Nach Hassbotschaften: OB besucht Betreiberfamilie des „Benz-Marktes“

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ROTTWEIL – Zeichen gegen Diskriminierung: Oberbürgermeister Ralf Broß hat die Familie Benz in ihrem Laden besucht, die aufgrund ihrer Herkunft aus Russland derzeit Anfeindungen ausgesetzt ist. Der OB bedankte sich für den Mut, den die Familie gezeigt hat, indem sie an die Öffentlichkeit gegangen ist.

„Wir dürfen es nicht zulassen, dass Menschen aufgrund ihrer Herkunft, Sprache und Wurzeln diskriminiert werden“, sagte Broß. „Die Familie Benz kann nichts dafür, dass der russische Präsident das Nachbarland Ukraine überfällt. Mehr noch: Die Familie sammelt sogar für die Geflüchtete und ist solidarisch mit den Menschen, die sehr viel Leid erfahren.“

Sichtlich gerührt war die Familie laut einer Pressemitteilung der Stadtverwaltung über diesen Zuspruch und erzählte dem Oberbürgermeister von den vielen guten Worten, die seit der Veröffentlichung eines Berichts in der Tageszeitung bei ihr eingegangen seien. Die Familie will weiterhin an der Spendenaktion für die Geflüchteten aus der Ukraine teilnehmen und OB Broß sagte ihnen jegliche Unterstützung hierbei zu.

Die zum Thema Ukraine eingerichtete Kontaktstelle im Rathaus bekommt laut Stadtverwaltung täglich eine große Solidarität der Menschen zu spüren. Die Rottweiler Schulen beispielsweise stellen sich aktuell darauf ein, Schulunterricht für die Kinder aus der Ukraine anzubieten. Es melden sich Helfer, die ihre Sprachkenntnisse zur Verfügung stellen wollen. Die Stiftung St. Franziskus aus Heiligenbronn möchte die Stricknadeln auspacken und als Willkommensgeschenke selbst gemachte Socken zaubern und und und… Broß betont: „In solchen Zeiten gibt es nur eine Antwort auf die Frage: Welche Staatsangehörigkeit hast Du? Mensch!“

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5 Kommentare

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Thomas und Olga Bornfleth Ukrainehilfe
1 Jahr her

Nachtrag zum vorigen Bericht:

Meine Frau hat auch von mehreren russischen Menschen Hassbotschaften erhalten.
Deswegen verlangt sie aber nicht den Bürgermeister.
Stattdessen wünscht sie sich Solidarität mit der Ukraine z.B. in Form einer Ukrainischen Flagge am Benz Laden!

Anton Wendler
1 Jahr her

Wegen Rassisten wie Ihr es zu sein scheint, leiden die Menschen auch derzeit in der Ukraine.
Hass und Rassismus sind die übelsten Quellen für Gewalt und Leiden. Warum sollte der OB ihren Hasserfüllten Laden besuchen? Ihr schein zu „helfen“ um den Hass öffentlich ausleben zu dürfen.

Thomas Bornfleth
1 Jahr her
Antwort auf  Anton Wendler

Herr Wendler, Sie haben nicht verstanden. Lesen Sie den Artikel nochmals durch. Wir sind eine multikulturelle Familie. Unsere Angestellten sind u.a.Russen. Noch Fragen?

Thomas und Olga Bornfleth Ukrainehilfe
1 Jahr her

Schön das Herr Broß ganz schnell vorbeigekommen ist und werbewirksam seine Solidarität mit den Russen bekundet hat.
Mir sind fast die Tränen heruntergekullert vor Rührung. Das ist ein Schlag ins Gesicht für jeden Ukrainer hier und jedem helfenden. Bis heute warten wir 
von der Ukrainehilfe in der Hochmaiengasse auf Herrn Broß. Wo ist er? Warum hat er uns nicht mal besucht und Fotos gemacht? (wobei wir gerne darauf verzichten) aber stattdessen geht er zu den Russen die sich ungerecht behandelt fühlen. Haben Sie denen auch gesagt sie sollen mal das Fernsehprogramm wechseln und Landsleute aufklären sollen? Das ist es was sie als unbeteiligte mindestens tun können 
Erwartet hätten wir auch schon mal eine Nachfrage wie es mit der UkraineHilfe läuft und was die Stadt noch dafür tun könnte. Stattdessen bekommen wir zu hören man solle lieber an die großen Hilfsorganisationen spenden als selbst aktiv zu werden und direkt zu helfen. Nein Herr Broß. Direkte Hilfe ist gut. Jede Sachspende geht direkt koordiniert von uns in die Ukraine. (Wir senden Ihnen die Bilder wo unsere Lotsen in Krankenhäusern das dort dankend empfangen und die frohen Gesichter der Ärzte dann noch direkt zu) Wir arbeiten jeden Tag dafür und stellen unsere eigentlichen Jobs hinten an. Wir haben u.a. die ganze Familie aus der Ukraine abgeholt und wissen um das Leid aus erster Hand. Eine Krebskranke Frau die mit Ihren Kindern auf der Flucht war konnten wir hier erstmal in Sicherheit bringen bzw. ins Krankenhaus. Wir helfen!
Umso schlimmer ist die Werbeshow vor dem Benz Laden. Den Bericht haben wir unseren Flüchtlingen besser nicht gezeigt!
 

Name
1 Jahr her

So ist es. Zudem muss man auch feststellen, dass es eben nicht nur Putins Krieg ist. Es gibt eine breite Unterstützung dafür bei vielen Russen. Jeder von denen macht sich an dem Morden mit schuldig. Die Schande wird Russland nun lange begleiten.

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