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Rottweil
Sonntag, 5. April 2020
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    Narrenzunft Rottweil: „Keine Fasnet ohne Regeln!“

    Über der Rottweiler Fasnet steht das Motto „Niemand zu Leid – jedem zur Freud“. „Jeder Narr weiß das, und für jeden ist es selbstverständlich, diesen Grundsatz zu beherzigen“, schreibt die Narrenzunft Rottweil in einer Pressemitteilung. Diese veröffentlichen wir hier im Wortlaut.

    Als verantwortliche Veranstalterin des „Narrensprungs“ besitzt die Rottweiler Narrenzunft das Recht, alle Narren, die nicht den Teilnahmebedingungen entsprechen oder sich nicht in den traditionellen Rahmen der Fasnet einfügen, vom „Narrensprung“ auszuschließen. Sie möchte von diesem Recht möglichst keinen Gebrauch machen und die Narrenfreiheit so lebendig wie möglich erhalten.

    Um allen Narren verbindliche Richtlinien für die kommenden Fasnetstage an die Hand zu geben, stellt die Rottweiler Narrenzunft eine kleines „Narrenbrevier“ zusammen, in dem zu lesen ist

    • … dass zu jedem Narrenkleid ein weißes Hemd, ein weißer Querbinder und weiße Handschuhe gehören, nur der Federahannes trägt einen schwarzen Binder. Unabdingbar gehören zu jedem Narr einfache schwarze Schuhe mit hohem Schaft, wobei darauf geachtet werden muss, dass die Sohlen und die Form des Schuhes keinen modischen Linien folgen
    • … dass die Hosen von Biss, Gschell und Fransenkleid unter dem Knie gebunden werden und die Foulards dort angebracht werden, wo sich die Glockengurte auf der Brust kreuzen, die Foulards selbst, werden über dem Kittel getragen
    • … dass Biss und Gschell mit nur vier Glockenriemen nicht „narren“ dürfen
    • … dass jeder Narr seine Haube unter dem Kinn nicht schließt, sondern offen trägt
    • … dass alle Narren ihren Weg zu den „Narrensprüngen“ durch die Seitenstraßen nehmen müssen
    • … dass in den Sammellokalen ab 6.45 Uhr oberhalb dem Schwarzen Tor jeder Narr seine Narrenkarte persönlich bis 8.00 Uhr abstempeln lassen muss und dass er in diesen Lokalen auch seinen Sprungbändel erhält
    • … dass in den Stempellokalen keine Narrenkarte erworben werden kann,
    • … dass während des „Narrensprungs“ der Narr auch dann „jucken“ soll, wenn er gerade keine Musik hört, das hält den Narrensprung „leabig“
    • …dass Rottweils Narrenruf Hu-Hu-Hu lautet und nicht Ju-hu-hu oder Hü-hü-hü
    • … dass während dem „Narrensprung“ das „Narrenbuch“ nicht schon aufgeschlagen und „aufgesagt“ wird
    • … dass der Narr keine Orangen auswerfen soll, Brezeln oder Berliner erfüllen den gleichen Zweck
    • … dass Schnapsflaschen egal in welcher Größe und mit welchem Volumenprozent nicht in den Korb oder die Schnupfdose des Rottweiler Narren gehören
    • … dass der Federahannes an seiner Stange nicht posiert wie eine Hexe und dass er auch keine Hüte oder Mützen spazieren trägt. Die Unsitte des „Nasenbohren“ gehört ebenfalls nicht zum Federahannes
    • … dass auch Federahannes  „aufsagen“ sollen
    • … dass der Federahannesstecken als Sprung- und nicht als Wanderstock dient
    • … dass es für jeden Narr selbstverständlich sein muss, bis zur Auflösung des „Narrensprungs“ mit geschlossener Larve auf dem Friedrichsplatz zu bleiben
    • … dass sich der Narr im Wirtshaus nicht von Teilen seines Narrenkleides entledigt (Kopfstück, Glocken, Kittel) und auch wieder auf die Straße gehen soll
    • … dass die Narrenreime „Narro kugelrund“, „Narro sieba Sih“ und „O jerum“…! auf der Straße mit den Kindern gesungen, ein wichtiges Stück Alt-Rottweiler Fasnetsstimmung ausmacht
    • … dass zum „Aufsagen“ nicht unbedingt ein Narrenbuch gehört, sondern dass man auch aus dem Stegreif „aufsagen“ kann
    • … dass ein rechter Narr auf der Straße oder wenn er im Wirtshaus „aufgesagt“ hat, seine Larve nicht lüftet und auch wenn er in den Gässle unterwegs ist unerkannt bleiben will
    • … dass die „Narrenwurst“ dazu dient, diejenige Person, der „aufgesagt“ werden soll, mit einem leichten Schlag auf die Schulter in den Bann des Narren zu ziehen, nur ein schlechter Narr winkt und fuchtelt mit der „Narrenwurst“, er hat diese am Handgelenk hängen und die entsprechende Hand in der Hosentasche
    • … dass sich kein Narr beim „Aufsagen“ schüttelt wie ein nasser Hund
    • … dass mit dem Betzeitläuten (18.00 Uhr) ein schöner Fasnetstag zu Ende ist und jeder Narr nach Hause gehen muss, um sein Narrenkleid auszuziehen
    • … dass bei Fragen zur Fasnet die Narrenzunft Rottweil gerne Auskunft gibt.

