Schmotziger in Rottweil: ein Verletzter, 60 alkoholbedingte Ordnungsstörungen und eine kaputte Schaufensterscheibe

Nicht nur aus der Tradition heraus, sondern auch wegen des sehr guten und sonnigen Wetters sind die im Bereich des Polizeipräsidiums Konstanz liegenden drei Narrenhochburgen Konstanz, Villingen und Rottweil am heutigen „Schmotzigen Dunschtig“ sehr gut besucht. Das meldet die Polizei in einer launigen Pressemitteilung. Natürlich hatten die Beamten auch eine Menge zu tun.

Unter den Narrenrufen „Ho Narro“, „Narri Narro“ oder auch „Hu Hu Hu“ sammelten sich in den drei Hochburgen jeweils mehrere tausend Zuschauer unter teils strahlend blauem Himmel, um dem närrischen Treiben am heutigen „Schmotzigen“ zuzusehen, aber auch, um sich selbst in Verkleidung und Kostümen daran zu beteiligen.

Nach einem ersten polizeilichen Resümee sind die noch laufenden Veranstaltungen und Umzüge sowie das närrische Treiben in Konstanz Villingen und Rottweil bis auf wenige Ausnahmen zwar ausgelassen, jedoch friedlich und ohne größere Störungen.

Dennoch mussten die eingesetzten Beamten bereits in Konstanz und Rottweil mehrfach wegen Ordnungsstörungen und gegenseitigen Körperverletzungen einschreiten, vorwiegend begangen von alkoholisierten Personen. So kam es in Konstanz nach vorangegangenen Widerstandshandlungen gegen eingesetzte Beamte auch zu drei Gewahrsamnahmen der beteiligten Personen.

In Rottweil verzeichneten die Ordnungskräfte rund 60 alkoholbedingte Ordnungsstörungen. In Villingen dagegen waren am heutigen „Schmotzigen“ bis dato nur wenige Störungen zu verzeichnen.

Eine Schlägerei artete am Friedrichsplatz in Rottweil derart aus, dass eine der Schaufensterscheiben des Drogeriemarkts Müller mit einem lauten Knall zu Bruch ging. Beamte trennten die Streithähne, sperrten den Tatort ab, riefen die Feuerwehr. Diese kümmerte sich darum, die Scheibe zu entfernen und dann Spanplatten einzusetzen. Nicht zum ersten Mal, wie Stadtbrandmeister Frank Müller der NRWZ sagte. Er meinte sich zu erinnern, dass derselbe Vorfall im Vorjahr schon passiert ist.

Bei der Schlägerei ist ein Mann schwer verletzt worden. Das Rote Kreuz kümmerte sich um ihn. Mit Schnittverletzungen kam er ins Krankenhaus.

Der Drogieriemarkt war zum Zeitpunkt der Auseinandersetzung und des Glasbruchs bereits geschlossen.

Noch während die Feuerwehr sich um die kaputte Scheibe am Müller-Markt kümmerte, kam es nur wenige Meter weiter erneut zu einer Schlägerei zwischen zwei Streithähnen. Diese beendeten die Beamten, die ohnehin schon in der Nähe gewesen waren, beherzt und schnell.

Über den gesamten Nachmittag zeigte die Polizei starke Präsenz in Rottweil. Beamte griffen mit großer Mannstärke ein, wenn irgendwo ein Streit eskalierte. Außerdem wurden die Personalien der teils sehr jungen Feiernden gecheckt – und ob sie schon Alkohol trinken dürfen. Zudem waren Kräfte in Zivil unterwegs.

„Mit dem Appell – gerne närrisch, aber auch mit gegenseitiger Rücksicht, friedlich und einem nicht zu übermäßigem Alkoholkonsum wünscht das Polizeipräsidium Konstanz allen Närrinnen und Narren eine glückselige Fasnet, „Ho Narro“ nach Konstanz, „Narri Narro“ nach Villingen und Tuttlingen sowie „Hu Hu Hu“ nach Rottweil, heißt es in der Mitteilung der Polizei gutgelaunt.

Beobachter gehen in Rottweil davon aus, dass sich die Lage in den nächsten Stunden beruhigen werde. Auf die Straßenparty folgt die traditionelle Saalfasnet.

 

Mehr auf NRWZ.de