ROTTWEIL – Stadt­rat Arved Sass­nick hat stell­ver­tre­tend für Ober­bür­ger­meis­ter Ralf Broß, 21 Gast­schü­ler vom Liceo F. Cor­ra­di­ni in Thie­ne, ihre Begleit­leh­re­rin und die deut­schen Aus­tausch­part­ner im Alten Rat­haus emp­fan­gen. 

In sei­ner Rede beton­te Arved Sass­nick, dass Thie­ne und Rott­weil sich auf Augen­hö­he mit­ein­an­der befin­den und eini­ge Gemein­sam­kei­ten tei­len. So haben bei­de Städ­te unge­fähr 25.000 Ein­woh­ner. Wei­ter hin­aus sei­en die zwei Städ­te auch durch die römi­sche Grün­dung mit­ein­an­der ver­bun­den. Die ita­lie­ni­sche Stadt Thie­ne war von einem befes­tig­ten Lager der Römer zu einer grö­ße­ren Fes­tungs­an­la­ge im Mit­tel­al­ter gewach­sen.

Zum geschicht­li­chen Teil Rott­weils erzähl­te Stadt­rat Sass­nick den Schü­lern, dass Rott­weil 73. n. Chr. in der Zeit von Kai­ser Ves­pa­si­an ent­stand und zunächst ein am Neckar gele­ge­nes Mili­tär­la­ger war, spä­ter folg­ten 4 wei­te­re Lager. Ein Schreib­tä­fel­chen aus dem 2. Jahr­hun­dert nach Chris­tus bezeu­gen, dass aus die­sen Lagern eine Land­stadt nach römi­schem Recht mit dem Namen Arae Fla­viae ent­stand. Römi­sche Fun­de, dar­un­ter auch medi­zi­ni­sches Werk­zeug aus die­ser Zeit kön­ne man im Domi­ni­ka­ner­mu­se­um betrach­ten. Herr Sass­nick erzähl­te den Anwe­sen­den außer­dem, dass Rott­weil kei­ne Indus­trie­stadt sei, son­dern viel mehr eine Stadt für Schu­len, Ver­wal­tung und Kul­tur. 

Gegen Ende ging er noch auf den sprach­li­chen Aspekt des Aus­tauschs ein und alle waren sich einig, dass sowohl Deutsch als auch Ita­lie­nisch schwer zu erler­nen ist. Am Ende sei­ner Rede, in der er die Ähn­lich­keit von Thie­ne und Rott­weil beton­te, wünsch­te er allen Gäs­ten einen schö­nen Auf­ent­halt und das ihnen Rott­weil für immer gut in Erin­ne­rung blei­ben möge. Im Anschluss bedank­te sich die ita­lie­ni­sche Begleit­leh­re­rin Gabri­el­la Bon­za­ni­ni für den Emp­fang und über­reicht dem Stadt­rat ein Gemäl­de der Vil­la „La Roton­da del Pal­la­dio“ als Gast­ge­schenk.

Den Schü­lern aus Ita­li­en steht eine span­nen­de und erleb­nis­rei­che Woche bevor. Bei einem Aus­flug nach Stutt­gart erkun­de­ten sie das Haus der Geschich­te und das Mer­ce­des-Benz Muse­um. Am Mitt­woch fuh­ren sie gemein­sam mit ihren deut­schen Aus­tausch­schü­lern an den Boden­see und mach­ten Halt in Kon­stanz und in Meers­burg.

Die Uni­ver­si­täts­stadt Tübin­gen besich­ti­gen die Schü­ler aus Thie­ne am Don­ners­tag und am Frei­tag folgt eine Braue­rei­füh­rung in Bräun­lin­gen, sowie ein gemein­sa­mes Abschieds­es­sen. Sams­tags haben die Schü­ler aus Rott­weil die Mög­lich­keit, gemein­sam mit ihren Fami­li­en den Gäs­ten die Stadt Rott­weil und die Umge­bung noch ein­mal selbst zu zei­gen. Am Sonn­tag ver­ab­schie­den sich die ita­lie­ni­schen Gast­schü­ler wie­der und rei­sen zurück nach Thie­ne.

In der Stadt Thie­ne, im Nord­os­ten Ita­li­ens im Vene­to gele­gen, besteht ein gro­ßes Inter­es­se am Erler­nen der deut­schen Spra­che. Der Schü­ler­aus­tausch mit dem Gym­na­si­um der Stadt besteht schon seit 1995. Der Aus­tausch zwi­schen Thie­ne und Rott­weil fin­det jähr­lich statt und ver­läuft immer wie­der aufs Neue sehr har­mo­nisch.

Gabri­el­la Bon­za­ni­ni und Fran­co Pesaven­to haben seit Anfang die ita­lie­ni­schen Schü­ler nach Deutsch­land beglei­tet. Über den Aus­tausch hin­aus hat das Dros­te-Hüls­hoff-Gym­na­si­um schon an ins­ge­samt zwei Come­ni­us­pro­jek­ten zusam­men mit dem Liceo gear­bei­tet. In die­sem Jahr beglei­tet Bon­za­ni­ni den Aus­tausch.  Auch in Deutsch­land ist das Inter­es­se am ita­lie­ni­schen Kurs sehr hoch. Ins­ge­samt ler­nen momen­tan 21 Schü­ler der 10. Klas­se die Spra­che. Fast alle Schü­ler der Kur­se Ita­lie­nisch und Latein neh­men am Aus­tausch die­ses Jahr teil. Der Aus­tausch wird gemein­sam mit dem Gym­na­si­um am Hoptbühl in Vil­lin­gen durch­ge­führt, da der Liceo Cor­ra­di­ni jedes Jahr zwei Deutsch­klas­sen hat.

Wäh­rend des Aus­tauschs ent­ste­hen oft­mals Kon­tak­te, die auch über den Aus­tausch hin­aus bestehen blei­ben und in die ein oder ande­re Freund­schaft mün­den.

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