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    Rottweiler Mensa: So wird’s nicht weiter gehen

    3,65 Euro. In Worten. Drei Euro fünfundsechzig. So viel darf ein Tagesgericht samt Fleisch in der Rottweiler Schulmensa kosten. Für 70 Cent stecken Nahrungsmittel darin. Siebzig. Unternehmer Roland Gleichauf schafft es für diese Kalkulation. „Die Masse macht’s“, sagt er am Freitag im Gespräch mit der NRWZ. Und verweist auf 1500 Essen, die sein Unternehmen, die „Happy Crazy GmbH“ aus Hüfingen, nach Rottweil liefert. Jeden Schultag. Allerdings: Bald könnte damit Schluss sein. Denn Gleichauf will hinwerfen.

    „Bei diesen Rahmenbedingungen werde ich nicht mehr zur Verfügung stehen.“ Roland Gleichauf legt sich im Gespräch mit der NRWZ fest, auch auf nochmalige Nachfrage hin. Wenn sich nichts ändert, wird er sich mit seiner Happy Crazy GmbH ab Januar nicht um einen neuen Vertrag mit der Stadt Rottweil bemühen. Dann hört er im Sommer auf, die Schülermensa auf dem Campus zu beliefern. Die „Mensa 3.0“ wäre dann Geschichte. Der Name sagt es schon: Zwei Unternehmer sind vor Gleichauf schon mit dem Betrieb gescheitert.

    Dabei war’s die vergangenen zwei Jahre so ruhig geworden. Seit Gleichauf und seine Leute die Mensa 2015 übernommen haben, gab’s keine Kritik seitens der Lokalpresse mehr. Sein Vorgänger, das Unternehmen „apetito“ war dagegen mehrfach in den Medien. Dem Unternehmer Gleichauf ist das nicht entgangen, weshalb er auf diese kleine Erfolgsgeschichte gerne verweist. Und weshalb er sich umso mehr wundert, warum jetzt die NRWZ anruft.

    Ganz einfach: Uns war gesteckt worden, dass bei der Stadtverwaltung die Alarmglocken läuten. In einem internen Meeting des Führungskreises, der sich montags ab 10 Uhr für rund zwei Stunden trifft und der aus der Verwaltungsspitze und wenigen zugeordneten Mitarbeitern besteht, hatte es Bernd Pfaff nach NRWZ-Informationen angesprochen. Der Fachbereichsleiter setzte seine Kollegen und den OB davon in Kenntnis, dass für das kommende Jahr der Mensabetrieb wohl erneut ausgeschrieben werden müsse, europaweit. Eineinhalb Wochen später, am Mittwoch, ist der Gemeinderat nichtöffentlich über die heikle Lage informiert worden. Heikel vor allem auch deshalb, weil die Stadt als Schulträgerin gesetzlich verpflichtet ist, Schulessen anzubieten. Und nun schon wieder vor dem Nichts steht.

    Sie freuten sich 2015 auf den Neustart in der Mensa: Roland Gleichauf und Janine Körner von der Happy Crazy GmbH und der städtische Fachbereichsleiter Bernd Pfaff. Foto: Reichenbach

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    Caterer Gleichauf zeigt sich am Telefon sehr gesprächsbereit. Er habe mit der Verwaltung immer gut zusammen arbeiten können, betont er. „Die Stadt Rottweil nimmt das Thema sehr ernst.” Man treffe sich oft, ständig.

    Allerdings will Gleichauf die Rahmenbedingungen ändern – andernfalls er ja tatsächlich hinwerfen wolle. Er stehe da so ein wenig zwischen den Stühlen, schildert er, ins Plaudern gekommen, seine Lage als Gemeinschaftsversorger. Die eine Seite, die Schulverwaltung wolle das Thema Essensversorgung abgeben, vom Tisch haben. Die andere Seite, die Eltern, wollten für ihre Sprösslinge nicht kochen müssen, sie aber gut versorgt wissen.

    Und dann ist da noch der finanzielle Druck. Vor zwei Jahren haben Stadtverwaltung und Gleichauf die Rahmenbedingungen, zu denen er zu liefern hat, festgezurrt. Essen mit Fleisch, und zwar echtem, für 3,65 Euro. Kein Cent mehr. „Mit Schweinefleisch komme ich Null auf Null raus“, so Gleichauf, mit Rindfleisch gehe das nicht. Nun aber gebe es immer mehr Muslime unter den Schülern, die dann eben Rindfleisch bekämen. „Damit aber lege ich drauf“, so Gleichauf, dann enthalte eine Mahlzeit „Material“ für einen Euro. Also echte Lebensmittel. Problem eins.

