Rottweiler Hängebrücken-Bauer: „Gegner haben sich Armutszeugnis ausgestellt”

Pro Hängebrücke: Rottweiler Einzelhändler werben auf vielfältige Weise für das Projekt und für ein "Ja" beim Bürgerentscheid am 19. März. Foto: gg

Die Geg­ner der in Rott­weil geplan­ten Hän­ge­brü­cke haben kurz vor dem Bür­ger­ent­scheid über das Pro­jekt das The­ma Selbst­tö­tun­gen in den Fokus gerückt. Die Brü­cken­bau­er – das Team um Inves­tor Gün­ter Eber­hardt – ant­wor­ten mit kla­ren Wor­ten: Die Brü­cken­geg­ner hät­ten sich mit der Wahl die­ses The­mas ein Armuts­zeug­nis aus­ge­stellt.

Vier­zehn Tage vor dem Bür­ger­ent­scheid über die Rott­wei­ler Hän­ge­brü­cke haben deren Geg­ner davor gewarnt, dass das Pro­jekt zu einem „Hot­spot“ für Selbst­tö­tun­gen wer­den kön­ne. Das The­ma Sui­zi­de wer­de tabui­siert, so die Ver­tre­ter der Bür­ger­initia­ti­ve „Rott­weil OHNE Hän­ge­brü­cke”. Deren Initia­to­ren haben nun in deut­li­chen Wor­ten geant­wor­tet.

Taucht ver­mehrt im Stadt­bild auf: Trans­pa­rent der Brü­cken­geg­ner. Foto: gg

Die Hän­gen­brü­cken-Geg­ner erin­nern dar­an, dass die Stadt an der Hoch­brü­cke in Rott­weil teu­re Auf­fang­net­ze zur Sui­zid­prä­ven­ti­on ange­bracht habe. So habe man ver­sucht, einen frü­he­ren „Hot­spot” für Sui­zid­wil­li­ge zu ent­schär­fen. Nun dro­he aber, „dass ein Bau­werk errich­tet wird, das erneut zum Hot­spot wer­den kann.”

Eigent­lich woll­ten die Brü­cken­bau­er das The­ma Sui­zid­prä­ven­ti­on nicht in der Öffent­lich­keit „breit getre­ten” wis­sen, wie deren Spre­cher, Mar­ke­ting­mann Ste­fan Wal­li­ser gegen­über der NRWZ erklärt. Durch den Vor­stoß der Bür­ger­initia­ti­ve sehen sie sich aber nun gezwun­gen, zu ant­wor­ten.

Wir waren von Anfang an im Dia­log und haben einen fai­ren Wahl­kampf unter Berück­sich­ti­gung vie­ler Anfor­de­run­gen und Mei­nun­gen geführt”, lei­tet Wal­li­ser sei­ne Replik im Namen der Brü­cken­bau­er ein. Die Argu­men­te der Bür­ger­initia­ti­ve sei­en „fast alle ein­fach nur alter­na­ti­ve Fak­ten, wie wir bei der NRWZ bereits auf­ge­klärt haben.” Wal­li­ser erin­nert hier dar­an, dass er sich bereits gegen Falsch­in­for­ma­tio­nen der BI habe weh­ren müs­sen. Ent­ge­gen eini­ger kur­sie­ren­der Abbil­dun­gen und der Dar­stel­lung der Bür­ger­initia­ti­ve „Rott­weil Ohne Hän­ge­brü­cke” wer­de die geplan­te Hän­ge­brü­cke defi­ni­tiv nicht auf den Pfei­lern auf­lie­gen. So sei es etwa falsch, von einer Spann­band­brü­cke zu spre­chen, wie es die Ver­tre­ter der Bür­ger­initia­ti­ve immer getan haben. Eine sol­che Brü­cken­kon­struk­ti­on habe ver­gleichs­wei­se mas­si­ve Stütz­pfei­ler zur Fol­ge, so die Geg­ner.

Und „jetzt, da die Argu­men­te aus­ge­hen, zieht man Sui­zid als The­ma her­vor. Das ist sehr trau­rig und ein Armuts­zeug­nis für die BI gegen die Hän­ge­brü­cke”, urteilt Wal­li­ser wei­ter. Es sei erwie­sen, dass The­ma­ti­sie­run­gen die­ser Art auch zu Taten ermu­ti­gen kön­nen. „Wir haben es daher nicht in den Medi­en the­ma­ti­siert. Sehr wohl aber auf allen Info-Ver­an­stal­tun­gen und dem Aus­tausch auf dem Wochen­markt.” Die Brü­cken­geg­ner hat­ten den Inves­to­ren, der Stadt und der Pres­se vor­ge­wor­fen, das The­ma tabui­sie­ren zu wol­len. Das Argu­ment der BI, die Brü­cken­bau­er wür­den das The­ma tot­schwei­gen, „ist wie­der falsch”, so Wal­li­ser.

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Der Brü­cken-Mar­ke­ting­mann hält es namens des Inves­to­ren­teams für falsch, das The­ma Sui­zi­de nun „in den Medi­en breit zu tre­ten.” Mann wol­le sich „kei­ne media­le Schlacht dar­über lie­fern, da wir lie­ber dazu auf­ru­fen, gefähr­de­ten Per­so­nen zu hel­fen und bei unse­rem Pro­jekt Sicher­heits­vor­schrif­ten ein­zu­hal­ten.” Die BI-Spre­cher Gise­la Stier, Dr. Win­fried Hecht und Wer­ner Fischer „soll­ten sich unse­rer Ansicht nach ihrer Ver­ant­wor­tung dar­über im Kla­ren sein, das The­ma nun so in die Medi­en zu brin­gen”, so Wal­li­ser.

Außer­dem sagt der Brü­cken­wer­ber: „Die BI gegen die Hän­ge­brü­cke ist unter Umstän­den nicht nur in ihren Ansich­ten unmo­dern, son­dern auch beim Infor­ma­ti­ons­stand in ihren Medi­en.” Die dort ver­öf­fent­lich­ten Argu­men­te hät­ten als defi­ni­ti­ve Falsch­aus­sa­gen fak­tisch ent­tarnt wer­den kön­nen – etwa die Behaup­tung, es wer­de eine Spann­band­brü­cke geplant oder die Innen­stadt wer­de durch tau­sen­de Besu­cher über­flu­tet. „Den­noch, so Wal­li­ser, „pro­pa­gie­ren sie die Falsch­aus­sa­gen auf ihrer Web-Sei­te wei­ter­hin. Dies nur mal am Ran­de erwähnt.”