Sabine Groll und Susanne Bosch waren mit Fingerfarben im Krankenhaus unterwegs. Foto: pm

ROTTWEIL – Sabi­ne Groll und Susan­ne Bosch arbei­ten als Hygie­ne­fach­kräf­te in der Heli­os Kli­nik Rott­weil. Am Akti­ons­tag „Sau­be­re Hän­de“ waren sie mit unge­wöhn­li­chen Requi­si­ten im Kran­ken­haus unter­wegs: Fin­ger­far­ben und eine gro­ße Tafel mit bun­ten Hand­ab­drü­cken. Die far­ben­fro­he Akti­on soll­te dar­auf auf­merk­sam machen, wel­che gro­ße Bedeu­tung die Hän­de­hy­gie­ne im Kran­ken­haus hat.

Wo vie­le Men­schen sind, gibt es vie­le Kei­me – und wo vie­le kran­ke, geschwäch­te Men­schen sind, wer­den die Bak­te­ri­en und Viren zu einer gro­ßen Gefahr. „Kon­se­quen­te Händ­e­des­in­fek­ti­on ver­hin­dert die Ver­brei­tung von Kei­men und senkt damit das Risi­ko, sowohl für unse­re Pati­en­ten als auch für unse­re Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen“ erklärt Sabi­ne Groll. Zusam­men mit ihrer Kol­le­gin steht sie in der Not­auf­nah­me der Heli­os Kli­nik und gibt einem Assis­tenz­arzt ein Paar neue Hand­schu­he. „Und jetzt mal kräf­tig mit der Fin­ger­far­be ein­rei­ben!“ for­dert sie ihn auf.

Die bun­ten Hän­de ver­ewigt er auf einer Tafel, und dann geht’s ans Aus­zie­hen des farb­ver­schmier­ten Hand­schut­zes. Ziel: Die Hän­de sol­len sau­ber blei­ben, denn die Fin­ger­far­be ist ein Sym­bol für Bak­te­ri­en, die sich auf den Hand­schu­hen befin­den. Es ist etwas knif­fe­lig, und nicht Jedem gelingt es, die ver­schmut­zen Hand­schu­he ohne Farb­kleck­se auf den Fin­gern wie­der aus­zu­zie­hen. „Damit möch­ten wir allen Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen sicht­bar machen, dass Händ­e­des­in­fek­ti­on auch bei der Benut­zung von Hand­schu­hen das Wich­tigs­te über­haupt ist“ sagt Susan­ne Bosch.

Im Gepäck haben die Hygie­ne­fach­kräf­te neben den Fin­ger­far­ben auch eine Schwarz­licht­lam­pe, die sicht­bar macht, wie gründ­lich man sei­ne Hän­de des­in­fi­ziert hat. Vie­le Pfle­ge­kräf­te und Ärz­te machen mit, Groll und Bosch sind zufrie­den mit den Ergeb­nis­sen. „Händ­e­des­in­fek­ti­on ist für unse­re Ärz­te und die Pfle­ge täg­lich zig-fache Rou­ti­ne. Gera­de des­halb ist es uns wich­tig, die­se Rou­ti­ne mal zu durch­bre­chen und damit den Ablauf wie­der bewuss­ter zu machen“ erklä­ren die Hygie­ne­fach­kräf­te die Inten­ti­on.

Dass die­se Vor­ge­hens­wei­se erfolg­reich ist, zeigt ein Blick auf die Ent­wick­lung der Keim­zah­len im Rott­wei­ler Kran­ken­haus. Heli­os ver­öf­fent­licht jähr­lich die Hygie­ne­zah­len für die drei wich­tigs­ten Erre­ger, MRSA, VRE und MRGN. Alle drei haben gemein­sam, dass eine Behand­lung mit gän­gi­gen Anti­bio­ti­ka wir­kungs­los ist. Seit kur­zem sind die aktu­el­len Zah­len ver­füg­bar: So hat sich bei­spiels­wei­se im ver­gan­ge­nen Jahr in der Heli­os Kli­nik Rott­weil kein Pati­ent mit MRSA ange­steckt. Wer sich für die Hygie­ne­zah­len inter­es­siert, fin­det die­se auf der Web­sei­te der Heli­os Kli­nik Rott­weil.