    Problem zwei: die Schulferien. Es ist eigentlich ganz einfach: In den Ferien kommt kein Schüler in eine Mensa. An Brückentagen auch nicht. Die Einnahmen für den Mensabetreiber: gleich Null. Die Personalkosten aber laufen weiter. Der Chef kann seine Leute ja nicht für die zwei Wochen Herbstferien entlassen.

    Problem drei: die steigenden Lebensmittelpreise. Salat muss immer dabei sein, zum Beispiel. „Im Winter ist der richtig teuer“, sagt der Happy-Crazy-Caterer. Und alles, was Milch enthält, zieht aktuell mächtig an. „Vor zwei Monaten hat ein Liter Sahne 2,04 Euro gekostet“, erzählt Gleichauf. „Jetzt kostet er 4,18 Euro. Mehr als das Doppelte.“ Er brauche Sahne, sonst schmecke es nicht. Er könne auch nicht billig einkaufen, Sonderangebote nutzen. „Wir stellen den Speiseplan vier Wochen im Voraus auf. Damit die Schüler ihn ein paar Tage lang vergessen können, ihn dann irgendwann daheim vorlegen, die Eltern sich in Ruhe entscheiden können und die Schüler ihn wieder mitbringen können.“

    Problem vier: die Vorschriften. Als Großküchenbetreiber würde er hart rangenommen von den Behörden. Die EU redet rein. Mit immer neuen Bedingungen, Gleichauf ist hier in seinem Thema, zählt minutenlang auf. Lebensmittelrecht, Standzeiten und Frische von Essen, Hygiene.  Die Bürokratie fordert ihn als Unternehmer. Um Schritt zu halten, muss er investieren. Allein eine halbe Million Euro nach seinen Angaben, um die 7500 Essen, die er täglich ausliefert, auch ausliefern zu dürfen.

    Problem fünf: Schulessen ist ein Zuschussbetrieb. Welcher Unternehmer leistet sich auf Dauer einen solchen? So geht „Happy Crazy“ allmählich die Luft aus. „Wir haben in der Mensa in Rottweil aktuell eine exorbitante Unterdeckung“, gibt Gleichauf unumwunden zu. Sein Unternehmen sei nur deshalb „kerngesund“, weil er in den anderen Geschäftsbereichen Geld mache. Hochzeitscatering, zum Beispiel. Ein gescheiter Unternehmer aber wird unprofitable Sparten abstoßen. Er ist ja nicht Mutter Theresa.

    Was nicht rentabel ist, muss Unternehmer Gleichauf nicht weiter betreiben. So läuft beim Sulgener Getriebehersteller der Vertrag mit Happy Crazy aus. Gleichauf wird ihn nicht verlängern, „das war unrentabel“, heißt es gegenüber der NRWZ aus seinem Unternehmen.

    Auch auf dem Sulgen wird sich Happy Crazy nicht um das Mensaessen für die beruflichen Schulen bewerben. „Das sind vielleicht 30, 40 Mahlzeiten am Tag“, sagt Gleichauf. „Das lohnt sich nicht.“ Das Berufsschulzentrum hat 1000 Schülerinnen und Schüler. Aus Sicht des Profis scheint aber deren Mensaneubau zum Scheitern verurteilt.

    Problem 6: die Schülerstruktur. „Ich bin in Rottweil von Gymnasiasten umgeben“, so Gleichauf. „Nach der Fasnet sind die, die ihr Abitur angehen, weg.“ Da kommen die Oster-, die Pfingst- und die Sommerferien. Da sind die Schüler ja eh weg. Und die Abiturienten hätten in den letzten Monaten ihres Schülerdaseins anderes im Sinn als das Mensaessen.

    Problem 7: die Anspruchshaltung mancher Eltern. „Ich könnte Ihnen E-Mails von Übermüttern vorlegen“, sagt Gleichauf zur NRWZ. Etwa mit der Beschwerde, dass es bei Burger King ein Chicken Nugget mehr gebe fürs Geld. Und mit der Frage, was in seinem Hackfleisch denn drin sei. „Fleisch, natürlich“, sagt Gleichauf mit einem Lachen, das einen rissigen Geduldsfaden umkleiden soll.

