Mit tausenden Besuchern feiert Rottweil in den Mai und startet das Jazzfest 2017

Auftakt nach Maß bei bestem Wetter

Riesensause im Sonnensaal im Rottweiler Kapuziner: 900 Menschen feierten mit der Partyband "The Soulmachine". Foto: Marc Schwörer, Schwörer Medien

Das Wet­ter: ein Traum. Und damit auch der Beginn des Jazz­fests 2017 in Rott­weil. Mit „Jazz in Town”, laut Ver­an­stal­ter der Mut­ter aller Musik­näch­te. 3300 Bän­del wur­den ver­kauft, allein 900 Men­schen fei­er­ten aus­ge­las­sen, teils eksta­tisch im Kapu­zi­ner-Son­nen­saal mit der Par­ty­band The Soul­ma­chi­ne. Ein Auf­takt nach Maß.

Schon am frü­hen Mit­tag war Rott­weil von fröh­lich schwat­zen­den und fla­nie­ren­den Men­schen bevöl­kert. Man hol­te sich ein Eis, streif­te durch die Stra­ßen und Gas­sen. Dann der Beginn der Musik­nacht „Jazz in Town” auf der Büh­ne vor dem Alten Rat­haus. Dort allein sam­mel­ten sich vie­le hun­dert Men­schen. Sie bil­de­ten eine rie­si­ge Trau­be, die bis in die Nacht hin­ein nicht abschwel­len soll­te.

In der größ­ten der vie­len Loca­ti­ons, im Son­nen­saal des Kapu­zi­ners, spiel­te schon die „Blos­ma­schii” aus der Orten­au vor vie­len hun­dert Zuschau­ern. Band und Publi­kum: in bes­ter Fei­er­lau­ne. Bevor „The Soul­ma­chi­ne” um NRWZ-Her­aus­ge­ber Peter Arn­eg­ger dann gegen 22.30 Uhr star­te­te, leer­te sich der Saal bis auf ein paar hun­dert Men­schen. Um sich dann zu fül­len. Rest­los. Mit – laut ört­li­chem Ver­an­stal­ter – bis zu 900 Leu­ten.

Da war’s voll, die Bar bela­gert, bis es nichts mehr, wirk­lich fast nichts mehr gab – außer vier klei­nen Fla­schen Cola und ein paar Spe­zi, wir haben nach­ge­zählt. Auch den rasch her­bei gebrach­ten Nach­schub haben die Durs­ti­gen in der gro­ßen Hal­le den Schaf­fern vom Kapu­zi­ner­ver­ein weg­ge­trun­ken.

Und auch in der übri­gen Innen­stadt: Jazz, Soul, Funk, Blues und all das dran­gen aus den Türen und Fens­ter der Gast­stät­ten, Cafés und Knei­pen, und der übri­gen Loca­ti­ons. Eine tol­le Viel­falt des Ange­bots – von dem gepfleg­ten Swing-Jazz mit dem Quar­tett „Movin‘ along” über Cover-Bands wie Boto­xxx im Tanz­stu­dio Tier­stein bis zum Reg­gae von „Not’Jacob” im Zim­mer­thea­ter. Viel Pop in deut­scher Spra­che gab es bei den New­co­mern von „Audio” in „Gol­de­nen Becher”, der dies­mal wie die aller­meis­ten Knei­pen voll besetzt war. Deut­sches eben­so von „Barde& Fri­ends” im Gol­de­nen Apfel. Blues war zu hören mit „Blue Mama” im schnell anspre­chend ein­ge­rich­te­ten „Solu­na” (das erst in zwei Wochen offi­zi­ell eröff­net wird) sowie in der Kan­ne mit den sie­ben von „Bloss­blues”. Nor­bert Zerr spiel­te in der „Hoch­brü­cke” zusam­men mit sei­ner „Rocx Com­pa­ny” rei­nen, unver­schnör­kel­ten Rock. Um nur die­se zu erwäh­nen.

Am Ende stand dann für vie­le die oben erwähn­te Par­ty mit der Soul­ma­chi­ne, die sich gefühlt noch bes­ser zeig­te als in den Jah­ren zuvor. Ein Lecker­bis­sen war auch der kurz­fris­tig ver­ein­bar­te Auf­tritt von Mari­us Knub­ben, der mit sei­ner souli­gen Stim­me von „Mus­tang Sal­ly” sang.

Und so freu­te sich Simon Busch, der Vor­sit­zen­de des Jazz­fest-Ver­eins: „Jazz in Town 2017 war ein vol­ler Erfolg! Nach vie­len ver­reg­ne­ten Jah­ren hat end­lich das Wet­ter wie­der mit­ge­spielt. Die Freu­de dar­über konn­te man in jedem Gesicht von uns und unse­ren Hel­fern erken­nen und spür­te man auch beim Publi­kum. Die Stim­mung war in jeder Loca­ti­on, die ich besu­chen konn­te, trotz der vie­len Men­schen aus­ge­las­sen und fried­fer­tig. Uns sind kei­ne Vor­fäl­le bekannt, die einen Ein­satz von Poli­zei oder Ret­tungs­wa­gen erfor­der­ten.

Aber auch die inhalt­li­chen Neue­run­gen auf­grund des Turm­jah­res sind auf­ge­gan­gen. Ins­be­son­de­re die Ein­bin­dung der Tür­me in Form einer Street­pa­ra­de und Turm­blä­sern hat rei­bungs­los funk­tio­niert und wur­de super ange­nom­men. Wie auch die neu­en Nach­wuchs­bands bei­spiels­wei­se in der APO, Gol­de­nem Becher oder in der Obe­ren Haupt­stra­ße. In die­sem Sin­ne kann es bei den Kon­zer­ten von Den Cuba­boari­schen und Nina Attal & Elec­tro Delu­xe am kom­men­den Wochen­en­de ger­ne wei­ter­ge­hen.”