Es soll alles „schön gere­gelt” ablau­fen, wenn der thyssenkrupp-Test­turm in Rott­weil vom 6. bis 8. Okto­ber groß eröff­net und gefei­ert wer­den wird. So for­mu­lier­te es Trend­fac­to­ry-Mann Tho­mas Wen­ger, Chef­pla­ner des Events. Denn an die­sem Wochen­en­de wer­den nicht alle, die Lust dazu haben, ein­fach zum Turm hin­fah­ren und dann auf die Aus­sicht­platt­form gelan­gen kön­nen. Nein – das soll zunächst zah­len­den Fest­gäs­ten und Ticket­ge­win­nern vor­be­hal­ten sein.

Bei der Pres­se­kon­fe­renz (von links): Tobi­as Her­mann, Pres­se­spre­cher der Stadt Rott­weil, Ober­bür­ger­meis­ter Ralf Broß, thyssenkrupp Ele­va­tor Chef Andre­as Schie­ren­beck, Dr. Jas­min Fischer, Pres­se­spre­che­rin von thyssenkrupp Ele­va­tor, und Tho­mas Wen­ger, Geschäfts­füh­rer Trend­fac­to­ry. Foto: gg

Die Stadt Rott­weil und thyssenkrupp Ele­va­tor als Erbau­er des Turms haben am Mitt­woch­abend zu einer Pres­se­kon­fe­renz gela­den. Es gab ers­te öffent­li­che Details zum geplan­ten Fest­wo­chen­en­de. Der Gemein­de­rat der Stadt ist vor einer Woche schon infor­miert wor­den – dem Ver­neh­men nach aber mit einer noch ganz frü­hen Pla­nungs­ver­si­on, die teils auch noch in Eng­lisch abge­fasst gewe­sen ist, der thyssenkrupp-Unter­neh­mens­spra­che. „Speak ger­man, plea­se”, soll da ein Stadt­rat schon geru­fen haben.

Ger­man haben sie gespro­chen an die­sem Mitt­woch. Und sie konn­ten der Öffent­lich­keit schon eini­ge Details nen­nen, wenn auch noch nicht alle. Sie sind jetzt ein­fach an die Öffent­lich­keit gegan­gen, ohne eine voll­stän­dig fer­ti­ge Pla­nung anbie­ten zu kön­nen. „Das ist kein Paar Turn­schu­he, das Du fer­tig kaufst”, sag­te etwa Event­ma­na­ger Wen­ger zur NRWZ. Soll hei­ßen: Viel­leicht gibt es noch Über­ra­schun­gen, bestimmt aber Ände­run­gen und vor allem Ver­fei­ne­run­gen.

Prä­sen­tiert das Pro­gramm: Tho­mas Wen­ger. Foto: gg

Fol­gen­des steht bereits fest:

  • Am Frei­tag, 6. Okto­ber wird der Turm für etwa 100 gela­de­ne Gäs­te geöff­net. Außer­dem ist die Pres­se erneut ein­ge­la­den, ihn zu besich­ti­gen. Sie soll schließ­lich den Namen thyssenkrupps, deren Pro­dukt Mul­ti und nicht zuletzt auch den alten Namen der inno­va­ti­ons­freu­di­gen Stadt Rott­weil in die Welt tra­gen.
  • turm­FEST”: Am Sams­tag star­tet ein gro­ßes Turm­fest – und zwar in der Innen­stadt von Rott­weil, nicht am Turm. Des­sen Gelän­de soll sogar gesperrt wer­den. Die Besu­cher fei­ern den Turm also in Rott­weil. Sie sol­len dies etwa an einer gro­ßen Tafel, die so lang sein soll wie der Turm hoch: 246 Meter. Dort gibt es tra­di­tio­nel­le schwä­bi­sche Küche in Form eines fest­li­chen Din­ners. Wer sich eine Din­ner­kar­te kauft, bekommt ein Turm-Ticket gra­tis hin­zu. Die Prei­se – es soll wenigs­tens zwei Kate­go­ri­en geben – für das Din­ner ste­hen noch nicht fest.
    Außer­dem am Sams­tag: In der Innen­stadt wird ein Street-Food-Mar­ket auf­ge­baut. Pro­fes­sio­nel­le Anbie­ter lie­fern das Essen, Rott­wei­ler Ver­ei­ne, so nicht vom Stadt­fest einen Monat zuvor noch geschwächt, kön­nen Geträn­ke­stän­de bei­tra­gen. Rott­weil soll an die­sem Tag ins Blick­feld gera­ten als tra­di­tio­nell, aber auch inno­va­tiv. Als Stadt der Tür­me, aber auch der Fas­net und des Pul­ver­fa­bri­kan­ten Dut­ten­ho­fer, bei­spiels­wei­se.
    Ein Feu­er­werk schließt sich an. Dann wird der Turm illu­mi­niert. Nicht mit der spä­te­ren Beleuch­tung, son­dern eigens zu die­sem Fest.
    „turm­NACHT”: Die Par­ty steigt dann in mög­lichst vie­len Loca­ti­ons in der Stadt. Wie bei „Jazz in town” sol­len über­all Live­bands spie­len.
  • Der Sonn­tag wird der ers­te Tag sein, an dem Besu­cher in den Turm kön­nen. Und zwar „ganz gere­gelt”, so Pla­ner Wen­ger. Ticket­in­ha­ber und -gewin­ner dür­fen nach einem Zeit­plan als ers­te rauf. Ange­mel­det für bestimm­te Zeit­fens­ter, wie etwa auch beim Ber­li­ner Fern­seh­trum.
    Hin­ter­grund: In den thyssenkrupp-Test­turm dür­fen zugleich wegen des Brand­schut­zes maxi­mal 199 Men­schen. Inklu­si­ve der bis zu 30 thyssenkrupp-Mit­ar­bei­ter. Und nie­mals kön­nen alle zugleich auf der Aus­sichts­platt­form sein. Eine logis­ti­sche Her­aus­for­de­rung, deren Bewäl­ti­gung die Trend­fac­to­ry an einen exter­nen Dienst­leis­ter aus­ge­la­gert hat.
    Außer­dem wer­den am Sonn­tag die Ein­zel­händ­ler in der Innen­stadt ihre Geschäf­te öff­nen. Und es wird Par­tye­cken geben, so etwa in der Unte­ren Haupt­stra­ße bei den neu­en Cafés und Bars.