    Ganz klar: Nur bei Problem 1 und 2 kann die Stadtverwaltung was tun. Und deshalb will Gleichauf sie genau dort in die Pflicht nehmen. „Ich fordere einen vernünftigen Preis für ein vernünftiges Essen“, so der Unternehmer. Konkret: die aktuell auf 3,65 Euro vertraglich festgeschriebene Summe für ein vollständiges Essen auf 4,50 Euro hoch zu setzen. Und er will über die Ausfallzeiten reden. Über die Ferien, die Brückentage. „Die Kommunen müssten rein in die Haftung“, sagt er. Will sich gegen die Ausfälle absichern.

    Zwei Kommunen haben Gleichaufs Forderungen, er nennt sie so, akzeptiert. Jeweils habe der Gemeinderat entschieden. Er will die Städte nicht nennen, sie seien kleiner als Rottweil.

    Und wie reagiert die Stadt Rottweil? Fachbereichsleiter Bernd Pfaff bestätigt auf Nachfrage der NRWZ die Probleme. „Es gab letzte Woche ein Gespräch mit Herrn Gleichauf, der uns informierte, dass im Rahmen der neuen, europaweiten Ausschreibung zum neuen Schuljahr 2018/2019 der bisherige Preis von 3,65 Euro pro Essen für ihn nicht mehr auskömmlich ist”, so der Chef der Schulverwaltung. Dieser Essenspreis sei bereits seit dem Jahr 2013 in Rottweil gleich geblieben.

    Die Teuerungsraten bei den Lebensmittelpreisen machten jetzt eine Erhöhung des Essenspreises für das neue Schuljahr notwendig. „Diese Einschätzung überrascht uns nicht”, so Pfaff. „Bereits heute haben andere Betreiber in der Schulverpflegung höhere Preise für ein Mittagessen festgelegt. Zum Vergleich: Die Maximilian-Kolbe-Schule beispielsweise verlangt derzeit 4,30 Euro pro Essen.”

    Konkret geworden sei Gleichauf gegenüber der Stadt noch nicht. „Von einer Erhöhung auf 4,50 Euro pro Essen wurde nicht gesprochen”, erinnert sich Pfaff. „Herr Gleichauf hat uns gegenüber jedoch argumentiert, dass die bereits erwähnten Preissteigerungen bei den Lebensmitteln die betriebswirtschaftliche Seite des Schulessens sehr schwierig gestalten können.”

    Stellt sich die Frage, ob die Stadt hier verhandlungsbereit ist. Laut Herrn Gleichauf ist er sich mit zwei kleineren Städten bereits einig geworden. „Als Kommune sind wir verpflichtet, nach bestimmten Vorgaben Leistungen öffentlich auszuschreiben. Somit sind wir an die erzielten Ausschreibungsergebnisse gebunden”, muss Pfaff das zurückweisen. So sei unter anderem auch der Essenpreis bereits festgelegt worden. „Eine Erhöhung im laufenden Schuljahr ist nicht möglich.”

    Turnusgemäß stehe für das kommende Schuljahr eine Neuausschreibung an, bei der die Stadtverwaltung die geänderten Rahmenbedingungen, etwa die Preissteigerungen für Lebensmittel, berücksichtigen will. Das Procedere: Die Stadt will den Gemeinderat über die Ausschreibungsmodalitäten beziehungsweise darüber informieren, dass eine Preisanpassung im Rahmen der neuen Ausschreibung erfolgen muss.

    Pfaff will den bisherigen Caterer eigentlich gerne behalten: „Wir hoffen sehr, dass die HC sich mit den neuen Bedingungen wieder bei uns bewerben wird.” Gelobt wird ja beiderseits die gute Zusammenarbeit, das bestätigt Pfaff: Gleichauf und sein Team tauschten sich regelmäßig mit der Rottweiler Schulverwaltung aus. „Wir sehen dies als eine wichtige Basis für unsere gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit.” Wobei der Fachbereichsleiter auch klar macht, dass Gleichauf und seine Happy Crazy GmbH das laufende Geschäft eigentlich packen sollten: „Wir haben unsere Essensleistungen klar ausgeschrieben, der Caterer hat den Auftrag angenommen. Wir müssen davon ausgehen, dass der Caterer die Leistungen wie ausgeschrieben erbringen kann.”

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