Die Berg­wacht Rott­weil ist im Land­kreis Rott­weil für die Höhen­ret­tung sowie die Ret­tung aus unweg­sa­mem Gelän­de zustän­dig. Vor weni­gen Tagen haben die Spe­zia­lis­ten den Ernst­fall geprobt – in mehr als 200 Metern Höhe am Auf­zug­test­turm von thyssenkrupp. Das Sze­na­rio: ein ver­letz­ter Arbei­ter auf einer der bei­den Monate­büh­nen für die Turm-Außen­hül­le, die bis zur Eröff­nung im Okto­ber noch mon­tiert wer­den soll.

Foto: Berg­wacht Rott­weil

Zusam­men mit dem Unter­neh­men Tai­yo Euro­pe, das die Außen­hül­le am Turm anbrin­gen soll, hat nach deren Anga­ben die Berg­wacht ein Kon­zept zur Ret­tung eines ver­letz­ten Arbei­ters erar­bei­tet und erst­mals erprobt. Bei den ver­schie­de­nen Ret­tungs­ak­tio­nen übten die Betei­lig­ten haupt­säch­lich die Ret­tung von den bei­den mobi­len Platt­for­men aus.

Die­se bewe­gen sich mit Vor­an­schrei­ten der Bau­ar­bei­ten, dau­er­haft sei­en sie nur über einen  Kran erreich­bar, teilt die Berg­wacht wei­ter mit. Die­ser Kran sitzt auf der Spit­ze des 246 Meter hohen Tur­mes. Dabei sei vor allem die Kom­mu­ni­ka­ti­on mit dem Kran­füh­rer ent­schei­dend, der die Ret­ter sowie den Ver­letz­ten aus­schließ­lich durch Anwei­sun­gen manö­vrie­re.

Foto: Berg­wacht Rott­weil

Befes­tigt am Kran­ha­ken und mit zuneh­men­der Höhe, bemerk­ten die Berg­ret­ter schnell, dass sich die Wet­ter­be­din­gun­gen am Turm rasch ver­än­dern kön­nen. Auf­kom­men­der Wind und abfal­len­de Tem­pe­ra­tu­ren erschwe­ren dem­nach neben der Höhe nicht nur die Ret­tungs­ar­bei­ten, son­dern erhö­hen auch das Unfall­ri­si­ko für die Arbei­ter. Dies kön­ne sogar dazu füh­ren, dass der Kran ab einer bestimm­ten Wind­ge­schwin­dig­keit nicht mehr für eine Ret­tung benutzt wer­den kann, teilt die Berg­wacht mit.

Für die­sen Fall haben die Betei­lig­ten aber eine alter­na­ti­ve Ret­tungs­wei­se gefun­den. Dafür seilt sich der Berg­ret­ter aus einem Fens­ter des Turms zum Pati­en­ten auf die Platt­form ab. Die­ser wird im Anschluss an die medi­zi­ni­sche Ver­sor­gung mit­hil­fe eines Seil­zugs wie­der durch das Fens­ter in den Turm gezo­gen und nach unten beför­dert.

Bei bei­den Ret­tungs­sze­na­ri­en mim­ten Mit­ar­bei­ter von Tai­yo Euro­pe, wel­che auf der Platt­form als Indus­trie­klet­te­rer tätig sind, die Pati­en­ten. Durch­aus hilf­reich: Sie sol­len im Not­fall bereits ers­te Maß­nah­men ein­lei­ten, um die anschlie­ßen­de Ret­tung durch die Berg­wacht zu erleich­tern und zu beschleu­ni­gen.

Das Ret­tungs­kon­zept hat sich laut Berg­wacht als geeig­net erwie­sen. Dar­über hin­aus beka­men die Berg­ret­ter einen Ein­blick in die aktu­el­len Gege­ben­hei­ten am Turm und die Arbeits­be­din­gun­gen auf einer der höchs­ten Bau­stel­len Deutsch­lands.