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Sonntag, 5. April 2020
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    Neue JVA Rottweil: Infos zum Planungsstand

    2026 soll das neue Landesgefängnis bei Rottweil fertiggestellt sein. Und 2027 soll es in Betrieb gehen. Diese Daten hat jetzt das für den Bau zuständige Amt für Vermögen und Bau Konstanz genannt. Und auch, welche Eingaben aus der Bürgerbeteiligung berücksichtigt werden sollen.

    Vermögen und Bau, Amt Konstanz, hat den Bauausschuss des Rottweiler Gemeinderats und den Runden Tisch mit Vertretern aus der Bürger- schaft und den beteiligten Behörden über den aktuellen Planungsstand zum Neubau der Justizvollzugsanstalt Rottweil informiert.

    Grundlage ist laut einer Pressemitteilung das Ergebnis aus dem Architekturwettbewerb 2018. Der erste Preis ging an das Architekturbüro Obermeyer aus München, das mit der Planung beauftragt wor- den ist. Den Wettbewerbsentwurf gilt es nun planerisch zu vertiefen. Dies bedeutet, die Absichtserklärung einer Wettbewerbsskizze in einen belastbaren Entwurf zu über- führen, der sich baulich und voll funktionsfähig umsetzen lässt. Dies gelingt nach Ein- schätzung des Amtes Konstanz von Vermögen und Bau recht gut. Nachdem das Pro- jektteam mit Architekt und Ingenieuren aller Fachbereiche nun die Vorplanung präzi- siert hat, lassen sich bereits detailliertere Aussagen zum Planungsstand machen.

    Neben dem umzusetzenden Raumprogramm von rund 25.000 m² Nutzfläche, das sich bei einer JVA auf rund 15 Funktionsbereiche verteilt, gilt es auch die weiteren Pla- nungsparameter zu bearbeiten, die größtenteils schon in der Wettbewerbsaufgabe for- muliert waren. Dazu gehören auch die Anregungen aus der Bürgerbeteiligung sowie die fachlichen Belange der Stadt Rottweil.

    Folgende Punkte wurden aus der Bürgerbeteiligung übernommen und sind inzwischen weiterbearbeitet:

    • Schonende Einbindung in das Landschaftsbild
    • Erhalt der bestehenden Naherholungsmöglichkeiten
    • Ausweisung von 20 Wanderparkplätzen an der JVA
    • Dachbegrünung
    • Beachtung der Wirkung des Blicks vom Testturm
    • Gemeinsame Nutzungsmöglichkeiten für Gefangene wie Bewohner: Gastronomische Nutzung im Freigängerheim, Nutzung der 3-Feld-Sporthalle durch Rottweiler Vereine
    • hoher energetischer Standard: Blockheizkraftwerk und Hackschnitzelkessel, Photovoltaikanlage sowie Regenwassernutzung (Sportplatz)

    Im Zuge des Planungsfortschritts kam es aber auch zu Änderungen gegenüber dem Wettbewerbsergebnis. Im Folgenden aufgezählt die wesentlichen Eckpunkte, welche einen Bezug zu den Anliegen aus der Bürgerschaft haben:

     · Differenzierung der überbauten Fläche im Bereich der Werkstatt und Anliefe- rung, sowie des südlichen Haftgebäudes, damit bessere Einbindung in die Landschaft.

    • Erhöhung des südlichen Haftgebäudes von zwei auf drei Geschosse analog zu den beiden anderen, bereits dreigeschossig geplanten Hafthäusern
    • Verlegung der Zufahrt zum Hofgut Neckarburg und Anpflanzung einer Grünzone zwischen Straße und Anstalt, damit Verbesserung der Einbettung der Anlage in die Landschaft und Schaffung von Ausgleichsflächen an dieser Stelle.
    • Leistungsfähige Photovoltaikanlage zur Versorgung der Anstalt, dadurch Re- duktion der Dachbegrünung auf 44 Prozent
    • Reduzierung der Haftraumgrößen von 10 auf 9 m². Dadurch Verringerung der Gesamtkubatur der drei Hafthäuser und Einhaltung der planungsrechtlichen Vorgaben der Landesrichtlinien im Vollzugsbau für Baden-Württemberg.

    Die Maßnahme wird im Übrigen mit der BIM-Methodik (Building Information Modeling) geplant. Hier werden die Chancen der Digitalisierung genutzt. Dadurch lassen sich interdisziplinäre Informationen aller Planungsbeteiligten bündeln, um damit Arbeits- schritte effizienter, aber auch transparenter zu gestalten.

    Oberbürgermeister Ralf Broß dankte im Namen der Stadt Rottweil für die umfassende Präsentation, die von den Mitgliedern des Bauausschusses wie des Runden Tisches insgesamt sehr positiv aufgenommen wurde. Für die Akzeptanz des Vorhabens in der Bevölkerung sei es wichtig, die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung so weit wie möglich umzusetzen und erforderliche Änderungen transparent zu machen. Broß fasste einige Anregungen aus den beiden Runden für die weitere Planung zusammen: So wird da- rum gebeten, die Dachbegrünung an der Gebäudeecke zum Testturm beizubehalten und an dieser Stelle nicht zugunsten einer Photovoltaikanlage aufzugeben. Hier sag- ten die Verantwortlichen eine Prüfung zu. Unterstrichen wurde der Wunsch, dass die Fassade von ihrer Struktur und vom Farbton her entsprechend des Wettbewerbser- gebnisses gestaltet werden soll. Dies wurde ebenso zugesagt wie eine fotorealistische Darstellung der künftigen Gefängnisarchitektur.

    Wie geht es nun weiter?

    In diesem Jahr soll die Entwurfsplanung vorangetrieben werden. Nächster Schritt ist hierzu die Erstellung der Haushaltunterlage-Bau. Diese stellt die Gesamtbaukosten fest und ist Entscheidungsgrundlage über die Etatisierung der Gesamtmaßnahme für

    den Landtag von Baden-Württemberg. Parallel dazu wird der erforderliche Bebauungs- plan entwickelt und zeitgleich der Flächennutzungsplan angepasst. Nächster Schritt hierbei ist die Planoffenlage, die dem Gemeinderat voraussichtlich noch vor den Som- merferien zur Beschlussfassung vorgelegt wird.

    Projektdaten:

    Projekt: Neubau Justizvollzugsanstalt Rottweil-Esch

    Bauherr: Land Baden-Württemberg vertreten durch Vermögen und Bau Baden-Württemberg, Amt Konstanz

    Nutzer: Ministerium der Justiz und für Europa, Baden-Württemberg

    Architekten: Obermeyer, München

    Nutzfläche: rund 25.0000 m²

    Geplanter Baubeginn: 2022, Zustimmung des Landtags vorausgesetzt

    Geplante Fertigstellung: 2026

    Inbetriebnahme: 2027

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