Kimmi mit Begleitung auf dem Weg in die Heliosklinik. Foto: pm

ROTTWEIL – „Was ist denn pas­siert?“ Domi­nik Haas, Lei­ter der Zen­tra­len Not­auf­nah­me in der Heli­os Kli­nik Rott­weil, schaut besorgt auf den Pati­en­ten, den der Ret­tungs­wa­gen eben ins Kran­ken­haus gebracht hat. Sei­nem Blick fol­gen 20 neu­gie­ri­ge Augen­paa­re – alle­samt Kin­der des KiJu-Som­mer­fe­ri­en­pro­gramms.
 

Auf der Tra­ge in der Not­fall­am­bu­lanz liegt kein gewöhn­li­cher Pati­ent, son­dern Kim­mi – ein schwer ver­letz­ter Stof­f­e­le­fant. Mit Blau­licht und Mar­tins­horn kommt er mit dem Ret­tungs­wa­gen ins Kran­ken­haus, wo ihn die Kin­der bereits an der Lie­gend­an­fahrt erwar­tet haben.

Kaum öff­nen sich die Türen des RTW, wer­den die Ret­tungs­as­sis­ten­ten schon aus­ge­fragt. War­um hat der Ver­letz­te denn eine Infu­si­on? Und was ist das an sei­nem Hals? Und gibt es in dem Auto auch einen Defi­bril­la­tor? Gedul­dig erklärt die Besat­zung die Funk­tio­nen des Ret­tungs­wa­gens, in die­sem Fall übri­gens das neu­es­te Auto aus dem Fahr­zeug­park des DRK: Er ist spe­zi­ell für schwe­re Pati­en­ten aus­ge­legt und kann mit bis zu 318 Kilo belas­tet wer­den. Also genau rich­tig für Kim­mi, den Ele­fan­ten.

Nun muss der Ver­letz­te schnell in die Not­auf­nah­me. Domi­nik Haas über­nimmt ihn und unter­sucht Kim­mi: „Das Bein könn­te gebro­chen sein, und auch mit dem Rüs­sel scheint etwas nicht zu stim­men“ stellt Haas fest. Der Arzt ord­net die wei­te­ren Unter­su­chun­gen an: Rönt­gen und Blut abneh­men.

In der Not­fall­am­bu­lanz wird Kim­mi unter­sucht. Foto: pm

Zusam­men mit Ger­trud All­gei­er legen die Kin­der den Pati­en­ten auf den Rönt­gen­tisch. Die ers­te Dia­gno­se war rich­tig. Ben­ja­min Graf, Fach­arzt für Radio­lo­gie, erklärt den Kin­dern die Auf­nah­men am Bild­schirm. „Das gebro­che­ne Bein sieht man gut, aber was im Rüs­sel steckt, kön­nen wir auch auf dem Rönt­gen­bild nicht genau erken­nen!“ Also ist eine wei­te­re Unter­su­chung nötig.

Doch zuerst bekommt Kim­mi einen Gips, den ihm Pfle­ge­di­rek­to­rin Mar­ti­na Hat­tler anlegt. So ver­sorgt, schie­ben die Kin­der den Pati­en­ten in die Endo­sko­pie. Ober­ärz­tin Dr. Miri­am Sten­gel erwar­tet ihn bereits. „Jetzt schau­en wir zuerst ein­mal mit der Kame­ra in den Rüs­sel!“ Die Kin­der assis­tie­ren der Ober­ärz­tin, und schnell wird klar: Im Rüs­sel steckt eine Geld­mün­ze!

Kein Pro­blem für Dr. Sten­gel: Mit Kame­ra, Licht­quel­le und einer spe­zi­el­len Zan­ge angelt die Ober­ärz­tin der Kli­nik für Inne­re Medi­zin die Mün­ze aus dem ver­stopf­ten Rüs­sel. „Machst du sowas auch in echt?“ fragt ehr­furchts­voll eine jun­ge Dame. „Ja, zwar nicht bei einem Ele­fan­ten, aber bei Kin­dern, die ste­cken sich manch­mal auch Sachen in die Nase!“

Zum Abschluss muss der Ele­fant noch gepiekst wer­den. Labor­lei­ter Hol­ger Beha erklärt, was die Ärz­te im Blut eines Pati­en­ten alles erken­nen kön­nen und zeigt, wie man Blut­zu­cker misst. „Wer von euch möch­te denn sei­nen Blut­zu­cker mes­sen las­sen?“ fragt er. Zöger­lich geht ein Arm in die Höhe – gefolgt von vie­len ande­ren, die jetzt doch neu­gie­rig gewor­den sind und sich ganz mutig einen Trop­fen Blut abneh­men las­sen.

Die Blut­zu­cker­wer­te sind ok. Foto: pm

Nach­dem klar ist, dass sowohl Kim­mi als auch die KiJu-Feri­en­kin­der her­vor­ra­gen­de Blut­zu­cker­wer­te haben, darf der Pati­ent auf Sta­ti­on in sein Bett – und die Kin­der, nach einem Eis im Kran­ken­haus­ca­fé, mit vie­len Ein­drü­cken und hof­fent­lich weni­ger Angst vor dem Kran­ken­haus wie­der nach Hau­se.