    Programm der Rottweiler Fasnet 2020

    Samstag:

    Ab 10.00 Uhr können Narrenkarten bei Mann und Mode Gent, Elektro Wiest, Lederwaren Spitznagel,  Haushaltswaren Kopf, Intersport Kirsner, Irion`s Schweizer Lädele und der Buchhandlung Klein erworben werden. Die Narrenzunft hat dort einen Verkaufsstand.

    14 bis 16 Uhr Ausgabe der Kinderkärtle im Cafe „Schädle“. Jedes Kind erhält einen Berliner.

    Sonntag:

    10.30 Uhr: Die Narrenzunft und Freunde der Zunft treffen sich im Gasthaus „Rössle“. 11.45 Uhr: Eröffnung der Fasnet vor dem Rathaus durch die Narrenzunft Rottweil und ihre Ausscheller.

    14.30 Uhr: Fasnetsauftakt mit großem Umzug des Narrensamens und verschiedener Fasnetsgruppen. Nicht erlaubt sind motorisierte und gefährliche Wägen, Gruppierungen, mit lärmbelästigenden, „fastnachtsfernen“ Musikstücken, demonstrationsähnliche Kostümierungen, sackweises Auswerfen von Konfetti, lebende Tiere, Hexen, Kampfanzüge und sonstige geschmacklose Darstellungen. Auch die Teilnahme am Umzug zu kommerziellen Zwecken ist untersagt. Der Umzugsweg geht vom Schwarzen Tor geht stadtabwärts zum Spital, von dort über das Konvikt, Hotel Johanniterbad und Grafengasse zur Hochbrücke. Die Aufstellung des Umzugsstadteinwärts ist zwischen Hochbrücke und Mode Russ. Der Sprung geht dort los, sobald die letzten Bajasse die Kreuzung stadtabwärts passiert haben. Auf dem Friedrichsplatz endet dann der Narrensprung. Von 14 bis 17 Uhr Beschenkung der Kinder am Wurststand der Narrenzunft beim Rathaus.

    Montag und Dienstag:

    Sämtliche Narren können im „Vereinsheim der Bürgerwehr“, im „ZIZ“, in der „Alten Post“, im „Rössle“, in der „Kanne“, im „Apfel“, in der „Weinstube Grimm“, in der „Jugendherberge“, im „Lehre“, im „Kapuziner“ und im „El Greco“ (ehemals „Waldhorn“) ihre Narrenkarte ab 6.45 Uhr abstempeln lassen. Ein Verkauf von Narrenkarten findet in den Stempellokalen nicht statt. Der Narrensamen sammelt sich auf der Kreuzung zwischen Torstube und Friseur Haibt. Teilnahmeberechtigt an den Rottweiler Narrensprüngen sind nur Narren in Original Rottweiler Narrenkleidern mit gültiger Narrenkarte. Hexen und große Bajasse sind während der großen Narrensprünge beim Narrensamen nicht zugelassen. Die Narren müssen den Weg zu den Sammellokalen durch die Seitenstraßen nehmen. Die Kontrolle in den Sammellokalen endet zehn Minuten vor 8 Uhr.

    Der Weg des Acht-Uhr-Narrensprungs am Montag führt stadtabwärts zum Spital, von dort über das Konvikt, Hotel Johanniterbad und Grafengasse zur Hochbrücke. Die Aufstellung des Umzugsstadteinwärts ist zwischen Hochbrücke und Volksbank. Die Reiter kommen über die Sprengergasse in die Hochbrücktorstraße. Zugang zum Sprung besteht zudem über die Kameralamtsgasse beim Gasthaus Becher. Der Sprung geht vor der Volksbank los, sobald die letzten Narren die Kreuzung stadtabwärts passiert haben. Abschluss des Narrensprungs ist auf dem Friedrichsplatz. Im Spital bewirtet während des Umzugs der FV 08 Rottweil. Ferner sei darauf hingewiesen, dass behinderte Mitbürger in der Oberen Hauptstraße unterhalb des Ehrenpodestes und beim „Café Lüthy“ den Narrensprung verfolgen können. Die Ordner sind angewiesen, an den genannten Orten eine kleine Fläche freizuhalten.

    Der Acht-Uhr-Narrensprung am Dienstag ist identisch mit dem am Montag. Erfahrungsgemäß geht der Sprung um 10.00 Uhr zum Friedrichsplatz und findet dort um ca. 11.15 Uhr sein Ende.

    Der Vierzehn-Uhr-Narrensprung am Dienstag ist identisch mit dem am Montag. Die Waldtorstraße zwischen dem „Goldenen Apfel“ und dem „Café Lehre“ bleibt am Montag und Dienstag bis um 19 Uhr für den Verkehr gesperrt. Um 18 Uhr hat jeder Narr sein Narrenkleid abzulegen und sich von der Straße zurückzuziehen. Die Zuschauer werden gebeten, beim Narrensprung die Gehwege nicht zu verlassen und sich den Anweisungen der Ordner zu fügen. Der Besuch der Narrensprünge erfolgt auf eigene Gefahr. Den Bürgern Rottweils wünschen wir für die hohen Tage eine recht vergnügte und schöne Fasnet. HU-HU-HU Narrenzunft Rottweil

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