"Fähnlein Rottweil" in historischen Kostümen vorm Schwarzen Tor. Fotos: Moni Marcel/ Thomas Decker

ROTTWEIL – Vor 375 Jah­ren wur­de Rott­weil an die Fran­zo­sen unter Mar­schall Gué­bri­ant über­ge­ben, und das war für das „Fähn­lein Rott­weil” Anlass genug, in his­to­ri­schen Kos­tü­men vom Schwar­zen Tor zum Denk­mal für Mar­schall Gué­bri­ant beim Him­mel­reich-Kin­der­gar­ten zu zie­hen und dort an die­se Nie­der­la­ge und der Opfer des schreck­li­chen Drei­ßig­jäh­ri­gen Krie­ges, aber auch aller ande­ren Kriegs­op­fer zu geden­ken.

Ein pas­sen­der Tag, nicht nur his­to­risch gese­hen, son­dern auch wegen des Volks­trau­er­tags, der eben dafür gedacht ist: An Opfer von Krieg und Ver­trei­bung zu erin­nern, an das Leid, für das Krie­ge jeder Art sor­gen. Das „Fähn­lein Rott­weil” tat es auf sei­ne Art und sorg­te damit für eine Pre­mie­re in Rott­weil: Seit 20 Jah­ren gibt es die Grup­pe, die in selbst­ge­schnei­der­ten Kos­tü­men an vie­len Events teil­nimmt, bis­lang aber noch nie in Rott­weil.

Eine gro­ße Öffent­lich­keit woll­ten sie nicht, das hat was mit den Vor­schrif­ten zu tun, wes­halb sie auch kei­ne Waf­fen dabei hat­ten – was ange­sichts des Anlas­ses aber auch nicht wirk­lich pas­send gewe­sen wäre. Statt­des­sen tru­gen sie, beglei­tet von Kos­tüm­trä­gern unter ande­rem aus Vil­lin­gen, Later­nen, und gaben kund, dass die Rott­wei­ler im Jahr 1643 vor der Über­macht der fran­zö­si­schen Trup­pen kapi­tu­lier­ten. Und erin­ner­ten an den Mar­schall, der bekann­ter­wei­se sei­ne „Kutt­la in Rott­weil glau hat”. Pas­sen­der­wei­se traf man sich des­halb anschlie­ßend im Gast­haus Becher zum Kut­teln-Essen. Ein biss­chen Spaß muss schließ­lich auch sein.