Ein Ticket­ver­kauf am Turm selbst ist erst eine Woche nach die­sem Event geplant. Erst dann star­tet der regu­lä­re Betrieb des Turms, öff­net die Aus­sichts­platt­form für alle Besu­cher. Tickets wer­den online gebucht wer­den kön­nen.

Wir sehen unse­ren neu­en thyssenkrupp-Test­turm für Hoch­ge­schwin­dig­keits­auf­zü­ge nicht als abge­le­ge­ne, iso­lier­te For­schungs­ein­rich­tung, son­dern als Teil der Gemein­schaft Rott­weils“, sag­te Andre­as Schie­ren­beck, Vor­stands­vor­sit­zen­der bei thyssenkrupp Ele­va­tor im Rah­men der Pres­se­kon­fe­renz. „Es ist uns des­halb ein beson­de­res Anlie­gen, sei­ne Fer­tig­stel­lung im Ort und mit dem Ort zu fei­ern.“

Der Test­turm wird von einem gro­ßen Teil der Rott­wei­ler Bür­ger­schaft begeis­tert mit­ge­tra­gen. Die Men­schen freu­en sich auf die Eröff­nung der Besu­cher­platt­form, die eine der wesent­li­chen Anre­gun­gen aus der Bür­ger­be­tei­li­gung zum Pro­jekt war“, erklär­te Rott­weils Ober­bür­ger­meis­ter Ralf Broß. Die ältes­te Stadt Baden-Würt­tem­bergs rech­net durch den Test­turm mit einem Schub für den Tou­ris­mus. „Zudem posi­tio­nie­ren wir uns als Wirt­schafts­stand­ort auf der Inno­va­ti­ons­ach­se Stutt­gart-Zürich im Bereich For­schung und Ent­wick­lung.“

Für CEO Andre­as Schie­ren­beck ist der thyssenkrupp-Test­turm ein kla­res Bekennt­nis zur For­schungs- und Wirt­schafts­re­gi­on Baden-Würt­tem­berg: „Rott­weils zen­tra­le Lage inner­halb der High­tech-Gemein­schaft der Uni­ver­si­täts­städ­te Stutt­gart, Mün­chen und Zürich, die Nähe zu unse­rem Werk Neu­hau­sen und die poli­ti­sche Unter­stüt­zung von Ober­bür­ger­meis­ter Broß und des Gemein­de­rats waren aus­schlag­ge­ben­de Grün­de für unse­re Ent­schei­dung, vor Ort über 40 Mil­lio­nen Euro zu inves­tie­ren.“

Das Inne­re des Test­turms beher­bergt nicht nur zwölf Auf­zugs­schäch­te für Ver­su­che jeder Art – bis hin zu Hoch­ge­schwin­dig­keits­auf­zü­gen, die mit bis zu 18 Metern pro Sekun­de fah­ren –, son­dern auch das deut­sche For­schungs- und Ent­wick­lungs­zen­trum von thyssenkrupp. Für Tests und Zer­ti­fi­zie­rung des neu­en, seil­lo­sen MUL­TI-Auf­zu­ges sind drei Schäch­te im Turm reser­viert.