Rottweil: Beziehungsdrama eskaliert – Frau greift Mann mit Messer an

Pärchen gerät bei nächtlichem Imbiss im Auto in Streit / Frau sticht auf Partner ein / Suizidversuch endet glimpflich

12669
Beziehungsdrama in Rottweil eskaliert. Foto: Peter Arnegger

Am spä­ten Mitt­woch­abend nach 21 Uhr ist der Streit eines Paa­res in Rott­weil eska­liert. Mit einem Mes­ser hat eine Frau zunächst auf ihren Part­ner ein­ge­sto­chen. Dann ver­such­te sie, sich mit einem Sprung von der Hoch­brü­cke in den Stadt­gra­ben direkt neben der Hoch­brü­cke das Leben zu neh­men. Sie über­leb­te den Sprung schwer ver­letzt, bei­de Betei­lig­ten wur­den ins Kran­ken­haus ein­ge­lie­fert. Nach Aus­kunft der Poli­zei besteht kei­ne Lebens­ge­fahr. Neben einem Groß­auf­ge­bot der Ein­satz­kräf­te war auch der Rott­wei­ler Bür­ger­meis­ter vor Ort.

Ein Bezie­hungs­dra­ma war der Aus­lö­ser eines Groß­ein­sat­zes der Kräf­te von Feu­er­wehr, Poli­zei, Deut­schem Roten Kreuz und Berg­wacht am spä­ten Mitt­woch­abend in der Innen­stadt von Rott­weil. Ein Pär­chen war, im Auto sit­zend, in Streit gera­ten. Der Streit eska­lier­te.

Das Paar – ein 40 Jah­re alter Mann und eine 31-jäh­ri­ge Frau – war zunächst bei einem Schnell­re­stau­rant, hat­te sich dort ein Abend­essen geholt. Das soll­te in der Gra­fen­gas­se, die gleich bei der Hoch­brü­cke abzweigt, ver­zehrt wer­den. Das Paar – bei­de stam­men nach Infor­ma­tio­nen der NRWZ aus der Umge­bung von Rott­weil – saß im Wagen, einem sil­ber­nen Kom­bi mit aus­wär­ti­gem Kenn­zei­chen. Dann gerie­ten die Bei­den offen­bar in einen hef­ti­gen Streit. So der Kennt­nis­stand der Poli­zei am Don­ners­tag­mor­gen.

Die Frau hat­te nach Anga­ben der Poli­zei ein Klapp­mes­ser dabei - das sie eigent­lich als Besteck für ihr Abend­essen ver­wen­den woll­te. Mit die­sem Mes­ser hat sie dann aller­dings auf ihren Part­ner ein­ge­sto­chen. Anschlie­ßend rann­te sie auf zur Hoch­brü­cke und ver­such­te, sich mit einem Sprung in die Tie­fe das Leben zu neh­men. Der Sprung erfolg­te über eine Mau­er des Rott­wei­ler Stadt­gra­bens und sprang hin­un­ter, wo die Hoch­brü­cke beginnt.

Die­ser Sui­zid­ver­such schei­ter­te zum Glück. Die her­bei geeil­te Feu­er­wehr und die Ret­ter der Berg­wacht konn­ten die schwer ver­letz­te Frau aus dem Abhang zum Stadt­gra­ben, in den sie gestürzt war, mit einer Tra­ge ber­gen. Sie war neben einem der bei­den zur Sui­zid­ver­hin­de­rung auf­ge­häng­ten Fang­net­ze hin­ab gestürzt.

Der eben­falls schwer ver­letz­te Part­ner der Frau wur­de vom DRK ver­sorgt und kam ins Kran­ken­haus. Auch die Frau konn­te nach der schwie­ri­gen Ber­gung aus dem stei­len Gelän­de mit einem Ret­tungs­wa­gen in die Kli­nik gebracht wer­den. Nach Anga­ben der Poli­zei gegen­über der NRWZ besteht bei bei­den Ver­letz­ten kei­ne Lebens­ge­fahr.

Ein­satz­fahr­zeu­ge im Stadt­gra­ben. Foto: Peter Arn­eg­ger

Allein die Feu­er­wehr ist mit 17 Ein­satz­kräf­ten an den Tat­ort aus­ge­rückt. Die Hoch­brü­cke, aber auch der Stadt­gra­ben war in blau­es Licht getaucht. Die Ein­satz­fahr­zeu­ge reih­ten sich hin­ter­ein­an­der auf. Die Hoch­brü­cke wur­de für den Ver­kehr gesperrt, die Auto­fah­rer such­ten sich einen Weg durch Rott­weils Gas­sen – die meis­ten unter Miss­ach­tung der Geschwin­dig­keits­be­gren­zung auf sie­ben Stun­den­ki­lo­me­ter. Auch haben sich eini­ge Schau­lus­ti­ge auf und an der Hoch­brü­cke ver­sam­melt.

Sei­tens der Stadt­ver­wal­tung sind Bür­ger­meis­ter Dr. Chris­ti­an Ruf und Pres­se­spre­cher Tobi­as Her­mann an den Ein­satz­ort geeilt. Letz­te­rer war auf dem Weg vom Büro nach Hau­se, der Bür­ger­meis­ter wur­de über die Alarm­ket­te dazu geru­fen.

Die Poli­zei sperr­te den Tat­ort, das Auto des Paa­res ab. Es wur­de von Poli­zei­be­am­ten unter­sucht. Mit­hil­fe der Hub­ar­beits­büh­ne umkreis­te zusätz­lich eine Kri­mi­na­lis­tin den Wagen aus der Luft, um ihn zu foto­gra­fie­ren.

Am Mor­gen bestä­tig­ten die Staats­an­walt­schaft Rott­weil und das Poli­zei­prä­si­di­ums Tutt­lin­gen den Tat­ab­lauf in einer gemein­sa­men Pres­se­mit­tei­lung.

Beam­te des Kri­mi­nal­kom­mis­sa­ri­ats Vil­lin­gen haben die Ermitt­lun­gen zur Hin­ter­grund der Tat über­nom­men. Die­se dau­ern der­zeit noch an.