Die Teilnehmer des Nachbarschaftsgespräch, darunter auch Geflüchtete, arbeiteten in Gruppen intensiv an Ideen für die weitere Integrationsarbeit. Foto: pm

ROTTWEIL – Nach mehr als zwei Jah­ren loka­les Bünd­nis für Flücht­lings­hil­fe und Inte­gra­ti­on haben die Initia­to­ren eine posi­ti­ve Zwi­schen­bi­lanz gezo­gen. Beim Nach­bar­schafts­ge­spräch unter dem Mot­to „Von Flücht­lin­gen zu Nach­barn – Inte­gra­ti­on gemein­sam gestal­ten“ bewer­te­ten die Bünd­nis­teil­neh­mer die Situa­ti­on vor Ort und ent­wi­ckel­ten Lösungs­an­sät­ze für bestehen­de Stol­per­stei­ne bei der Inte­gra­ti­on.

Nach­dem die Bünd­nis­part­ner den Zuzug zahl­rei­cher Geflüch­te­ter in den letz­ten Jah­ren erfolg­reich bewäl­tigt haben und aktu­ell die Zugangs­zah­len nach wie vor nied­rig blei­ben, steht nun ver­stärkt die Inte­gra­ti­on im Zen­trum der Anstren­gun­gen. Doch Inte­gra­ti­on ist eine lang­wie­ri­ge Auf­ga­be. Das  Nach­bar­schafts­ge­spräch unter dem Mot­to „Von Flücht­lin­gen zu Nach­barn – Inte­gra­ti­on gemein­sam gestal­ten“  trägt dazu bei, dass sie gelingt. Geför­dert wur­de die Ver­an­stal­tung durch das Staats­mi­nis­te­ri­um Baden-Würt­tem­berg und das Minis­te­ri­um für Sozia­les und Inte­gra­ti­on des Lan­des im Rah­men des Pro­gramms „Nach­bar­schafts­ge­sprä­che. Zusam­men­le­ben – aber wie?“ der Alli­anz für Betei­li­gung.

Das Kon­zept ist schnell erklärt: Geflüch­te­te als „neue Nach­barn“, die Teil­neh­mer und Teil­neh­me­rin­nen des loka­len Bünd­nis­ses und wei­te­re Inter­es­sier­te kamen zusam­men, ins Gespräch und ins Nach­den­ken dar­über, wie es denn aktu­ell vor Ort läuft und wie Inte­gra­ti­on gelin­gen kann. Es gehe dar­um, Zwi­schen­bi­lanz zu zie­hen und basie­rend dar­auf eine Visi­on für die Zukunft zu ent­wi­ckeln, erklär­te Ober­bür­ger­meis­ter Ralf Broß. „Beson­ders erfreu­lich fin­de ich die Teil­nah­me von Geflüch­te­ten und bin gespannt auf Ihre Wahr­neh­mun­gen und Sicht­wei­sen“, beton­te Broß in sei­ner Begrü­ßung.

Mode­riert und beglei­tet von den bei­den Poli­tik­wis­sen­schaft­lern Tho­mas Pfohl und Dani­jel Paric wur­de sodann in vier Arbeits­grup­pen inten­siv zu den Leit­fra­gen „Wo ste­hen wir?“, „ Wo wol­len wir hin?“ und „Wel­che wei­te­ren Schrit­te müs­sen geplant wer­den?“ gear­bei­tet. Die Grup­pen befass­ten sich mit den The­men Wohnraum/ Woh­nungs­markt, Begeg­nung und Frei­zeit, Schul- und Ausbildung/ Arbeit sowie Spra­che. Wie viel Gesprächs­be­darf herrsch­te, zeig­te sich an den regen Gesprä­chen an den Tischen – und an der Dau­er der Ver­an­stal­tung von rund drei­ein­halb Stun­den.

Trotz der Dis­kus­sio­nen waren sich alle einig, dass eine posi­ti­ve Zwi­schen­bi­lanz gezo­gen wer­den kann: seit Grün­dung des Bünd­nis­ses vor mehr als zwei Jah­ren hat sich eini­ges getan, man befin­de sich bei vie­len The­men auf dem rich­ti­gen Weg. Die Ergeb­nis­se und Ide­en des Nach­mit­tags wer­den nun von Her­bert Stemm­ler (Inte­gra­ti­ons­be­auf­trag­ter) und Sarah Link (Fach­stel­le Inte­gra­ti­on) mit­ge­nom­men, auf­be­rei­tet und deren Aus­wer­tung in der nächs­ten Sit­zung des loka­len Bünd­nis­ses für Flücht­lings­hil­fe und Inte­gra­ti­on vor­ge­stellt. Ziel ist es, die Bear­bei­tung der Ergeb­nis­se in den Arbeits­grup­pen fort­zu­set­zen, wodurch eine geziel­te, the­men­ori­en­tier­te Arbeits­wei­se ange­strebt wird. Eben­falls soll die Teil­nah­me von Geflüch­te­ten bei­be­hal­ten wer­den, um gemein­sam das künf­ti­ge Zusam­men­le­ben zu gestal­ten.