Am späten Mittwochabend nach 21 Uhr ist der Streit eines Paares in Rottweil eskaliert. Mit einem Messer hat eine Frau zunächst auf ihren Partner eingestochen. Dann versuchte sie, sich mit einem Sprung von der Hochbrücke in den Stadtgraben direkt neben der Hochbrücke das Leben zu nehmen. Sie überlebte den Sprung schwer verletzt, beide Beteiligten wurden ins Krankenhaus eingeliefert. Nach Auskunft der Polizei besteht keine Lebensgefahr. Neben einem Großaufgebot der Einsatzkräfte war auch der Rottweiler Bürgermeister vor Ort.

Ein Beziehungsdrama war der Auslöser eines Großeinsatzes der Kräfte von Feuerwehr, Polizei, Deutschem Roten Kreuz und Bergwacht am späten Mittwochabend in der Innenstadt von Rottweil. Ein Pärchen war, im Auto sitzend, in Streit geraten. Der Streit eskalierte.

Das Paar – ein 40 Jahre alter Mann und eine 31-jährige Frau – war zunächst bei einem Schnellrestaurant, hatte sich dort ein Abendessen geholt. Das sollte in der Grafengasse, die gleich bei der Hochbrücke abzweigt, verzehrt werden. Das Paar – beide stammen nach Informationen der NRWZ aus der Umgebung von Rottweil – saß im Wagen, einem silbernen Kombi mit auswärtigem Kennzeichen. Dann gerieten die Beiden offenbar in einen heftigen Streit. So der Kenntnisstand der Polizei am Donnerstagmorgen.

Die Frau hatte nach Angaben der Polizei ein Klappmesser dabei – das sie eigentlich als Besteck für ihr Abendessen verwenden wollte. Mit diesem Messer hat sie dann allerdings auf ihren Partner eingestochen. Anschließend rannte sie auf zur Hochbrücke und versuchte, sich mit einem Sprung in die Tiefe das Leben zu nehmen. Der Sprung erfolgte über eine Mauer des Rottweiler Stadtgrabens und sprang hinunter, wo die Hochbrücke beginnt.

Dieser Suizidversuch scheiterte zum Glück. Die herbei geeilte Feuerwehr und die Retter der Bergwacht konnten die schwer verletzte Frau aus dem Abhang zum Stadtgraben, in den sie gestürzt war, mit einer Trage bergen. Sie war neben einem der beiden zur Suizidverhinderung aufgehängten Fangnetze hinab gestürzt.

Der ebenfalls schwer verletzte Partner der Frau wurde vom DRK versorgt und kam ins Krankenhaus. Auch die Frau konnte nach der schwierigen Bergung aus dem steilen Gelände mit einem Rettungswagen in die Klinik gebracht werden. Nach Angaben der Polizei gegenüber der NRWZ besteht bei beiden Verletzten keine Lebensgefahr.

Einsatzfahrzeuge im Stadtgraben. Foto: Peter Arnegger

Allein die Feuerwehr ist mit 17 Einsatzkräften an den Tatort ausgerückt. Die Hochbrücke, aber auch der Stadtgraben war in blaues Licht getaucht. Die Einsatzfahrzeuge reihten sich hintereinander auf. Die Hochbrücke wurde für den Verkehr gesperrt, die Autofahrer suchten sich einen Weg durch Rottweils Gassen – die meisten unter Missachtung der Geschwindigkeitsbegrenzung auf sieben Stundenkilometer. Auch haben sich einige Schaulustige auf und an der Hochbrücke versammelt.

Seitens der Stadtverwaltung sind Bürgermeister Dr. Christian Ruf und Pressesprecher Tobias Hermann an den Einsatzort geeilt. Letzterer war auf dem Weg vom Büro nach Hause, der Bürgermeister wurde über die Alarmkette dazu gerufen.

Die Polizei sperrte den Tatort, das Auto des Paares ab. Es wurde von Polizeibeamten untersucht. Mithilfe der Hubarbeitsbühne umkreiste zusätzlich eine Kriminalistin den Wagen aus der Luft, um ihn zu fotografieren.

Am Morgen bestätigten die Staatsanwaltschaft Rottweil und das Polizeipräsidiums Tuttlingen den Tatablauf in einer gemeinsamen Pressemitteilung.

Beamte des Kriminalkommissariats Villingen haben die Ermittlungen zur Hintergrund der Tat übernommen. Diese dauern derzeit noch an.