Die beiden neuen Sprecher: Maria Sinner und Stefan Mauch. Foto: pm

ROTTWEIL – Nach dem Weg­zug des bis­he­ri­gen Spre­chers Jörg Hügel und der Gemein­de­rats­wahl stand im Orts­vor­stand der Rott­wei­ler Grü­nen ein Update an. Neu­es Spre­cher­duo bil­den nun Maria Sin­ner und Ste­fan Mauch. Bei­de neh­men nun die orga­ni­sa­to­ri­schen Zügel in die Hand und sind auch Ansprech­part­ner in grü­nen Ange­le­gen­hei­ten. Neben die­sen Per­so­na­li­en dreh­te sich die Sit­zung von Vor­stand und Gemein­de­rä­ten aber auch um poli­ti­schen Stil und künf­ti­ge Pro­jek­te.

Der Orts­vor­stand zeig­te Ver­ständ­nis, dass die grü­ne Gemein­de­rats­frak­ti­on kei­ne Fron­ten­bil­dung etwa nach dem Mot­to „Wir gegen die!“ anstrebt, son­dern auf Dia­log und Zusam­men­ar­beit setzt. Wo immer mög­lich. Bei Dif­fe­ren­zen hält man mit Kri­tik nicht hin­ter dem Berg. Vie­le sozia­le und öko­lo­gi­sche Pro­ble­me wie der Kli­ma­wan­del sind in den Augen der Öko­par­tei inzwi­schen aber so gra­vie­rend, dass sie neue Wege und Bünd­nis­se ver­lan­gen. Auch mal über­ra­schen­de – jen­seits des alten Links-Rechts-Sche­mas. Eine nach­hal­ti­ge Stadt­ent­wick­lung gelingt nur, wenn sie die Mehr­heit der Bür­ger­schaft erfasst.

Die Orts­grü­nen schnür­ten für die kom­men­den Mona­te gleich mal einen Sack vol­ler Ide­en. So reg­te Inge­borg Gek­le-Mai­er an, nicht erst dann in Teil­or­ten auf­zu­kreu­zen, wenn Wahl­kampf­ri­tua­le das nahe­le­gen. Gesprä­che mit Orts­vor­ste­hern und Bür­ge­rin­nen und Bür­gern sind in ent­spann­ter Atmo­sphä­re viel­leicht ergie­bi­ger. Eine ande­re Pro­jekt­idee: Lässt sich auch in Rott­weil und Umge­bung ein Pro­jekt der Soli­da­ri­schen Land­wirt­schaft (SoLa­Wi) initi­ie­ren, bei dem Erzeu­ger und Ver­brau­cher eng koope­rie­ren? Maria Sin­ner und Frank Sucker über­le­gen, wie sich sich das The­ma „Ver­ro­hung in unse­rer Gesell­schaft“ pro­duk­tiv auf­grei­fen lässt. Dabei geht es um mehr als Hass­re­den in sozia­len Medi­en und den Umgang damit, son­dern auch um Umgangs­for­men in Schu­len, Behör­den oder Van­da­lis­mus.

Das For­mat der „Grü­nen Stamm­ti­sche“ set­zen die Orts­grü­nen fort – wahr­schein­lich aber unter einem kna­cki­ge­ren Namen. Die­se Tref­fen mit Exper­ten sind „zwar meist klein – dafür aber beson­ders fein“, schrei­ben die Grü­nen in ihrer Pres­se­mit­tei­lung. Als The­men zur Meh­rung eige­nen Wis­sens haben die Grü­nen dabei den Bie­nen­schutz oder die Anpas­sung des Walds an den Kli­ma­wan­del im Auge. Auch mit Denk­mal­schutz­be­hör­den ist ein Gedan­ken­aus­tausch wün­schens­wert. Etwa über ener­ge­ti­sche Sanie­rung, das Schaf­fen von inner­städ­ti­schem Wohn­raum oder die Hän­ge­brü­cke. Ange­dacht ist als Prä­ven­ti­ons­pro­jekt auch eine Ver­an­stal­tung zur Auf­klä­rung über den Kon­sum von Can­na­bis. Und Ste­fan Mauch sehnt sich dem Vor­bild Gre­ta Thun­berg fol­gend nach einem Ver­än­de­rungs­druck, der sich auch jen­seits grü­ner Par­tei­struk­tu­ren ent­fal­tet.

All die­se Ide­en wur­den nicht ein­fach unver­bind­lich an einer Pinn­wand abge­hef­tet, son­dern Ver­ant­wort­li­chen zuge­ord­net. Nach der Som­mer­pau­se zeigt sich, ob sie zün­den.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen unter http://www.gruene-rottweil-zimmern.de