Dr. Gerhard Aden war zu Besuch an der Maximilian-Kolbe-Schule. Foto: pm

ROTTWEIL – Der „Tag der Frei­en Schu­len“ fand am 10. Novem­ber  in Baden-Würt­tem­berg  statt. Orga­ni­siert wur­de die­ser Akti­ons­tag von der Arbeits­ge­mein­schaft Frei­er Schu­len Baden-Würt­tem­berg (AGFS), in der Ver­bän­de und kirch­li­che Trä­ger frei­er Schu­len zusam­men­ar­bei­ten. Unter dem Mot­to „Schen­ken Sie uns eine (Schul-)Stunde Ihrer Zeit“ waren Abge­ord­ne­te des Land­tags von Baden-Würt­tem­berg ein­ge­la­den, eine freie Schu­le zu besu­chen und eine Schul­stun­de gemein­sam mit den Schü­le­rin­nen und Schü­lern zu gestal­ten.

Die Trä­ger­ver­bün­de der frei­en Schu­len woll­ten mit die­sem Tag auf ihre Viel­falt und Inno­va­ti­ons­kraft auf­merk­sam machen. Par­la­men­ta­ri­er, Schü­ler, Schul­lei­tun­gen und Lehr­kräf­te kamen am „Tag der Frei­en Schu­len“ direkt mit­ein­an­der ins Gespräch. Sie tausch­ten sich aus über die Spe­zi­fik der Schul­for­men, über Kon­zep­te und Ide­en, mit denen freie Schu­len den Her­aus­for­de­run­gen der Gesell­schaft und der Bil­dungs­po­li­tik begeg­nen.

An der Maxi­mi­li­an-Kol­be-Schu­le in Rott­weil-Hau­sen war Dr. Ger­hard Aden, Land­tags­ab­ge­ord­ne­ter der FDP zu Besuch. Unter ande­rem ging es für den Abge­ord­ne­ten in das Klas­sen­zim­mer der Klas­se 10c. Die Schü­ler hat­ten so die Mög­lich­keit, einen Abge­ord­ne­ten aus ihrer Regi­on per­sön­lich ken­nen­zu­ler­nen und direkt zu aktu­el­len The­men zu befra­gen.  Aden stell­te sich und sei­ne Arbeit den Abschluss­kläss­lern mit einer Power­Point vor, der alle sehr gespannt folg­ten. Danach beant­wor­te­te er die Fra­gen der Schü­ler, unter ande­rem , wie man denn als Medi­zi­ner in einen Finanz­aus­schuss käme, wie Poli­tik für Jugend­li­che attrak­ti­ver wer­den kön­ne und aber auch ganz spe­zi­ell, was man denn ler­nen muss, um für den Land­tag bezie­hungs­wei­se in der Poli­tik zu arbei­ten.

Hier konn­te er den Inter­es­sier­ten sehr schü­ler­nah Mög­lich­kei­ten des poli­ti­schen Enga­ge­ments im Klei­nen und die dar­aus resul­tie­ren­de even­tu­el­le poli­ti­sche Kar­rie­re auf­zei­gen. Die Schü­ler waren sehr gut auf den Besuch des Land­tags­ab­ge­ord­ne­ten vor­be­rei­tet und hat­ten am Vor­tag mit ihrem Leh­rer Maxi­mi­li­an Spro­ten eine Podi­ums­dis­kus­si­on zum aktu­el­len The­ma der Inter­se­xua­li­tät vor­be­rei­tet. Hier­bei schlüpf­ten sie in ver­schie­de­ne Rol­len, wie zum Bei­spiel die eines Sozio­lo­gen, einer Gleich­stel­lungs­be­auf­trag­ten oder eines Ver­tre­ters einer reli­giö­sen Gemein­de.

Die Jugend­li­chen argu­men­tier­ten sehr gut und über­zeug­ten mit einer pro­fes­sio­nel­len Gesprächs­kul­tur. „Da habe ich für mich jetzt auch noch­mal neue Argu­men­te gefun­den,“ mein­te Ger­hard lobend am Ende sei­nes Besuchs.

Der ehe­ma­li­ge Rott­wei­ler Augen­arzt hat­te sich zuvor in einer Gesprächs­run­de mit den Kon­rek­to­ren Ute Bren­ner und Dani­el Löff­ler, sowie Tages­heim­lei­ter Mar­kus Mauch und Vor­stand des Trä­ger­ver­eins der Schu­le, Vanes­sa Meß­mer über ver­schie­de­ne Beson­der­hei­ten der Frei­en Katho­li­schen Schu­le infor­miert. Als Rott­wei­ler ken­ne er die Maxi­mi­li­an-Kol­be-Schu­le ja schon lan­ge, mein­te der Land­tags­ab­ge­ord­ne­te, und auch der March­ta­ler Plan sei ihm dadurch natür­lich ein Begriff. Wie genau die­ser aber umge­setzt wird und dass die Schu­le beson­ders das tech­nisch-haus­wirt­schaft­li­che Pro­fil, sowie die Natur­wis­sen­schaf­ten neben ihrem reli­giö­sen Grund­auf­trag stärkt, lies er sich vom Team der Schul­lei­tung detail­liert auf­zei­gen.

Unteran­de­rem kamen auch die ver­schie­de­nen Anstel­lungs­ver­hält­nis­se von Leh­rern und Mit­ar­bei­tern, sowie die Bezu­schus­sung des Staats und die geleis­te­ten Eltern­bei­trä­ge zur Spra­che. Außer­dem inter­es­sier­te die Finan­zie­rung des Ganz­ta­ges­be­rei­ches und auch die Unter­stüt­zung für schlech­ter ver­die­nen­de Eltern das Mit­glied des Finanz­aus­schus­ses des Land­ta­ges sehr. Für die Wün­sche der Schu­le hat­te Aden ein offe­nes Ohr: Die Wei­ter­qua­li­fi­ka­ti­on von Haupt- und Werk­re­al­schul­leh­rern zum Son­der­päd­ago­gen als auch zum Real­schul­leh­rer, als wich­ti­ges Werk­zeug zur Anpas­sung an die aktu­el­le Schul­land­schaft, aber auch die Benach­tei­li­gung der Frei­en Schu­len bei der Inklu­si­on in finan­zi­el­ler Hin­sicht konn­ten ange­spro­chen wer­den und fin­den so hof­fent­lich den Weg in den Land­tag.

Es wur­de wie­der deut­lich, wie der Aus­tausch zwi­schen Schu­le und Lan­des­po­li­tik für alle Betei­lig­ten berei­chernd ist. Es ist schön, dass die Mög­lich­keit am „Tag der Frei­en Schu­len“ dabei zu sein und im bes­ten Sin­ne von­ein­an­der zu ler­nen auch in die­sem Jahr wie­der ger­ne ange­nom­men wur­de.