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Dienstag, 4. August 2020
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    Rottweil hat jetzt auch einen Schuhbaum

    Warum jemand zusammengebundene Paar Schuhe in einen Baum wirft, ist unbekannt. Klar aber ist: Dieses weltweite Phänomen, Shoe tossing oder Shoefiti genannt, ist jetzt auch in Rottweil angekommen.

    Kleine Bildergalerie: der Schuhbaum von Rottweil. Fotos: Thomas Decker
    Kleine Bildergalerie: der Schuhbaum von Rottweil. Fotos: Thomas Decker

    Rottweil (gg). Den Anfang macht eine Legende: die vom während einer Autofahrt streitenden Paar. Der Sage zufolge soll die Frau ihren Mann zum Anhalten gebracht haben, und dann vorgehabt haben, wütend davon zu laufen. Das soll der Mann verhindert haben, indem er ihre Schuhe schnappte, mit den Schnürsenkeln verknotete und in einen Baum warf. Die Frau soll danach im Übrigen gerne bei ihrem Mann geblieben sein. Für immer. Und wenn sie nicht gestorben sind … dann leben sie noch heute in Nevada, USA, wo sich die Geschichte zugetragen haben soll.

    Den Anfang machte aber vielleicht auch ein Brauch in Schottland, der kurz und knapp besagt, dass Jugendliche ihre Schuhe zu hängen hätten, nachdem sie ihre Unschuld verloren haben. Vielleicht ist der Ursprung der hängenden Paar Schuhe aber auch in New York zu suchen, wo Gangs ihre Reviere markieren, indem sie die Latschen an Stromleitungen hängen.

    „Der Pastor einer kleinen Gemeinde im südlichen Los Angeles, in dessen Ortschaft alle 500 Meter Schuhe an den Oberleitungen zu finden sind, weiß das Phänomen vollkommen anders zu erklären: Jedes Schuhpaar steht für einen getöteten Menschen. An dem Ort, an dem er oder sie verstarb, werfen die Freunde ein Schuhpaar über die Stromleitung und erinnern auf diese Weise an den traurigen Verlust“, berichtet dagegen der Blog „Shoepassion„. Dieser weiß auch eine weitere Therorie: „Aus der Armee entlassene Soldaten würden aus Freude über das Ende ihrer Dienstzeit ihre Schuhe in die Bäume befördern. Wieder andere glauben, jene baumelnden Schuhe verfügen über wundersame Kräfte und halten böse Geistern von ihnen fern.“

    Vielleicht ist es auch ganz einfach Straßenkunst. Wikipedia weiß über eine Straße in Flensburg: „Hier soll das Phänomen dadurch entstanden sein, dass die Kunden eines Skatershops nach Kauf neuer Sneaker ihre alten Schuhe zurückließen und der Ladenbesitzer sie über die Leinen warf. Sein Nachbar vom St.-Pauli-Fanshop soll sich bald darauf angeschlossen haben. Die Schuhe der Norderstraße wurden zu einer Sehenswürdigkeit der Stadt und einem beliebten Fotomotiv.

    Was auch immer – jetzt jedenfalls baumeln diese Schuhe auch in Rottweil von den Bäumen. In der Höllensteinkurve, neben der alten B 27 zwischen Seehof und der Stadt.

    Unser Fotograf Thomas Decker vom Team Ralf Graner Photodesign hat sie dort entdeckt. Eine Erklärung hat er nicht, meint dazu: „Für die einen ist dies eine einfache Müllentsorgung für andere ist es Kunst zwischen König-Karl-Brücke und Berner Feld.“

    Deutschlandweit gibt es viele weitere Schuhbäume, in Berlin einige, weitere in Münschen, Wiesbaden, Konstanz, Düren, Euskirchen, beispielsweise. Nun auch in der ältesten Stadt Baden-Württembergs.

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