Mit einem großen Bürgerfest in der Innenstadt haben die Menschen in Rottweil die Einweihung von Deutschlands höchster Aussichtsplattform auf dem Testturm von Thys­sen­-Krupp gefeiert. Höhepunkt am Samstagabend: Ein Feuerwerk mit Laser. Hier finden Sie unsere Bildergalerien vom Wochenende.

Riesiger Zulauf: Turmfest in Rottweil. Foto: Ralf Graner
Feuerwerk am Testturm, Party in der Innenstadt. Foto: Ralf Graner

Das Fest ging am Sonntag in der Innenstadt weiter. Trotz riesigen Zulaufs blieb es fast ohne Verletzte, das Rote Kreuz war nach Informationen auch aus Gründen der Übung in großer Stärke mit vielen Ehrenamtlichen präsent, musste aber kaum aktiv werden. Es gab einen Schwächeanfall am Sonntag und eine kleine Keilerei am Samstag, nichts dramatisches, erfuhr die NRWZ.

Ob mit Presse und Prominenz am Turm oder ob in der Innenstadt mit einem großen Bürgerfest: die Trendfactory, die die Sause geplant und umgesetzt hat, hat das zweitägige Fest perfekt gestemmt. Die Feuerwehr war nur genau einmal gefordert, als am Turm ein Feuerwerkspodest in Flammen aufging.

Zur Eröffnung der Plattform war am Samstagmittag Ministerpräsident Winfried Kretschmann auf die Plattform gekommen, die mit 232 Metern Höhe sogar die Aussichtsebene des Ferneheturms am Berliner Alexanderplatz um gut 30 Meter überragt. Kretschmann sagte: „Der Testturm von Thys­sen­-Krupp ist ein Leuchtturm für Innovation und Bürgerbeteiligung.“ Die Stadt Rottweil und Thys­sen­-Krupp hatten das Projekt in mehreren Bürgerversammlungen mit den Menschen vor Ort diskutiert und für das Projekt geworben. Der Turm sei ein Symbol dafür, dass Großprojekte gelingen können, wenn sich die Menschen mitgenommen fühlen, betonte Kretschmann. Rottweil sei ab sofort nicht nur die Stadt mit dem schönsten Narrensprung, sondern auch die Stadt mit der höchsten Aussichtsplattform im Land und künftig mit der längsten Hängebrücke in Europa. Die Stadt stehe zudem für die wirtschaftliche Stärke des ländlichen Raums in Baden-Württemberg.

Heinrich Hiesinger, Vorstandsvorsitzender der Thys­sen­-Krupp AG, lobte den Turm als „Zukunftslabor für eine neue Ära des Aufzugs und einen eindrucksvollen Beleg für die Innovationskraft und Ingenieurkunst von Thys­sen­-Krupp.“ Der Konzern hat insgesamt rund 40 Millionen Euro in den Bau investiert.

„Rottweil ist seit über 800 Jahren eine ,Stadt der Türme‘ und blickt auf eine lange Turmbautradition zurück“, sagte Rottweils OB Ralf Broß. „Jeder Turm, jedes Bauwerk war in seiner Zeit eine Innovation. Etwas Neues, was es bis dahin noch nicht gab. So steht der Testturm in dieser Tradition und markiert eine neue Epoche der Stadt der Türme.“ Der Testturm sei bereits zum Wahrzeichen der Stadt geworden. „Sehr viele Menschen hier identifizieren sich damit und sehen darin ein Symbol für Innovation in Rottweil und der ganzen Region.“

Rund 20.000 Menschen kamen nach ersten Schätzungen der Stadt Rottweil bereits am Samstag in die Rottweiler Innenstadt, um die Fertigstellung des Turmes zu feiern. Unter dem Motto „Geschichte spüren – Zukunft erleben“ hat die Stadt eine „Zeitreise“ aufgebaut, die Highlights aus fast 2000 Jahre Rottweiler Stadtgeschichte und einen spannenden Blick in die Zukunft bietet: Ob Römer, Mittelalter, Fasnet, Hund oder Testturm: Auf gut 500 Metern erwartet die Besucher ein buntes Treiben mit Beiträgen aus allen Epochen der ältesten Stadt Baden-Württembergs.

Das Turmfest lief noch bis Sonntagabend und war um einen Verkaufsoffenen Sonntag erweitert.