Ali und Solaleh Schirasi lesen in Rottweil. Foto: pm

ROTTWEIL – Auf Einladung des Freundeskreises Asyl Rottweil  tragen die iranischen Exil-Schriftsteller und -Erzähler Ali und Solaleh Schirasi am 21. Juni um 19:30 Uhr, im Refektorium des Kapuziners aus der persischen Erzählung „Geisterhochzeit“ sowie aus den Gedichtbänden „Der Sonne entgegen“ (2005) und „Tanz unter dem Apfelbaum“ vor. Unter anderem wird Solaleh Schirasi auch über die Stellung der Frau im Iran berichten.

Die Erzählkunst der Schirasis ist hochansteckend. Ihr Erzählabend stellt den Auftakt für interkulturelle Lese- und Erzählkreise des Freundeskreiseses Asyl dar. Rottweiler Bürger – Einheimische wie Geflüchtete, sollen einander näher kommen, indem sie sich von individuellen, aktuellen oder zurückliegenden Fluchterfahrungen aufgrund Kriegs- oder Nachkriegs-Wirren erzählen.

Ali Schirasis autobiografische Erzählung „Hoffnungen ohne Ende“, veröffentlicht im Sammelband „Nachrichten aus Anderwelt“, wurde 2002 mit dem Ingeborg-Drewitz-Literaturpreis ausgezeichnet. 2004 erschien Buch „Weder Kopftuch, noch Handgranate“, das die Schirasis gemeinsam verfassten.

Ali Schirasi arbeitete im damaligen Persien als Lehrer und wurde vom Regime Schah Reza Pahlavis als Gegner eingestuft, unter anderem weil er zusammen mit Kollegen eine Lehrergewerkschaft 1962 gründete. Sein Ziel war ein demokratischer, säkularer Iran.

Ein Militärgericht verurteilte ihn 1974 zu zehn Jahren Gefängnis. Auf Intervention des Roten Kreuzes kam er 1978 frei. Nach dem Sturz des Schah-Regimes, wurde er 1979, nach Machtergreifung Ajatollah Khomeinis, erneut als Oppositioneller eingestuft, da er sich gegen die Islamisierung des Landes wandte. 1983 wurde er erneut verhaftet und im berüchtigten Ewin-Gefängnis in Teheran inhaftiert. 1987 gelang den Schirasis die Flucht.

Beide leben heute als freie Schriftsteller in Konstanz am Bodensee und treten mit zahlreichen Lesungen, Vorträgen und Erzählabenden an die Öffentlichkeit.