Der Gewer­be- und Han­dels­ver­ein (GHV) Rott­weil drängt auf den bal­di­gen Bau eines mög­lichst gro­ßen Park­hau­ses in der Bahn­hof­stra­ße. Das hat der Ver­band in einer Stel­lung­nah­me am Diens­tag erklärt. Am Mitt­woch soll der Gemein­de­rat ent­schei­den. Der GHV hat sei­ne Wün­sche bereits deut­lich gemacht. Und eben­so ein Anlie­ger – er wür­de eine ande­re Vari­an­te wäh­len.

Im Bau­aus­schuss des Gemein­de­rats waren drei Vari­an­ten eines mög­li­chen Park­hau­ses vor­ge­stellt wor­den, die eine davon eine Erwei­te­rung einer ande­ren. Die­se, die „B+” genann­te Vari­an­te, bevor­zugt der GHV. Das macht der Ver­band in einer Stel­lung­nah­me deut­lich. Es han­delt sich dabei um die größ­te, die mit den meis­ten Stell­flä­chen für Fahr­zeu­ge. Und um die teu­ers­te.

„Wich­tig für den Han­del ist der recht schnel­le Bau des Park­hau­ses, damit für unse­re Kun­den auch in den Spit­zen­zei­ten genü­gend Park­plät­ze vor­han­den sind.” Das ist das zen­tra­le Argu­ment des Ein­zel­han­dels­ver­bands. Die aus sei­ner Sicht gebo­te­ne Eile lässt ihn Abstand neh­men von Vari­an­te A des mög­li­chen Park­hau­ses. Die­se hat den Nach­teil, dass eine Grenz­be­bau­ung nötig wäre, also ein direk­ter Anbau an das Nach­bar-Grund­stück – und das mit einer Höhe von 12,75 Meter. Ob die Grund­stücks-Eigen­tü­mer ein­ver­stan­den wären, ist bis­her nicht geklärt. Die vom GHV dage­gen gewünsch­te Vari­an­te setzt eine Ver­set­zung der Ruhe-Chris­ti-Stra­ße vor­aus. Hier wür­de das Park­haus um drei Halb­ge­schos­se auf 15 Meter Höhe nach oben ergänzt, so dass sich die Zahl der Stell­plät­ze auf 158 und effek­tiv auf 132 erhö­hen lie­ße. Effek­tiv des­halb, weil bei der Dut­ten­ho­fer-Anla­ge gleich­zei­tig 26 weg­fie­len. 

Der GHV sieht gro­ßen Park­druck auf die Innen­stadt zukom­men. Grün­de: der Weg­fall der pro­vi­so­ri­schen Park­plätz­te hin­te­re Höll­gas­se (Alte Paket­post), die lan­ge der Aus­gleich für den Weg­fall der Park­plät­ze bei der Umge­stal­tung Rott­weil Mit­te gewe­sen waren. Dem­nächst der Weg­fall des Schot­ter­park­plat­zes Neu­bau Mül­ler-Markt. Und ein erhöh­ter Bedarf am Frei­tag und Sams­tag wegen der Test­turm-Tou­ris­ten.

Ein Park­haus an der Bahn­hof­stra­ße sei auch des­halb vor­teil­haft, weil sich die Tem­po­zo­ne 20 durch die Innen­stadt und damit das unkom­pli­zier­te Über­que­ren für die Fuß­gän­ger bewährt hät­ten. „Es wäre scha­de wenn durch ein zu hohes Ver­kehrs­auf­kom­men die­ses Kon­zept gefähr­det wäre”, so Det­lev Mai­er, Vor­sit­zen­der des GHV, in der Stel­lung­nah­me sei­nes Ver­bands. Ein grö­ße­res Park­haus bie­te zudem mehr Chan­cen für eine Ver­kehrs­be­ru­hi­gung der Innen­stadt. Und: „Der Bedarf an Park­plät­zen wird sich durch zusätz­li­che Besu­cher erhö­hen, mit dem Bau der etwas grö­ße­ren Vari­an­te des Park­hau­ses wür­de jetzt schon in die Zukunft inves­tiert.” Der GHV nennt die Hän­ge­brü­cke und die Lan­des­gar­ten­schau. Außer­dem benö­tig­ten die Hotel­be­su­cher nach Aus­bau der Hotels Park­plät­ze genau­so wie die Gäs­te in der Dut­ten­ho­fer Vil­la.

Der Parkhaus-Vorschlag eines Bürgers

Zahn­arzt Cars­ten Engel­hardt, er wohnt in direk­ter Nach­bar­schaft zum geplan­ten Park­haus, wür­de eine ande­re Vari­an­te wäh­len als der GHV. Und hat sogar Vor­schlä­ge, ein Park­haus zu bau­en, das nicht in die Höhe wächst, wie Engel­hardt am Mon­tag den Lokal­re­dak­tio­nen, dem Ober­bür­ger­meis­ter und den Gemein­de­rä­ten schrieb (Anm. d. Red: Die NRWZ hat­te sei­ne Vor­schlä­ge zunächst nicht ver­öf­fent­licht, weil eine vor­he­ri­ge Dis­kus­si­on bis­her der Sache nie för­der­lich gewe­sen war. Im Sin­ne von: Der Gemein­de­rat macht ger­ne sein eige­nes Ding. Da Engel­hardts Idee aber nun schon vor der ent­spre­chen­den Gemein­de­rats­sit­zung im Schw­abo ver­öf­fent­licht wor­den sind, sehen auch wir kei­nen Grund mehr, abzu­war­ten).

Mit sei­ner Idee, schreibt Engel­hardt, „kön­nen 92 Stell­plät­ze auf 2 Ebe­nen gebaut wer­den, ohne dass das Park­haus oben her­aus­schaut.”

Er nennt als Vor­tei­le:

  • Alles ist eben­er­dig und fügt sich har­mo­nisch in die Umge­bung ein.
  • 92 Stell­plät­ze gesamt (55 Stell­plät­ze unter­ir­disch, 37 Stell­plät­ze eben­er­dig).
  • Kein Weg­fall vor­han­de­ner Stell­plät­ze.
  • Baum­be­stand bleibt erhal­ten.
  • Fahr­we­ge im Park­be­reich sind kurz.
  • Fahr­we­ge sind ein­fach (Ein­bahn­stra­ße).
  • Das Ein­par­ken ist ein­fach, weil schräg.
  • man ver­passt kei­ne frei­en Park­plät­ze.
  • Behin­der­ten­ge­recht.
  • Kur­ze Wege durch zen­tra­les Treppenhaus/Fahrstuhl.

„Die Men­schen wer­den heu­te älter und immo­bi­ler und auch die Jün­ge­ren wer­den beque­mer”, so der Zahn­arzt. Des­halb hal­te ich es für sehr wich­tig, dass eini­ge Aspek­te bei einem neu­en Park­haus beach­tet wer­den soll­ten, die ich in den vor­lie­gen­den Pla­nun­gen lei­der nicht fin­den kann.”