Rottweil. Georg Hauser steht vor dem 1,20 mal 1,20 Meter großen Lageplan der Rottweiler Kernstadt und betrachtet mit Wohlwollen die vielen Stecknadeln, die diesen Plan durchlöchern. „Jeder rote Stecknadelkopf steht für eine Besenwirtschaft“, erklärt der Zweite Narrenmeister. Es dürfen sogar noch mehr werden.

Von Prof. Frank Huber, Zunftschreiber

Mehr als 60 solcher Nadeln lassen sich zählen. Ein Erfolg, mit dem niemand gerechnet hat. „Doch es wäre noch Platz für ein paar mehr. Bis Ende Juli können sich potenzielle Besenwirte noch um Plätze bewerben. Danach wird es schwierig“, meint Daniel Weckenmann, der ebenfalls im so genannten Bewirtungsausschuss aktiv ist.

Bewirtungsausschuss – ein schöner Titel für einen Ausschuss, hinter dem sich jedoch eine Vielzahl von Tätigkeiten verbirgt, an die man zunächst gar nicht denkt. Klar, es ist die Aufgabe von Hauser, Weckenmann, Andreas Leichtle, Karsten Hansmann, Wolfgang Göhler und Axel Pfriender für Besenwirtschaften zu werben und für die Besenwirte die Koordination von Räumlichkeiten sowie Plätzen für Zelte oder Hütten zu übernehmen.

Das ist aber nur eine Seite der Medaille. „Weitaus wichtiger ist es, den Besenwirten ein stimmiges Leistungskonzept anzubieten“, so Weckenmann. Dieses stimmige Konzept sieht eine Getränkebelieferung, ein Pfand-, Müll- und Toilettensystem, einen Sicherheitsdienst sowie die Bereitstellung einer Infrastruktur für Strom und Wasser vor.

Leichtle, der früher jahrelang bei der ENRW beschäftigt war, kennt die Probleme eines Narrentages von der Pike auf. „Klar, wenn man an den Bewirtungsausschuss denkt, fällt einem sofort das Thema ‚Krüge hoch‘ ein, aber wer will schon ein warmes Bier aus einem nicht gespülten Glas in einem dunklen Raum ohne Musik zu sich nehmen?“ Dafür benötigt es eine Infrastruktur, auf die die Besenbetreiber dann einfach zugreifen können.

Auch die Organisation des Sicherheitsdienstes gehört zum Aufgabengebiet des Ausschusses. „Die Besenwirte sind damit eine große Sorge los. Der Sicherheitsdienst läuft rund um die Uhr, ergänzend zur Polizei-Streife und hilft für den Fall der Fälle, den wir uns eigentlich nicht wünschen.“ Die Besenwirte haben dann nur noch die Aufgabe, die Personenzahl, für die die Besenwirtschaften zugelassen sind, zu kontrollieren. Bei zu starkem Andrang helfen auch hier die für solche Fälle ausgebildeten professionellen Sicherheitsdienste.

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Seit zwei Jahren arbeiten die fünf Ausschussmitglieder als Team an diesem Gesamtkonzept. Ein wichtiger Meilenstein war sicher die Zusicherung der Fürstenberg Brauerei über den Getränkehändler Heinrich aus Sulz, den Narrentag mit Getränken auszustatten. „Uns war vor allem wichtig, dass die Besenwirte rund um die Uhr an allen drei Tagen auf ein zentrales Getränkelager zugreifen können. Das spart allen Beteiligten Zeit und Nerven. Deshalb haben wir uns für die Kooperation entschieden“, merkt Hauser an. „Wobei wir auf eine Bierprobe verzichtet haben“, fügt Hansmann hinzu und grinst.

Auch ohne Bierprobe stehen die Mannen des Unterausschusses in den Startlöchern für das große Familienfest Narrentag. „Wir nehmen jetzt die letzten Anmeldungen für Besenwirtschaften auf und dann wird es eine zweite Informationsveranstaltung für die Hobbygastronomen geben, bei der dann die letzten Details vermittelt werden“, erklärt Hauser. Und dann – ja dann soll er kommen, der Narrentag, jedem zum Freude und niemand zum Leid.

Infos unter www.narradag.de

 

 

 

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