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Rottweil
Montag, 6. April 2020
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    Ministerbesuch an der Testturm-Baustelle

    Rottweil (mm). Hoher Besuch am Mittwoch auf der Baustelle, des ThyssenKrupp-Testturms in Rottweil: Baden-Württembergs Umweltminister Franz Untersteller schaute auf seinem Weg nach Deißlingen, wo es um die geplante Windkraftanlage geht, auch auf dem Berner Feld vorbei.

    Bilergalerie vom Ministerbesuch: Bitte klicken Sie hier. Fotos: Moni Marcel
    Bilergalerie vom Ministerbesuch: Bitte klicken Sie hier. Fotos: Moni Marcel

    Dort entsteht derzeit das Fundament des 246-Meter-Bauwerks, in dem ThyssenKrupp Elevators (TKE), eine Tochter von ThyssenKrupp, später Hochleistungsaufzüge testen will. 246 Meter, das ist mehr, als der Stuttgarter Fernsehturm hoch ist – der hat 30 Meter weniger –, und weil manche in Rottweil klagten, das riesige Bauwerk würde die mittelalterliche, von Türmen geprägte Stadtbild verunstalten, wird es quasi zum Ausgleich bald eine Aussichtsplattform geben, die auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird.

    „Wir haben hier einen deutlichen Millionenbetrag in die Hand genommen“, so Alexander Keller, Europachef bei TKE, gegenüber dem Besuch aus Stuttgart. Nicht nur für die Plattform, sondern auch für das Design, das die beiden Stararchitekten Helmut Jahn und Werner Sobeck entworfen haben. . „Es ist unser klares Ziel, dass die Bevölkerung das Ding mitträgt“, so Keller. Deshalb wird sich die Außenhülle des Turms ähnlich einem Bohrer in die Höhe schrauben, umhüllt von einer textilen, durchsichtigen Textilhaut, die verschiedene Farbschattierungen annehmen kann und sich so ihrer Umgebung und den Lichtverhältnissen anpassen soll – und nachts leuchtet.

    Die Entscheidung für den Standort Rottweil verteidigte Keller: „Ich bin belächelt worden, als ich anfangs von der Innovationsachse gesprochen habe“ – eine Achse zwischen Zürich und Stuttgart, wo in der Nähe des Flughafens die Zentrale von TKE liegt. Und Rottweil mittendrin.

    „Da werden Dinge kommen, die wir heute noch nicht sehen, das fühle ich regelrecht“, so Keller. Was sich auch Rottweils Bürgermeister Werner Guhl – OB Ralf Broß hat die Grippe erwischt – erhofft. „Das wird ein Leuchtturmprojekt, das andere nach sich zieht“, ist er sich sicher.

    Die Zukunft beginne hier erst, und Untersteller witzelte dazu, er brauche noch ein paar Standorte für Windkraftanlagen. Nun, auf das Dach des Megaturms wird keine kommen, das stellte Keller klar, die Hochgeschwindigkeitsaufzüge, die später in riesige Hochhäuser in Städten wie Chicago, Shanghai oder Abu Dhabi kommen sollen, müssen unter realistischen Bedingungen getestet werden, und da würden die Schwingungen eines Windrads eindeutig stören.

    Helmbewehrt und in Leuchtweste bestaunte Minister Untersteller das 30 Meter tiefe Loch, das auf dem Berner Feld bereits entstanden ist, und aus dem ab übernächster Woche der Turm täglich 3.50 Meter in die Höhe wachsen wird.

    Die Einladung von Projektleiter Hardy Stimmer, sich das Ganze auch mal von unten anzuschauen, schlug Untersteller aber aus – dabei hätte er nicht einmal Treppen steigen müssen, immerhin war man zu Gast bei einem Aufzugshersteller.

    Ganz ausgeklammert wurde die Kritik am Turm nicht, denn die ist inzwischen auch in Stuttgart angekommen. Da man den Turm bei seiner Größe auf keinen Fall übersehen könne, „muss er halbwegs ästhetisch gelungen sein“, meinte Untersteller. Doch da scheint er den Bauherren und Architekten zu vertrauen.

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