ROTTWEIL – Die ers­te Auf­füh­rung war zugleich die Urauf­füh­rung des neu­en Mys­te­ri­en­spiels ”Sehn­sucht nach Erneue­rung – Suche nach Wahr­heit und Frie­den” und hat in Frank­furt am Main in der Kir­che St.Bernhard statt­ge­fun­den.

Die Mys­te­ri­en­spiel­grup­pe mit Jugend­li­chen des Alber­tus-Magnus-Gym­na­si­ums Rott­weil unter der Lei­tung von Vero­ni­ka Heck­mann-Hage­loch zeig­te ihr Spiel, das von Bea­te Vöh­rin­ger an der Orgel beglei­tet wur­de, in der katho­li­schen Gemein­de im Rah­men der Ver­an­stal­tun­gen zum 110. Jubi­lä­um der Kirch­wei­he des neu­ro­ma­ni­schen Kir­chen­baus.

Gleich nach der Ankunft in Frank­furt und einer kur­zen Pro­be wur­de die Grup­pe von Bernd Rade­stock, dem ehe­ma­li­gen Schul­lei­ter des AMG, und des­sen Frau Eli­sa­bet­ta, die bei­de jetzt in Frank­furt leben, begrüßt und auf einem Stadt­rund­gang beglei­tet. Wie bei allen grö­ße­ren Fahr­ten der Mys­te­ri­en­spiel­grup­pe soll­te auch dies­mal die Auf­füh­rung mit der Besich­ti­gung von Kunst und Kul­tur zu einer Stu­di­en­fahrt wer­den.

Der His­to­ri­ker Rade­stock erläu­ter­te fach­kun­dig den Römer­berg mit den mar­kan­ten, nach dem Krieg wie­der auf­ge­bau­ten mit­tel­al­ter­li­chen Gebäu­den im Zen­trum der Stadt Frank­furt und die geschicht­li­che und poli­ti­sche Bedeu­tung der Pauls­kir­che, die auch von innen besich­tigt wur­de. Ein Besuch im Geburts­haus von Johann Wolf­gang von Goe­the, das einen Ein­blick in das Leben einer Fami­lie zur Zeit des Roko­ko ver­mit­telt, run­de­te die Ein­drü­cke ab.

Am Abend fand dann die Auf­füh­rung des Mys­te­ri­en­spiels beim Publi­kum gro­ßen Anklang und man­che Gesprä­che erga­ben sich noch im Anschluss. Zur Über­nach­tung reis­te die Grup­pe wei­ter nach Mainz. Die ers­te Besich­tun­gung galt am Sonn­tag Vor­mit­tag dem roma­ni­schen Dom, der wie die Dome in Spey­er und Worms im 11. Jahrund­ert errich­tet wur­de, in sei­ner Aus­stat­tung aber zahl­rei­che Grab­denk­mä­ler und Aus­stat­tungs­stü­cke bis hin zum Roko­ko-Chor­ge­stühl zeigt.

Beson­ders ein­drucks­voll emp­fun­den wur­de die an den Dom ange­bau­te ehe­ma­li­ge Palast­ka­pel­le, die in roma­ni­schen For­men als zwei­stö­cki­ge Dop­pel­ka­pel­le erbaut wur­de. Ein aus­drucks­star­kes Kreuz aus der Roma­nik ist dar­in der Blick­fang in der Apsis. Das impo­san­te Grab­mal für Kar­di­nal Albrecht von Bran­den­burg lässt erah­nen, wel­che Macht die­se Per­sön­lich­keit um 1500 hat­te. Im Mys­te­ri­en­spiel wird auch von ihm berich­tet. Er för­der­te den Ablass­han­del. Dies war eine der Ursa­chen für die Refor­ma­ti­on, deren Beginn bei Luther und dem Anschlag sei­ner The­sen gegen den Ablass­han­del im Jahr 1517 gese­hen wird.

Nach der Besich­ti­gung des Domes nutz­ten eini­ge Mit­glie­der der Grup­pe ger­ne die Gele­gen­heit, den Got­tes­dienst im Dom zu besu­chen. Zur Füh­rung durch das Guten­berg-Muse­um fan­den sich dann wie­der alle zusam­men ein. Im Mys­te­ri­en­spiel wird auf Guten­berg und sei­ne Erfin­dung des Buch­drucks mit beweg­li­chen Let­tern Bezug genom­men, eine Erfin­dung, die ganz wesent­lich die Zeit um 1500 präg­te und bis heu­te nach­wirkt. Zwei Guten­berg-Bibeln konn­te die Grup­pe im Ori­gi­nal sehen und durf­te auch bei einer Vor­füh­rung an einer nach­ge­bau­ten Guten­berg-Pres­se erle­ben, wie zur dama­li­gen Zeit Bücher und Flug­schrif­ten gedruckt wur­den.

Nach einem gemein­sa­men Mit­tag­essen stand noch ein wei­te­rer Glanz­punkt auf dem Pro­gramm: der Besuch in der Kir­che St.Stephan mit dem stimm­mungs­vol­len goti­schen Kreuz­gang. Die­se Kir­che ist durch die Glas­bil­der von Marc Chagall welt­be­rühmt. Die leuch­ten­den Fens­ter tau­chen den gan­zen Raum in blau­es Licht.

Nun ste­hen wei­te­re Auf­füh­run­gen des Mys­te­ri­en­spiels bevor: am Sonntag,12. Novem­ber, wird es um 17 Uhr in Brugg/ St. Niko­laus (an der Orgel: Bea­te Vöh­rin­ger) zu sehen sein. Die ers­te Auf­füh­rung in Rott­weil fin­det am Sams­tag, 25. Novem­ber um  18 Uhr in St.Pelagius (an der Orgel: Sil­via Helm­stät­ter) statt, wei­te­re Auf­füh­run­gen sind dann im neu reno­vier­ten Hei­lig-Kreuz-Müns­ter am Mitt­woch, 7. März 2018 um 20 Uhr und am Sonn­tag, 11. März 2018 ‚um 17 Uhr.

Die Auf­füh­run­gen dau­ern jeweils etwa eine Stun­de. Der Ein­tritt ist frei, um Spen­den wird gebe­ten. Aktu­el­le Infor­ma­tio­nen unter: www.mysterienspiel.de.