Der Münsterchor vor dem Lusthaus Schloss Hohenstadt des Grafen Adelmann von Adelmannsfelden Foto: Hildebrand

ROTTWEIL – Wie leb­ten Adli­ge im Mit­tel­al­ter und und wie leben sie heu­te? Dar­auf erhielt der Müns­ter­chor Rott­weil Ant­wor­ten auf sei­nem Jah­res­aus­flug in den Ost­alb­kreis. Das Schloss Wäscher­burg in Wäschen­beu­ren war dabei die ers­te Sta­ti­on. Mit­ten zwi­schen den drei Kai­ser­ber­gen Hohen­stau­fen, Rech­berg und Stui­fen liegt die Wäscher­burg, die seit dem 13. Jahr­hun­dert das Leben der Stau­fer doku­men­tiert. In einer Füh­rung tauch­te der Chor in die adli­ge Stän­de­ord­nung und die Fami­li­en­ge­schich­te der Stau­fer ein, begin­nend mit Fried­rich von Büren. Fried­rich I. von Schwa­ben und Fried­rich Bar­ba­ros­sa sind zwei Bei­spie­le für Ver­tre­ter der Stau­fer­zeit.

Als zwei­te Sta­ti­on in der Regi­on der Stau­fer ging die Füh­rung für den Müns­ter­chor in Klos­ter Lorch wei­ter. Hier fin­det man in der Klos­ter­kir­che die Grab­le­ge, die Stau­fer-Tum­ba. Der Kapi­tel­saal des ehe­ma­li­gen Bene­dik­ti­ner­klos­ters bot dem Chor einen his­to­ri­schen Über­blick über die gan­ze Geschich­te der Stau­fer. Dort hängt das soge­nann­ten Stau­f­er­rund­bild des Künst­lers Hans Kloss. Auf Lein­wand in einer Grö­ßen­di­men­si­on von 30 m Län­ge und 4,5 m Höhe wur­den alle Chor­mit­glie­der von den Stau­fern regel­recht umhüllt. Wie hart und ent­behr­lich die Lebens­be­din­gun­gen im Mit­tel­al­ter gewe­sen sind, wur­de auf dem Aus­flug immer wie­der deut­lich.

Als letz­te Sta­ti­on schloss sich ein Blick in das adli­ge Leben im 21. Jahr­hun­dert an. Der Chor besuch­te die Fami­lie des Gra­fen Adel­mann von Adel­manns­fel­den auf Schloss Hohen­stadt bei Abts­gmünd. Mit viel Lebens­freu­de und Opti­mis­mus nahm Anne Grä­fin Adel­mann alle Sän­ge­rin­nen und Sän­ger mit auf einen ori­gi­nel­len Rund­gang durch Schloss und Gar­ten. Sie beton­te dabei vol­ler Lebens­freu­de den, wie sie es nann­te, „brö­ckeln­den Charme einer Fami­lie“. Ihre Lebens­auf­ga­be ist es, Schloss und Gar­ten ihres Anwe­sens zu erhal­ten.

Durch das baro­cke Trep­pen­haus ging es in den Rit­ter­saal der Bel­le Èta­ge. Hier wur­de der Chor mit Kaf­fee und Kuchen ver­wöhnt und bedank­te sich mit Gesang. Der Tag klang bei traum­haf­tem Herbst­wet­ter mit einem Spa­zier­gang durch die Hecken­gär­ten des Schlos­ses aus. Der Weg führ­te zum schön sanier­ten Lust­haus und von dort zur baro­cken Schloss- und Wall­fahrts­kir­che Hohen­stadt. Vol­ler Ein­drü­cke über das Leben die­ser heu­ti­gen Gra­fen­fa­mi­lie ende­te der sehr gelun­ge­ne Aus­flug des Müns­ter­cho­res.