Bezahl­ba­rer Wohn­raum und Vor­tei­le von Wohn­bau­ge­nos­sen­schaf­ten waren die The­men in der jüngs­ten Haupt­ver­samm­lung des Mie­ter­ver­eins. Zen­tral wur­de die For­de­rung nach einer Sozi­al­quo­te im Woh­nungs­bau erho­ben. Bis­he­ri­ge Pro­jek­te – etwa Flücht­lings­woh­nun­gen am Heg­ne­berg und 18 neue Woh­nun­gen auf der Spi­tal­hö­he führ­ten nicht zu einer spür­ba­ren Ent­las­tung des Woh­nungs­mark­tes.

Das sag­te der Vor­sit­zen­de des Mie­ter­ver­eins Rott­weil, Gui­do Spei­ser. Er sieht sei­nen Ver­ein gut auf­ge­stellt mit aktu­ell 1160 Mit­glie­dern. Es han­de­le sich um die Anlauf­stel­le in Sachen Miet­recht in Rott­weil und der Umge­bung. 1840 Bera­tungs­ge­sprä­che in den ver­gan­ge­nen drei Jah­ren zeug­ten von einem hohen Niveau. Die bera­ten­den Rechts­an­wäl­te sei­en an bei­den ange­bo­te­nen Tagen (Diens­tag- und Don­ners­tag­abend) gut aus­ge­las­tet. Etwa 60 Woh­nungs­be­sich­ti­gun­gen bezie­hungs­wei­se -abnah­men sei­en in den ver­gan­ge­nen drei Jah­ren zusätz­lich ange­fal­len.

„Nach wie vor sind fal­sche, nicht trans­pa­ren­te Neben­kos­ten­ab­rech­nun­gen, Woh­nungs­män­gel wegen Schim­mel oder man­geln­de Heiz­leis­tung und Kün­di­gun­gen wegen Eigen­be­darf die Schwer­punk­te der Bera­tungs­ar­beit” so Spei­ser. Sor­ge berei­te aber auch, dass Ver­mie­ter ver­mehrt Miet­erhö­hun­gen durch­set­zen woll­ten, so der Vor­sit­zen­de.

Mit dem ein­fa­chen Miet­spie­gel der „Rott­wei­ler Miet­wert­ta­bel­le“ sei­en zwar die Bestands­mie­ten gesi­chert, aber es kön­ne nicht ver­hin­dert wer­den, dass bei Neu­ver­mie­tun­gen 20 Pro­zent und mehr über den Wer­ten in der Miet­wert­ta­bel­le gefor­dert und bezahlt wür­den. Dies sei bedingt durch die „sehr ange­spann­te Wohn­raum­si­tua­ti­on in Rott­weil”, so Spei­ser.

Des­halb for­dert auch der Mie­ter­ver­ein eine „Nach­schär­fung” der Miet­preis­brem­se. Die fest­ge­leg­ten Gebiets­ku­lis­sen für die Miet­preis­brem­se soll­ten gestri­chen und eine Miet­erhö­hung bei Neu­ver­mie­tung auf 10 Pro­zent begrenzt wer­den, so der Rott­wei­ler Ver­eins­vor­sit­zen­de.

„Für die Stadt Rott­weil for­dern wir ein lang­fris­ti­ges Wohn­bau­kon­zept, wel­ches allen sozia­len Schich­ten gerecht wird”, pos­tu­lier­te Spei­ser. Die aktu­el­len Bau­maß­nah­men auf dem Heg­ne­berg (gebun­de­ner Wohn­raum zur Bele­gung mit Flücht­lin­gen mit Blei­be­recht) am Bir­ken­weg 4 und die geplan­ten 18 Woh­nun­gen auf der Spi­tal­hö­he sei­en nur ein Anfang, führ­ten aber nicht zu einer spür­ba­ren Ent­las­tung auf dem Woh­nungs­markt.

„Wir wider­spre­chen dem Ober­bür­ger­meis­ter Rott­weils, Ralf Broß – Rott­weil braucht eine Sozi­al­quo­te im Woh­nungs­neu­bau” erklär­te der Mie­ter­ver­eins­vor­sit­zen­de.

Die Geschäfts­füh­re­rin der Kreis­bau Rott­weil, Mari­on Klank­warth-Jar­mer wies in einem Refe­rat gegen­über den Ver­eins­mit­glie­dern dar­auf hin, dass mit intel­li­gen­ten Maß­nah­men bei Moder­ni­sie­run­gen wie Neu­bau die Miet­prei­se mode­rat gehal­ten wer­den könn­ten. Mit einem Bestand von 370 Miet­woh­nun­gen und einem durch­schnitt­li­chen Qua­drat­me­ter­preis von 4,70 Eruo sei die­se Genos­sen­schaft zum größ­ten Ver­mie­ter in Rott­weil gewor­den. Mie­ter sind Mit­glied in der Genos­sen­schaft und haben über die Nut­zungs­ver­trä­ge Kün­di­gungs­schutz.

Die Wie­der­be­le­bung von Bau­ge­nos­sen­schaf­ten, bei denen die maxi­ma­le Ren­di­te nicht im Vor­der­grund ste­he, sol­le auch in Rott­weil in den Fokus genom­men wer­den, mahn­te Spei­ser. Eine spür­ba­re Ent­las­tung auf dem Rott­wei­ler Woh­nungs­markt bezie­hungs­wei­se den Woh­nungs­mie­ten wären die Fol­gen, so der Vor­sit­zen­de.