Saline Wilhelmshall Rottweil vor 50 Jahren geschlossen

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Abriss der Schlote der Siedehäuser im Frühjahr 1969. Foto: Förderverein Salinenmuseum Rottweil

ROTTWEIL – Am 18. August fei­ert der För­der­ver­ein Sali­nen­mu­se­um sein Bohr­haus­fest und erin­nert an die Schlie­ßung der Sali­ne vor 50 Jah­ren. Wei­te­re inter­es­san­te Details zum Betrieb und zur Schlie­ßung der Sali­ne Wil­helms­hall wer­den in den frei­en Füh­run­gen wäh­rend des Bohr­hau­fests und zu den nor­ma­len Öff­nungs­zei­ten des Muse­ums erklärt, infor­miert van Span­ke­ren-Gan­dhi. Los geht es am Sonn­tag mit der Bewir­tung um 11 Uhr.

Ende März 1969 erlo­schen die Sie­de­pfan­nen in den Rott­wei­ler Sie­de­häu­sern. Nach 146 Jah­ren unun­ter­bro­che­nem Betrieb war die Anla­ge nicht mehr ren­ta­bel und inner­halb weni­ger Mona­te war bis auf wenig Gebäu­de alles abge­ris­sen. Es soll­ten schnells­tens wie­der Arbeits­plät­ze auf dem neu gewon­ne­nen Indus­trie­ge­biet „Sali­ne“ ent­ste­hen.

Im Mit­tel­al­ter wur­den Städ­te durch den Salz­han­del reich. Das „wei­ße Gold“ brach­te Wohl­stand, war doch das Mine­ral sel­ten und sei­ne Gewin­nung sehr auf­wen­dig. Der Wert des Sal­zes lag aber in einem wei­te­ren Bereich: In den Zei­ten vor der Indus­tria­li­sie­rung war Salz zur Kon­ser­vie­rung von Lebens­mit­tel über­le­bens­wich­tig, weiß die Lei­te­rin des Sali­nen­mu­se­ums, Mar­ti­na van Span­ke­ren-Gan­dhi, zu berich­ten.

Aber auch in den Anfangs­jah­ren der Sali­ne Wil­helms­hall, hat­te das Salz noch einen hohen Wert. Die Schweiz zum Bei­spiel hat­te Anfang des 19. Jahr­hun­derts noch kei­ne eige­nen Sali­nen und war bis in die 1840er Jah­re Haupt­ab­neh­mer für das Rott­wei­ler Salz. Die ursprüng­lich aus den zwei Wer­ken Schwen­nin­gen und Rott­weil bestehen­de König­li­che Sali­ne Wil­helm­hall muss­te sich ver­klei­nern, nach­dem die Schweiz ihre eige­nen Sali­nen in Betrieb genom­men hat­te. Und so wur­de der Haupt­sitz des könig­li­chen Betriebs von Schwen­nin­gen nach Rott­weil ver­legt und schon im Dezem­ber 1865 wur­de das Schwen­nin­ger Werk „kalt­ge­legt“, heu­te wür­de man sagen: weg­ra­tio­na­li­siert. Die heu­te noch sicht­ba­ren Pum­pen im Sali­nen­mu­se­um Unte­res Bohr­haus im Prim­tal arbei­te­ten jedoch bis zur Schlie­ßung 1969.

Mit­glie­der, Freun­de und Inter­es­sier­te sind beim Bohr­haus­fest herz­lich ein­ge­la­den, den Tag in schat­ti­gem Ambi­en­te zu ver­brin­gen. Die Vor­sit­zen­de des För­der­ver­eins freut sich auf ein fröh­li­ches Bohr­haus­fest mit vie­len Gäs­ten.

Info: För­der­ver­ein Sali­nen­mu­se­um Rott­weil e.V.; Mar­ti­na van Span­ke­ren-Gan­dhi, Tel. 0741–494330 (dienst­lich), 0741–9410014 (pri­vat); mail@saline-museum-rottweil.de; www.saline-museum-rottweil.de

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