Das theoretisch Gelernte wird am Übungsmodell in die Praxis umgestzt. Foto: pm

ROTTWEIL – Der plötz­li­che Herz­tod, bedingt durch einen Herz­in­farkt oder Herz­rhyth­mus­stö­run­gen, ist nach wie vor eine der häu­figs­ten Todes­ur­sa­chen. Nach­dem vie­le der bis­he­ri­gen Maß­nah­men zum The­ma „Reani­ma­ti­on bei plötz­li­chem Herz­still­stand“ noch nicht zum erhoff­ten Erfolg geführt haben, hat die Initia­ti­ve ”Löwen ret­ten Leben” in Baden-Württemberg im Janu­ar 2015 ein inte­grier­tes und struk­tu­rier­tes Schul­pro­gramm zur Wie­der­be­le­bung, aus­ge­stat­tet mit abge­stimm­ten Lehr­mit­teln wie Video­in­struk­tio­nen, Leh­rer­trai­nings und Übungs­mo­del­le auf­ge­legt.

Im inter­na­tio­na­len Ver­gleich hinkt Deutsch­land bei der Lai­en­re­ani­ma­ti­ons­ra­te immer noch hin­ter­her. Über das „Tun“, also „lear­ning-by-doing“, sol­len Schü­ler ab der Klas­sen­stu­fe 7 dazu befä­higt wer­den, eine lebens­ret­ten­de Maß­nah­me bei plötz­li­chem Herz­still­stand durch­zu­füh­ren. Die Hand­lungs­hem­mun­gen, das haben Unter­su­chun­gen gezeigt, sind bei Schü­lern in die­sem Alter wesent­lich gerin­ger, als bei Erwach­se­nen.

Die Über­le­bens­wahr­schein­lich­keit stei­gern durch die Inte­gra­ti­on von Wie­der­be­le­bung im Unter­richt, das ist das Ziel der Initia­ti­ve ”Löwen ret­ten Leben”. Bereits früh­zei­tig haben sich auch die Lehr­kräf­te der Real­schu­le Rott­weil – die zudem ein vom För­der­ver­ein gespon­sor­ten „auto­ma­ti­schen exter­nen Defi­bril­la­tor (AED)“ im Schul­ge­bäu­de vor­hält – zu die­ser Fort­bil­dung ent­schlos­sen. Seit­her wer­den die 15 Übungs­mo­del­le samt Zube­hör für die ver­ein­fach­te Lai­en­re­ani­ma­ti­on immer wie­der im Unter­richt ein­ge­setzt.

Im Rah­men des Bio­lo­gie­un­ter­richts haben nun erst­mals Schü­ler der Klas­se 6a erfah­ren, wie sie in einem sol­chen Fall rich­tig reagie­ren. Nach einem kur­zen theo­re­ti­schen Input setz­ten die Ler­nen­den das theo­re­tisch Gelern­te anhand der Reani­ma­ti­ons­pup­pen in die Pra­xis um. Dabei han­del­ten die Schü­ler gemäß den drei Schrit­ten 1. Prü­fen 2. Rufen 3. Drü­cken.