­an gear­bei­tet”, ein Punk­te­sys­tem ent­wi­ckelt samt Stich­tags­re­ge­lung für die, die bereits hier sind. Dabei sei klar, dass das Asyl­recht immer und für alle gel­te: „Das Asyl­recht ist ein Ewig­keits­recht”, und im Maghreb und in West­afri­ka müs­se man die Flucht­ur­sa­chen bekämp­fen.

Lucha lob­te das ehren­amt­li­che Enga­ge­ment in Sachen Inte­gra­ti­on, das vom Land mit 70 Mil­lio­nen Euro für inzwi­schen 1100 kom­mu­na­len Küm­me­rern unter­stützt wer­de. Er hob den run­den Tisch der Reli­gio­nen her­vor, einem offe­nen Dia­log, und das „Prä­di­kat unse­rer Gesell­schaft”, das Auf­stiegs­ver­spre­chen, die sozia­le und Bil­dungs-Teil­ha­be. „Die Gesamt­la­ge unse­res Gemein­we­sens ist viel bes­ser als die Stim­mung!” Unum­gäng­lich das The­ma AfD: „Die­se Par­tei spielt nicht auf der Kla­via­tur der Demo­kra­tie”, so Lucha. Er müs­se manch­mal raus­ge­hen, so hass­erfüllt und her­ab­wür­di­gend sei­en deren Zwi­schen­ru­fe.

Der Umgang der ande­ren Par­tei­en mit­ein­an­der sei respekt­voll, jeden­falls meis­tens, Horst See­ho­fer wür­de Lucha ger­ne vier Wochen Heil­schwei­gen in einem bud­dhis­ti­schen Klos­ter ver­ord­nen, dann wür­den auch die Umfra­ge­er­geb­nis­se der AfD abschmel­zen.  Auch das Enga­ge­ment der grü­nen Abge­ord­ne­ten Mar­ti­na Braun lob­te der Minis­ter, ihr gelin­ge es, den Land­wirt­schafts­mi­nis­ter für grü­ne Ide­en zu begeis­tern. Dabei habe man im Wahl­kreis mit dem AfD-Abge­ord­ne­ten Sän­ze kei­nen leich­ten Stand, was auch Son­ja Rajsp, beton­te. „Es ist unglaub­lich, dass er sogar im Land­tags­hand­buch lügt”, so die Spre­che­rin der Kreis­grü­nen. Sän­ze gibt dort an, Geschäfts­füh­rer und geschäfts­füh­ren­der Gesell­schaf­ter zwei­er Fir­men gewe­sen zu sein, was offen­bar nicht stimmt, wie die NRWZ berich­te­te.

Kos­ten­freie KiTa-Plät­ze, bes­se­re Teil­ha­be für Men­schen mit Behin­de­run­gen, mehr Enga­ge­ment in der Pfle­ge: Aller­hand Anlie­gen hat­ten die Anwe­sen­den an den Minis­ter, der eini­ges nach Stutt­gart mit­nahm, aber auch dar­auf ver­wies, dass seit 2014 aus 12 Pfle­ge­wohn­grup­pen 400 wur­den, dass in Son­der­pro­gram­men Geflüch­te­te in Pfle­ge­be­ru­fen aus­ge­bil­det und allein in dem Bereich 3000 aus­län­di­sche Abschlüs­se aner­kannt wur­den. Und auch die Gemein­schafts­schu­len hät­ten inzwi­schen ihre Aner­ken­nung gefun­den. Auf die Anmer­kung einer Leh­re­rin, dar­über nicht die ande­ren Schul­for­men zu ver­nach­läs­si­gen, mein­te Lucha: „Ich bin dafür, nicht in Kon­kur­ren­zen zu den­ken!” Von Son­ja Rajsp gabs dafür nicht nur Dank, son­dern auch ein Glas Lau­ter­ba­cher Honig mit auf den Weg.